Wolfenbüttel: Stimmen der Parteien - Der Tag nach dem Wahlkrimi - Das sagen die Landtagskandidaten

von Anke Donner




Der Sonntagabend war an Spannung kaum zu überbieten. Für die einen war es ein Erfolg, für die anderen eine Niederlage. Für einige war es etwas von beidem. Frank Oesterhelweg (CDU) und Björn Försterling (FDP) ziehen in den niedersächsischen Landtag ein und werden die Region Wolfenbüttel auf Landesebene vertreten. Für die Linken ist der Tag nicht so erfolgreich, sie scheiden aus dem Landtag aus. Die Piraten, weit abgeschlagen, bilden beinahe das Schlusslicht. Die Grünen sind mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden, sie sind mit 20 Sitzen im Landtag vertreten und bilden mit der SPD die Mehrheit. Die CDU hat mit nur einem Mandat die Mehrheit verloren. Niedersachsen steht ein Regierungswechsel bevor. Die Zukunft ist rot-grün.

Einen Tag nach dem Wahlkrimi fragt WolfebüttelHeute.de bei den einzelnen Parteien nach. Wie wurden die Ergebnisse inzwischen verarbeitet, was wird die Zukunft bringen und was bedeutet das Ergebnis für die Parteien und wie lange wurde noch gefeiert?

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Frank Oesterhelweg. Foto:



Frank Oesterhelweg, CDU-Landtagsabgeordneter:
"Das Ergebnis auf Niedersachsenebene hat mich sehr enttäuscht. Nach den vorherigen Umfragen hatte ich mit einem klaren Sieg von schwarz-gelb gerechnet. Ehrlich gesagt, ich bin schockiert über die Ergebnisse in unserer Region", macht Oesterhelweg während unseres Telefonats seiner Enttäuschung Luft. "Es ist äußerst schade für David McAllister, er hat tolle Arbeit geleistet und hätte mehr verdient. Über meinen persönlichen Erfolg freue ich mich natürlich sehr. Das Ergebnis war deutlich, das macht mich stolz. Wäre die Wahl anders ausgefallen, hätte ich meine Konsequenzen aus dem Ergebnis gezogen. Aber die Menschen haben mich gewählt, ich habe einen Auftrag der Wähler zu erledigen und den werde ich nach wie vor ausführen. Von Ohnmacht kann nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil, es regt doch den Kampfgeist an", versichert er zuversichtlich. "Vor der Wahl ist nach der Wahl. Jetzt steht bald die Bundestagswahl vor der Tür, schauen wir mal, was passiert. Wir haben noch bis 23.30 Uhr gefeiert, auch wenn das Endergebnis die Stimmung etwas getrübt hat", sagt er abschließend.

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Bettina Werner. Foto: CDU



Bettina Werner, CDU-Landtagskandidatin Wahlkreis 10:
"Generell hat sich die CDU in Niedersachsen ja leider nicht so gut geschlagen. Ich bin nun etwas besorgt, dass es unter dieser Führung nicht besser werden wird", gibt sie zu bedenken. "Ich finde es für McAllister sehr schade. Für mich als "Newcomerin" ist das Ergebnis zufriedenstellend. Klar, möchte man gewinnen. Ich hätte unsere Region gerne in Hannover vertreten. Ich war nur knapp unterlegen und fühle mich nicht wirklich als Verliererin. Es war eine tolle Erfahrung und ich nehme viel mit."

[image=5e176529785549ede64ce175]Marcus Bosse, SPD-Landtagsabgeordneter:
"Die Anspannung gestern war unglaublich groß. Wir wussten, dass es es ein knappes Ergebnis geben wird. Während des Wahltages überkamen mich manchmal Zweifel, ob man wirklich alles getan hat. Ob das, was man getan hat, auch reicht. Ich freue mich natürlich über den Ausgang der Wahl. Mein persönlicher Erfolg macht mich zufrieden, der Erfolg in Hannover macht mich richtig glücklich", verrät Bosse am Telefon. "Mich hat gestern eine tolle Party und ein netter Empfang in Schöppenstedt erwartet. Danke, an mein tolles Wahlkreis-Team. Das Ergebnis aus Hannover habe ich ganz in Ruhe zu Hause mit meiner Frau gesehen. Ich bin sehr glücklich über diesen Ausgang. Meine Nacht war entsprechend kurz. Ich habe bis zwei Uhr nachts noch Emails beantwortet und Glückwünsche entgegen genommen", sagt Marcus Bosse abschließend.

