Wolfsburg. Die Stadt macht den nächsten Schritt beim Ganztag an Grundschulen. Eine neue Förderrichtlinie regelt künftig Ganztagsbetrieb, Ferienangebote und Qualitätsentwicklung – und schreibt fort, was die Stadt seit 2007 aufgebaut hat. Über die Vorlage entscheidet der Rat der Stadt Wolfsburg am 17. Juni. In Kraft treten soll die Richtlinie zum Schuljahr 2026/2027 – zeitgleich mit dem schrittweisen Start des bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Primarbereich. Wolfsburg kann diesen Rechtsanspruch bereits erfüllen, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt.
Die Richtlinie ist das Ergebnis eines anderthalbjährigen Beteiligungsprozesses, in dem Schulen, freie Träger und die Stadtverwaltung gemeinsam diskutiert, abgewogen und entwickelt haben. Sie ist Teil des kommunalen Rahmenkonzepts Mit Kindern für Kinder – Ganztag. Gemeinsam. Gestalten. und schafft erstmals einheitliche, transparente Rahmenbedingungen für alle Ganztagsgrundschulen in Wolfsburg. Zudem basiert sie auf einem modularen Aufbau: Gefördert werden der reguläre Ganztagsbetrieb, Spätbetreuungen, Ferienangebote, Inklusionsmaßnahmen sowie Projekte zur Qualitätsentwicklung. Berücksichtigt werden Personal-, Sach- und Verwaltungskosten der Ganztagsträger. Die Förderung erfolgt auf Antrag der kooperierenden Träger.
Herzstück der Richtlinie ist der Qualitätsanspruch: Vorgesehen sind regelmäßige Qualitätsdialoge zwischen Schulen, Trägern und Stadtverwaltung sowie verbindliche Zielvereinbarungen. Der Anteil pädagogischer Fachkräfte soll schrittweise steigen – bis 2033 strebt die Stadt eine Fachkraftquote von 100 Prozent an.
Planungssicherheit und Qualitätsentwicklung
„Wolfsburg hat früh auf den Ganztag gesetzt – und wir haben dabei viel gelernt. Diese Richtlinie baut auf fast zwanzig Jahren Erfahrung auf und gibt dem Ganztag jetzt den verlässlichen Rahmen, den Familien, Schulen und Träger brauchen. Dass Wolfsburg den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bereits erfüllen kann, ist kein Zufall – das ist das Ergebnis konsequenter kommunaler Bildungspolitik”, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. „Eine gute Richtlinie entsteht nicht am Schreibtisch – sie entsteht im Dialog. Anderthalb Jahre lang haben wir mit Schulen und freien Trägern um die richtigen Antworten gerungen. Das Ergebnis sind klare Standards, die von allen mitgetragen werden, und ein echter Qualitätsanspruch, der nicht aufhört, wenn ein Kind die Schule betritt und anfängt, wenn es den Nachmittag dort verbringt”, sagt Bildungsdezernentin Iris Bothe.
„Planungssicherheit und Qualitätsentwicklung – das sind die zwei Seiten dieser Richtlinie. Wer als Schule oder Träger weiß, woran man ist, kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: gute Angebote für Kinder”, erklärt Christoph Andacht, Geschäftsbereichsleiter Schule.
Schrittweise Umsetzung bis 2029
Die Richtlinie wird zunächst bis 2029 schrittweise umgesetzt. Geplant sind ein stadtweites Monitoring, gemeinsame Qualitätsstandards sowie zusätzliche Qualifizierungsangebote für pädagogisches Personal. Wolfsburg verbindet damit finanzielle Förderung dauerhaft mit dem Anspruch auf Qualität – und setzt fort, was 2007 begann.

