MathePLUS – mehr Erfolg im Studium der Elektrotechnik


| Foto: Ostfalia

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen



Wolfenbüttel. Absolventen der Ingenieurwissenschaften werden händeringend gesucht. Doch niedrige Bewerberzahlen und hohe Abbrecherquoten prägen das Bild in den Ingenieurstudiengängen. An der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften soll das Programm MathePLUS dieses Problem lösen.

Eingangsklausuren zu Beginn von Ingenieurstudiengängen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Studienanfänger mit Defiziten in Mathematikkenntnissen an die Hochschule kommen. Probleme treten unter anderem bei Dreisatz, Bruchrechnung oder Gleichungsumformungen auf. "Neben den fachlichen Defiziten fehlen häufig geeignete Strategien für das selbstständige Lernen. Eine in Schule und Ausbildung oft erfolgreiche ‚Konsumhaltung‘ – Zuhören, Mitschreiben, Nachmachen – reicht plötzlich für den Erfolg im Studium nicht mehr aus", berichtet Prof. Dr. Gerhard Wagner, der an der Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia Mathematikvorlesungen hält. Das Resultat: Viele brechen ihr Studium ab.

Beim MathePLUS -Programm, das die Studieneingangsphase unterstützt, wird der Lehrstoff des ersten Semesters auf zwei Semester gestreckt. So wird Raum für ein zusätzliches, den Bedürfnissen der Studienanfänger mit schwächeren Vorkenntnissen angepasstes Lehrangebot geschaffen. Neben dem Erwerb grundlegender Mathematikkenntnisse steht in diesem Programm vor allem das Erarbeiten geeigneter Lern- und Arbeitsstrategien, die das hohe Lerntempo verkraftbar machen, sowie der Aufbau eines sozialen Netzwerkes unter anderem zum Bilden von Lerngruppen im Vordergrund. "Erfolgreiche MathePLUS -Teilnehmer berichteten häufig im Nachgang, dass die in diesem Kurs geförderte Zusammenarbeit in Lerngruppen das gesamte Studium hält", berichtet Professor Wagner.

Die Teilnahme am MathePLUS -Programm erfordert gleich zu Studienbeginn die Entscheidung, das Studium um ein Semester zu verlängern. Für viele stellt dies eine enorme Hemmschwelle dar. Durch die fundierten Mathematikkenntnisse und die Fähigkeit zum effektiven Lernen profitieren die Studierenden jedoch im gesamten Studium – mit besseren Noten, sinkenden Durchfallquoten und kommen dadurch ohne weitere Verzögerungen zum Abschluss. "An unserer Hochschule gibt es das MathePLUS -Programm bereits seit fünf Jahren. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die durchschnittliche Studiendauer von Studierenden, die mit MathePLUS begonnen haben, nicht länger ist als die von Studierenden mit regulärem Studienbeginn", so Wagner. Ebenso positiv bewertet er, dass die Programmteilnehmer durch den intensiven Austausch mit Lehrenden bereits in ihrem ersten Semester erkennen können, ob dieses Studium für sie der richtige Weg ist.

Das MathePLUS -Programm kann an der Ostfalia grundsätzlich von jedem Studierenden der Fakultät Elektrotechnik im ersten Semester belegt werden. Die meisten MathePLUS -Teilnehmer haben zuvor Fachoberschulen besucht oder eine Berufsausbildung absolviert. Für diese Zielgruppe ist das Programm besonders interessant, da bei ihnen - im Gegensatz zu vielen Abiturienten - die Mathematik-Defizite besonders ausgeprägt sind. Außerdem ist der Respekt vor dem Studium und dessen höheren Anforderungen in dieser Gruppe höher. "Wir hoffen mit diesem Programm mehr ehemalige Fachoberschüler und Azubis zu einem Elektrotechnik-Studium bewegen zu können, die sich ein solches Studium bisher noch nicht zutrauten", sagt Wagner.