Zahlreiche Gäste: Wolfenbüttel lud zum Stadtempfang

Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Ehrenamt gaben sich beim diesjährigen Stadtempfang die Ehre.

Ivica Lukanic und Jan Schröder mit der Geehrten Annette Goslar.
Ivica Lukanic und Jan Schröder mit der Geehrten Annette Goslar. | Foto: Stadt Wolfenbüttel

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Wolfenbüttel. Ein klares Bekenntnis zur Kulturstadt, ein ehrlicher Blick auf die angespannte Haushaltslage und ein tief empfundener Dank an das bürgerschaftliche Engagement: Der diesjährige Stadtempfang der Stadt und des Rates der Stadt Wolfenbüttel vor dem Lessingtheater bot den zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Ehrenamt eine feierliche Bühne für den gemeinsamen Austausch, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt.



Die Veranstaltung legte in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die Einladung der Akteurinnen, Akteure und Handelnden der Innenstadt. Um die gemeinsame Verantwortung von Verwaltung und Politik für die Geschicke der Kommune zu unterstreichen, gestalteten Bürgermeister Ivica Lukanic und der Ratsvorsitzende Jan Schröder die Begrüßung der Gäste erstmals gemeinsam. In seiner Ansprache wies Bürgermeister Lukanic auf die angespannte finanzielle Lage der Kommunen hin, die auch in Wolfenbüttel klare Prioritäten und Konsolidierungsmaßnahmen erfordere.

Dennoch: Die Wahl des Veranstaltungsortes ist eine bewusste Botschaft in finanziell herausfordernden Zeiten. Angesichts notwendiger Konsolidierungsmaßnahmen im Rahmen der „Agenda 2030“ betonte Lukanic, dass Kultur kein verzichtbarer Luxus sei: „Kultur ist keine Verzierung des städtischen Lebens, sondern Teil seiner Substanz. Eine Stadt braucht Orte, an denen sie sich selbst begegnet – an denen diskutiert, gelacht, gezweifelt und gestaunt wird.“ Als Beispiel nannte er die historische Debatte aus dem Jahr 2009 um die Sanierung des Lessingtheaters, die verdeutlicht habe, dass eine Stadt unverzichtbare Orte der Begegnung und Identitätsstiftung brauche.

Strategische Weichenstellungen


Der Ratsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Jan Schröder erläuterte anschließend die strategischen Weichenstellungen der kommunalpolitischen Arbeit. Mit der Verabschiedung der „Agenda 2030“ habe der Rat den Einstieg in eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung beschlossen, um die Stadt auch für kommende Generationen handlungs- und gestaltungsfähig zu halten. Er lobte dabei das konstruktive politische Klima, den sogenannten Wolfenbütteler Deal, der von Sachlichkeit und breiten Mehrheiten geprägt sei. „Sachlich in der Sache, fair im Umgang – wegweisende Beschlüsse werden bei uns selten durch schmale Mehrheiten, sondern in der Regel im breiten Konsens getragen.“ Dieses positive Klima gelte es auch in der Zukunft zu bewahren.

Zahlreiche Investitionen


Trotz der finanziellen Herausforderungen habe die Stadt im vergangenen Jahr weitreichende Investitionen getätigt, wie etwa das „Kita-Chancen-Programm 2030“. Auch im Bereich der öffentlichen Sicherheit seien zentrale Projekte vorangetrieben worden, beispielsweise Maßnahmen zum baulichen Hochwasserschutz sowie die Unterstützung der DLRG-Ortsgruppe bei der Realisierung ihres neuen Vereinsheims. Dass diese Investitionen und das ehrenamtliche Engagement unerlässlich sind, zeigte sich laut Lukanic eindrücklich bei der Bewältigung der schweren Gasexplosion am Schöppenstedter Stieg, bei der Rettungskräfte, Verwaltung und die Nachbarschaft verlässlich zusammenstanden.

Entwicklung des Stadtzentrums


Ein wesentlicher Teil des Rückblicks widmete sich der Entwicklung des Stadtzentrums. Die Fertigstellung der neu gestalteten Fußgängerzone war ein bedeutender Schritt, wenngleich die Bauphase den Gewerbetreibenden und der Gastronomie viel Geduld abverlangte. Um das Zentrum strukturell weiter zu stärken, hat die Stadt die Löwentoranteile vollständig übernommen und Projekte wie „Laden auf Zeit“ sowie die Digitalisierung der Parkhäuser realisiert. Im Bereich der Mobilität setzt Wolfenbüttel auf eine kluge Verbindung aller Verkehrsarten, was durch Initiativen wie die Busbeschleunigung und die Förderung des Radverkehrs unterstrichen wird.

Aufruf zu fairem Wahlkampf


Bürgermeister Lukanic blickte im Weiteren auf das anstehende Wahljahr. Er betonte, dass Wahlen ein Fest der Demokratie seien, und hieß die Mitbewerberinnen und Mitbewerber um das Bürgermeisteramt beim Empfang ausdrücklich willkommen. Demokratie fordere Haltung und Wachsamkeit gegen spaltende Stimmen, gerade in Zeiten, in denen der Ton rauer wird. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen appellierte Bürgermeister Lukanic an alle Kandidaten, einen von Fairness und Sachlichkeit geprägten Wettbewerb zu führen und sich schützend gegen spaltende, demokratieverächtliche Stimmen zu stellen.

Ehrenmedaille mit Ehrennadel für Annette Goslar


Der emotionale Höhepunkt des Abends war die offizielle Ehrung einer verdienten Persönlichkeit der Stadtgesellschaft. Bürgermeister Ivica Lukanic verlieh Annette Goslar im Namen des Rates Ehrenmedaille mit Ehrennadel der Stadt Wolfenbüttel. Als Gründerin und ehrenamtliche Vorsitzende des Trägervereins leitet sie das AHA-ERLEBNISmuseum. Das Museum dient als interaktiver Lernraum, in dem Kinder und Jugendliche komplexe gesellschaftliche Themen wie Demokratie, Nachhaltigkeit und Frieden anschaulich entdecken und erforschen können. Lukanic würdigte Goslars langjährigen Einsatz, ihre weitreichende Kreativität und ihre ansteckende Begeisterung, mit der sie jungen Menschen niedrigschwellige Zugänge zu Bildung ermöglicht.