Wolfenbüttel. Seit Ende 2022 ist das DRK-Therapiebad in Wolfenbüttel geschlossen. Damit fehlt ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen Einschränkungen besondere Erfahrungen machen konnten: sich im Wasser leichter bewegen, den eigenen Körper bewusster wahrnehmen und zur Ruhe kommen. Was für viele selbstverständlich klingt, kann für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen einen wichtigen Unterschied machen. Darauf macht der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung aufmerksam.
Wasser bietet Bedingungen, die an Land nicht immer gegeben sind. Durch den Auftrieb wird der Körper getragen, Bewegungen können leichter fallen und auch die Wahrnehmung der Umgebung verändert sich. Für Menschen im Autismus-Spektrum kann eine reizärmere Umgebung dabei helfen, äußere Eindrücke zeitweise in den Hintergrund treten zu lassen und sich stärker auf den eigenen Körper zu konzentrieren. Wärme und die veränderte akustische Wahrnehmung können diese Erfahrung unterstützen.
Widerstand des Wassers nutzen
Für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) kann vor allem die körperliche Entlastung bedeutsam sein. Wenn Bewegungen an Land viel Kraft kosten oder der Körper sich schwer anfühlt, schafft das Wasser andere Voraussetzungen. Der Auftrieb entlastet den Körper und kann Bewegungen erleichtern. Gleichzeitig bietet der Widerstand des Wassers die Möglichkeit, Bewegungen bewusst auszuführen und den eigenen Körper wahrzunehmen. Welche Erfahrungen möglich sind, hängt von den individuellen Bedürfnissen und gesundheitlichen Voraussetzungen ab.
Diese unterschiedlichen Beispiele zeigen, wie vielfältig die Bedeutung eines Therapiebads sein kann. „Ein Therapiebad ist weit mehr als ein Becken mit warmem Wasser. Es schafft Möglichkeiten, Menschen ganz individuell therapeutisch zu begleiten und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Deshalb ist es uns so wichtig, das Bad wieder öffnen zu können“, sagt Maximilian Pink, Geschäftsführer der DRK-inkluzivo Wolfenbüttel gGmbH.
200.000 Euro benötigt
Die Wiedereröffnung des DRK-Therapiebads ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Bis dahin muss das seit Ende 2022 geschlossene Bad saniert werden. Dafür werden rund 200.000 Euro benötigt. Der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel e. V. und die DRK-inkluzivo Wolfenbüttel gGmbH sammeln Spenden, um die notwendigen Arbeiten zu finanzieren.
Eine Möglichkeit, das Vorhaben zu unterstützen, bietet die Aktion „Kleine Ente, große Hilfe. Gemeinsam zurück ins Wasser.“ An inzwischen neun Standorten in Wolfenbüttel sind Badeenten und Enten-Schlüsselanhänger gegen eine Spende erhältlich. Auch wer unabhängig von der Enten-Aktion helfen möchte, kann mit einer direkten Spende zur Sanierung beitragen. Weitere Informationen zur Spendenaktion und zu den Enten-Stationen gibt es unter www.drk-kv-wf.de/ente.

