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Zusammengefasst: Die Meinungen zur IGS Schöppenstedt

von Nick Wenkel


Von „Erpressung" bis „Verunsicherung". Die Parteien nehmen eine klare Haltung ein. Foto: Jan Borner
Von „Erpressung" bis „Verunsicherung". Die Parteien nehmen eine klare Haltung ein. Foto: Jan Borner

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11.03.2017

Wolfenbüttel. Am kommenden Montag debattieren die Fraktionen in der Sitzung des Kreistages über die IGS Schöppenstedt. Was die jeweiligen Parteien über den potenziellen Schuldstandort sagen, fasst regionalHeute.de zusammen.



Seit einigen Wochen führen die anhaltenden Diskussionen um eine Integrierte Gesamtschule in Schöppenstedt zu Unmut vieler Eltern und Debatten unter den einzelnen Parteien. Am Montag, den 6. Februar, hatte die rot-grüne Kreistags-Fraktion gegenüber der Presse nochmals deutlich ihren Standpunkt vertreten (regionalHeute.de berichtete). Frank Oesterhelweg (CDU-Landtagsabgeordneter), Dietmar Fricke (CDU-Kreistagsabgeordneter) und Sarah Grabenhorst-Quidde (CDU-Landtagskandidatin) nahmen daraufhin am Mittwoch Stellung (die Stellungnahme findenSie hier). Es folgten weitere Statements von Regina Bollmeier, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Elm-Asse, sowie von der AfD.

SPD und Grüne klar für IGS


[image=5e176555785549ede64ce8db]Die rot-grüne Fraktion spricht sich deutlich für eine IGS Schöppenstedt und klar gegen eine Geschwisterregelung aus. Für sie spreche aus pädagogischer Sicht nichts für eine solche Regel. Ihnen war es in den vergangen Tagen wichtig nochmal an die Leute zu appellieren, nicht spekulieren zu dürfen. Wer sein Kind unbedingt auf eine IGS schicken möchte, müsseauf Nummer sicher gehen. Sofern sich keine 72 Schüler für denpotenziellen Standort in Schöppenstedt melden und in Wolfenbüttel bereits das Maximum an Plätzen erreicht ist, sei es möglich, dass die übrigen Schüler auf eine normale Real- oder Hauptschule gehen müssten. Die SPD und die Grünen bitten mit Blick auf den Kreiselternrat darum, dass sich Eltern nicht gegeneinander ausspielen und wirklich jede Meinung Gehör finde.

CDU beantragt neue Befragung


[image=5e1768ef785549ede64d5104]Die CDU wird am Montag eine neue Befragung der Eltern beantragen. Wie die Parteierklärte, stehen in ihren Anstrengungendie Wünsche der Eltern und Kinder klar im Vordergrund.Zwar sei eine Standortsicherung der Schöppenstedter Schule auch ein wichtiger Aspekt, doch es sei vor allem wichtig, dass die Familien alleine entscheiden können, wo die Kinder zur Schule gehen. Das Familienleben einiger Bürgerinnen und Bürger sei dahingehend ausgerichtet, dass die IGS in Wolfenbüttel besucht werden könne. Wie sie vernehmen konnten, sei niemand grundsätzlich gegen das Konzept einer Gesamtschule. Es würde aber den Tagesablauf und die bisherige Lebensausrichtung völlig durcheinander bringen, wenn die Kinder nach Schöppenstedt müssten. Durch den Appell der SPD und Grüne nicht spekulieren zu dürfen, fühlen sich, laut CDU, viele Eltern erpresst.Im Laufe des Prozesses wärendie möglichen Schülerzahlen immer wieder am Schwanken gewesen.

AfD: Eltern sollenKreistagssitzung beiwohnen


[image=5e176832785549ede64d405c]FürAfD zeige mitmittlerweile mehr als fünfzig Anrufe und E-Mails, wie groß die Besorgnis betroffener Eltern, Schülerinnen und Schülern ist. Auch sie berichten davon, dass die Anfragen von Eltern aus dem Bereich der ehemaligen Samtgemeinde Asse ausdrücken, dass man sich von den Plänen der SPD und Bündnis90/Die Grünen erpresst fühlt. Zu „erheblichem und verständlichem Unmut" der Betroffenen führe außerdem die Geschwister-Regelung.Dass die Landrätin Frau Steinbrügge und die Samtgemeindebürgermeisterin Frau Bollmeier diese Regelung befürworten und dass offenbar politische Intensionen über das Wohl der Familien gestellt wird, stößt weiterhin auf Unverständnis der AfD. DieKreistagsfraktion und auch die AfD-Fraktion im Rat der Stadt weißt darauf hin, dass alle betroffenen Eltern der Kreistagsitzung am Montag beiwohnen sollten, denn nur durch ein engagiertes Auftreten könnten Eltern zeigen, was sie von dieser Art Bevormundung halten und können den Entscheidungsprozess „live“ verfolgen.

Regina Bollmeier möchte Standortsichern


[image=5e176c71785549ede64d9a00]Für Regina Bollmeier, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Elm-Asse nahmen die Reaktionen immer skurrilere Formen an, dass es schon schwer fällt, hier die notwendige Sachlichkeit darzustellen. Insbesondere die Vernachlässigung des Standortes Schöppenstedt seien in dieser Form für sie nicht hinzunehmen. Die Entwicklung einer Gemeinde sei wesentlich von einer intakten und gut funktionieren Infrastruktur abhängig. Und dazu gehören für Bollmeier auch Schulen. Sie findet, dass die Diskussion über eine IGS in Schöppenstedt sehr negativ dargestellt, heftig emotional befeuert und parteipolitisch ausgenutzt wird. Zwar könne siees gut verstehen und auch nachempfinden, dass bei grundlegenden Veränderungen im Schulbereich bei Eltern Verunsicherungen und Bedenken entstehen. In ihrer langjährigen politischen Arbeit habe sie dabei aber immer das Ganze im Blick gehabt und nie das Ziel verloren. Für die Entwicklung der Samtgemeinde sei es katastrophal, wenn man leichtfertig bestehende Infrastrukturen zu Grunde gehen lässt.



https://regionalwolfenbuettel.de/cdu-will-neue-elternbefragung-zur-igs/

https://regionalheute.de/spd-und-gruene-lehnen-geschwisterregelung-ab/

https://regionalheute.de/bollmeier-reaktionen-auf-igs-nehmen-skurrile-formen-an/


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