Salzdahlumerin schreibt Romanbiografie über Leopold I.

von Thorsten Raedlein



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Salzdahlum. Auch dieses Jahr hat es Renate Dangschat alias Renate von Rosenberg wieder geschafft. Pünktlich zum Jahresende ist ihr siebtes Buch in sieben Jahren fertig geworden. Diesmal geht es um Leopold I.. Die Romanbiografie "Leopold I.. Ehestifter Europas ‐ Ein Coburger auf Belgiens Thron" ist mit acht farbigen und schwarz-weißen Zeichnungen ihres Mannes Dr. Peter Dangschat Anfang November erschienen.

Als einigermaßen mittelloser Nachgeborener eines Familienzweiges der Wettiner war Leopold von Sachsen-Coburg‐Saalfeld durch die Heirat einer älteren Schwester mit dem russischen Großfürsten Konstantin mit dem Zarenhaus verschwägert, was ihm in Zukunft sehr nützlich sein sollte. Zunächst noch durch Katharina die Große für eine Position in der russischen Armee vorgesehen, lernte er im Gefolge von Alexander I. in London die englische Thronfolgerin Charlotte kennen und geriet als ihr Gemahl in die Nähe des britischen Thrones.

Leider starb sie bei der Geburt ihres ersten Kindes, woraufhin es mit seiner Karriere als Prinzgemahl vorbei war. Nach zehn Jahren trug man ihm von griechischer Seite nach den erfolgreichen Freiheitskämpfen den Thron in Athen an, den er aber ablehnte. Seine ältere Schwester Victoire hatte inzwischen in England den Herzog von Kent, einen Bruder des Königs Georgs IV. geheiratet. Ihr erstes gemeinsames Kind war ein Mädchen‐ niemand anderes als Victoria, die berühmte englische Königin, nach der ein ganzes Jahrhundert benannt wurde.

Der schöne Leopold


Leopold, von dem Napoleon einmal sagte: „Das ist der schönste junge Mann, der mir je in den Tuilerien begegnet ist“, Leopold also setzte auf sein Glück, was ihm bereits ein Jahr später zuteil wurde: Belgien hatte sich 1830 von den Niederlanden losgesagt und suchte einen konstitutionellen König. Als sich die Belgier umschauten, fiel ihr Blick auf Leopold, der nicht nur bilsdschön sondern auch ein sehr talentierter Diplomat war.

Mit 41 Jahren bestieg er den belgischen Thron in Brüssel, heiratete eine Tochter des französischen Königs Louis-Philippe und lenkte sein Ländchen äußerst geschickt durch die revolutionären Wirren des l9. Jahrhunderts. Da er eine weit verzweigte Familie protestantischer und hatholischer Konfession besaß, legte er sich aufs poltische Ehestiften und verheiratete seine Verwandtschaft beiderlei Geschlechts von England bis Spanien, Portugal und Frankreich an die Fürstenhöfe Europas. Victorias Prinzgemahl war Albert von Sachsen-Coburg, beide Nichte und Neffe von Leopold, einem Meister im Ehestiften.

In einem öffentlich gewordenen Privatgespräch äußerte sich Bismarck einmal süffisant, die Coburger seien „das Gestüt Europas“. Heute gelten andere Regeln der Macht. Dem durchaus farbigen Lebenslauf dieses ersten belgischen Königs habe ich eine europäische Dimension gegeben. Denn Brüssel ist gewiss nicht umsonst, sondern historisch als Mittelpunkt von weitreichenden politischen Entscheidungen, heute der Sitz der EU.

Renate von Rosenberg, Leopold I., Ehestifter Europas‐ Ein Coburger auf Belgiens Thron (Biografischer Roman) 262 Seiten, Oberlausitzer Verlag, 2014, 19,95 Euro.