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Falk Hensel Steckbrief Foto: priavt



Falk Hensel, SPD-Landtagskandidat Wahlkreis 9:
"Über den Sieg der SPD in Hannover bin ich natürlich glücklich und freue mich, dass Stephan Weil nun Minister wird. Dafür haben wir alle lange und hart gekämpft. Meine persönliche "Niederlage" muss ich so hinnehmen, das ist Demokratie und damit muss man eben rechnen. Trotzdem habe ich ein beachtliches Ergebnis erzielt, schließlich bin ich so zusagen ganz frisch auf diesem Gebiet. Dafür war mein Ergebnis gut. Ich bin zufrieden und stolz auf das, was ich erreicht habe. Natürlich hätte ich gerne gewonnen, dazu tritt man ja schließlich an. Aber ich kann mich über die gewonnene Wette gegen Frank Oesterhelweg freuen. Ich habe gewettet, dass Stephan Weil neuer Ministerpräsident wird. Also, Wette gewonnen", freut sich Falk Hensel.

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Berthold Brücher. Foto: Grüne



Berthold Brücher, Landtagskandidat Die Grüne, Wahlkreis 9
"Wir haben uns über die rot-grüne-Mehrheit im Land natürlich sehr gefreut. Wir hoffen, dass man nun auch unsere "grüne Handschrift" im Landtag erkennen wird.
Für mich persönlich war es eine große Freude, dass die Ergebnisse im Wahlkreis über dem Landesdurchschnitt lagen. Das zeigt, dass wir ein solides Fundament haben und eine eigenständige Kraft sind. Darauf lässt sich bauen. So ein Ergebnis macht Mut für weitere Schritte."

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Portrait Björn Försterling. Foto: privat)



Björn Försterling, FDP-Landtagsabgeordneter:
"Das Ergebnis der FDP ist überraschend und erfreulich. Für mich persönlich natürlich ein gutes Ergebnis. Ärgerlich ist, dass wir die schwarz-gelbe-Mehrheit nur um ein Mandat verpasst haben. Ich sehe die ganze Wahl also mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber Opposition zu betreiben ist vielleicht auch mal nicht schlecht. Wenn das der Wunsch der Wähler ist, dann werden wir das die nächsten fünf Jahre nach besten Kräften so machen."

[image=5e17652b785549ede64ce1f6]Olaf Herde,FDP-Landtagskandidat, Wahlkreis 10:
"Ich freue mich über das nahezu berauschende Ergebnis der FDP. Und den "Neidhammeln" sei gesagt, dass wir unsere Stimmen nicht durch Leihgaben erhalten haben. Die Zweitstimme ist ein jeden Wählers Recht, das ist bei anderen Parteien auch nicht anders. Wir müssen mit dem Ergebnis nun leben und abwarten was in den nächsten fünf Jahren passiert. Für die rot-grünen ist es keine besonders glückliche Situation mit nur einem Mandat mehr zu gewinnen. Das Ergebnis für die CDU hatte ich stärker und klarer erhofft und auch vermutet."

[image=5e1764b2785549ede64cca25]Victor Perli, Landtagkandidat Die Linke, Wahlkreis 9:
"Es ist sehr enttäuschend, dass wir aus dem Landtag ausgeschieden sind. Mit dem Ergebnis in Wolfenbüttel bin ich sehr unzufrieden, obwohl wir über dem Landesdurchschnitt liegen. Das ist ein kleiner Wermutstropfen. Wir sind eine junge Partei und warten nun erst einmal ab, was die Bundestagswahlen ergeben."

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Berndt Roick Profilbild ( Foto: privat)



Berndt Roick, Landtagskandidat Die Linke, Wahlkreis 10:
"Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis für uns. Es ist sehr schade, dass Die Linke nicht mehr in der Landesregierung vertreten ist. Aber wir müssen nun nach vorne schauen und unsere Partei aufrichten. Jetzt heisst es Fehler zu analysieren und uns zur Bundestagswahl zu stärken, damit wir wieder vorne dabei sind."







Sven Hagemann (Grüne), Uwe Sock (Freie Wähler) und Adolf Preuß (NPD) konnten wir leider nicht persönlich erreichen.


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