Wolfenbüttel. Vertreter kultureller Institutionen trafen sich am Donnerstagabend, um über den Vorstand des Kulturrates neu abzustimmen. Einstimmig wiedergewählt und im Amt bestätigt sind Vorsitzende Gabriele Drewes, Stellvertreter Björn Reckewell sowie Schriftführer Wolfgang Dyck. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand der von Reckewell vorgestellte Masterplan, der vorsieht Lessings Wirken aus dem mythischen Marginal in sichtbare Lebensnähe rücken zu lassen.
Bedingt durch das Wirken des aufklärenden Dichters nennt sich Wolfenbüttel Lessingstadt. Doch bisher finden Gäste zu wenig Lessing in der Stadt des Lessing. Björn Reckwell, stellvertretender Vorsitzender des Kulturrates und Leiter des Tourismusamtes, erläuterte den Masterplan Lessingstadt, der voraussichtlich ab 2016 in die Tat umgesetzt werden soll. Die Finanzierung des Projektes ist noch nicht im städtischen Haushalt besprochen.
Das von einer Agentur ausgearbeitete Erlebnis-Konzept rund um den Dichter sieht ein Drei-Säulen-Modell vor: authentische Wirkungsstätten wie Schloss, Bibliothek und Wohnhaus – auf Lessings Spuren die Stadt erkunden – kulturelles Veranstaltungsprogramm passend zu des Dichters Werken. Den Anfang soll im Mai 2016 das Lessing-Festival machen. Lesungen, Inszenierungen, Kunst und Medien greifen die Vielseitigkeit des Denker auf und adaptieren Themen und Kontext in die Gegenwart. Im Rahmen des Festivals soll auch der Lessing-Preis für Kritik verliehen werden, mit dem unter anderem schon Regisseur Claus Peymann und die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ausgezeichnet wurden.
Weitere Themen der Sitzung
Den angedachten Vorschlag, den Kulturrat auf den Landkreis auszuweiten, besprachen die Mitglieder ebenfalls. Dass der Landkreis dafür zu groß sei, sagte Ortsbürgermeisterin Hiltrud Bayer. Dieser Meinung schloss sich Ratsvorsitzende Gabriele Drewes an: "Es gibt zu viele aktive Vereine im Gebiet – Termine zu koordinieren gelingt ja kaum in der Stadt." Wenn das Kulturentwicklungskonzept verabschiedet sei, der Landkreis eventuell einen eigenen Kulturrat gegründet hätte, könne man sich noch mal zusammen setzen, sagte sie.
Abschließend besprach der Rat kommende Kultur-Ereignisse wie Konzerte und Veranstaltungen; es folgten die Vorstandswahlen, die einstimmig auf die bisher amtierenden Mitglieder gefallen sind. So bleibt weiterhin Gabriele Drewes die Vorsitzende des Kulturrates, Björn Reckewell agiert weiterhin als Stellvertreter sowie Wolfgang Dyck als Schriftführer. Die kommende Sitzung ist für Mai 2015 vorgesehen.

