Werkstattgespräch über staatenkundliche Serien des Verlages Renger


Symbolfoto: Archiv
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Wolfenbüttel. Volker Bauer widmet sich in einem Werkstattgespräch am Donnerstag, 12. November, um 14.15 Uhr im Seminarraum im Zeughaus unter anderem den Konsequenzen der aus kommerziellen Interessen betriebenen Globalisierung der Rengerischen Staatenkunden.

Diese staatenkundlichen Bücherserien laufen letztlich darauf hinaus, die außereuropäischen Herrschaftsgebiete mit den anhand europäischer Verhältnisse gewonnenen Beschreibungsmustern und Bewertungsmaßstäben darzustellen. Doch gab es auch Rückkopplungseffekte, denn die Verhältnisse in den außereuropäischen Untersuchungsgebieten, namentlich der dort konstatierte Despotismus und das dort praktizierte Zeremoniell, wurden wiederum auf Europa bezogen und zum Instrument einer impliziten Kritik an europäischen Herrschaftsformen gemacht. Insofern war der Projektionsprozess keine Einbahnstraße.

In den Jahren 1704–1718 erschienen im Verlag Renger (Halle a.d.S. und Braunschweig) mehrere Buchreihen, die in ihren Einzelbänden stets ein Land oder Herrschaftsgebiet im Hinblick auf dessen politische Strukturen, Ressourcen und Geschichte behandeln. Wurden in einer ersten Serie über 40 europäische politische Einheiten behandelt, so umfasste eine zweite Serie 15 Bändchen über außereuropäische Reiche und Länder. Mit weiteren Satellitenreihen wurden insgesamt 80 Titel ausnahmslos anonym herausgegeben.

Dr. Volker Bauer studierte Geschichte und Deutsch an der Universität Bielefeld und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut Florenz. Seit 2006 ist er an der Herzog August Bibliothek zuständig für Tagungen und Gastseminare. Seine Forschungsschwerpunkte sind im Schnittpunkt von Kommunikations-, Medien- und Wissensgeschichte auf der einen und einer Kulturgeschichte fürstlich-dynastisch-höfischer Herrschaft auf der anderen Seite angesiedelt.