Wolfsburg. Anfang kommenden Jahres bekommt die Stadt Wolfsburg ein neues Lufthansa-Patenflugzeug. Wie die Fluggesellschaft auf Anfrage von regionalHeute.de mitteilte, handelt es sich dabei um eine hochmoderne Boeing 787-9 – auch bekannt als „Dreamliner“. Doch bevor die Maschine offiziell in den Liniendienst geht, absolviert sie derzeit in den USA ein wichtiges Testprogramm im Dienste der Nachhaltigkeit.
Bevor das Flugzeug mit der Registrierung D-ABQG in die Lufthansa-Flotte aufgenommen wird, stellt die Airline die fabrikneue Maschine dem Hersteller Boeing zur Verfügung. Im Rahmen des „boeing ecoDemonstrator Explorer Programms 2026“ wird die künftige „Wolfsburg“ in diesen Wochen im US-amerikanischen Glasgow (Montana) als fliegendes Testlabor genutzt.
Fliegendes Forschungslabor für leiseres und effizienteres Fliegen
Gemeinsam mit Lufthansa und dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce erprobt Boeing dort zwischen Mitte Juli und August neuartige Technologien. Der Schwerpunkt liegt auf einem verkürzten Triebwerkseinlauf (Short Inlet) sowie auf intelligenten Anflugkonzepten. Das Ziel der dreiwöchigen Testreihe ist es, die Treibstoffeffizienz weiter zu steigern und Fluglärm zu reduzieren.
Für die Testphase trägt die Maschine, die bereits in Lufthansa-Farben und mit dem Namen der Stadt Wolfsburg lackiert ist, ein temporäres Sonderdesign. Nach Abschluss der Tests wird sie wieder in den Originalzustand versetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen öffentlich zugänglich gemacht werden, um Innovationen in der gesamten Luftfahrtbranche voranzutreiben.
Sparsamer und leiser
Nach der Auslieferung an Lufthansa wird die Boeing 787-9 auf den weltweiten Langstrecken zum Einsatz kommen. Der Flugzeugtyp gilt als besonders effizient: Im Schnitt verbraucht der „Dreamliner“ rund 2,5 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometern. Das sind bis zu 40 Prozent weniger als der bei Lufthansa früher für Langstrecken eingesetzte Airbus A340.
Auch für Passagiere bietet das Flugzeug moderne Standards: Die Kabine ist deutlich leiser, verfügt über ein tageszeitgesteuertes Lichtsystem sowie extragroße Fenster, die sich auf Knopfdruck elektronisch dimmen lassen.
Tradition seit 1971
Wie Lufthansa gegenüber regionalHeute.de erläuterte, knüpft die neue Patenschaft an eine lange Tradition an. Wolfsburg gehört seit über 50 Jahren zum Kreis der Patenstädte der Airline. Das erste Flugzeug mit dem Namen der Stadt war eine Boeing 737, die am 8. Oktober 1971 in Hannover getauft wurde. Taufpatin war damals Luise Bork, die Ehefrau des damaligen Oberbürgermeisters Hugo Bork.
Seitdem trugen drei weitere Flugzeuge den Namen der Stadt weltweit, zuletzt eine Boeing 747-400. Seit deren Ausmusterung Ende 2025 fliegt derzeit kein Lufthansa-Flugzeug unter dem Namen Wolfsburg. Dies ändert sich nun mit der Auslieferung des neuen Dreamliners Anfang kommenden Jahres.
Flugzeugpatenschaften bestehen bei Lufthansa bereits seit 1960, als erstmals eine Boeing 707 auf den Namen „Berlin“ getauft wurde. Mittlerweile gibt es mehr als 300 dieser Vertretungen, die die Verbundenheit der Airline mit den verschiedenen Regionen Deutschlands ausdrücken sollen. Mit dem Schriftzug rechts neben der vorderen Eingangstür wird die neue Boeing 787-9 die Stadt Wolfsburg künftig wieder als fliegender Botschafter auf den internationalen Flugrouten vertreten.

