Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg: Experten bergen 250-Kilo-Fliegerbombe

Wegen des Fundes einer 250-Kilo-Fliegerbombe nahe Leiferde mussten am Freitag rund 4.000 Braunschweiger ihre Häuser verlassen. Am frühen Nachmittag konnten die Einsatzkräfte den Blindgänger bergen und Entwarnung geben.

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Eine 250-Kilo-Fliegerbombe wurde bei Leiferde geborgen.
Eine 250-Kilo-Fliegerbombe wurde bei Leiferde geborgen. | Foto: @fotobully

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Braunschweig. Mehr als 4.000 Braunschweiger mussten am heutigen Freitag ihre Häuser verlassen. Der Grund für die Maßnahmen im Südosten der Stadt war eine Fliegerbombe im Erdreich, die im Laufe des Vormittags unter hohen Sicherheitsvorkehrungen geborgen werden musste.



Über die Auswertung historischer Luftbilder hatte man das Areal nordöstlich von Leiferde bereits im Vorfeld ins Visier genommen. Bereits im August gab es bei ersten Sondierungen vor Ort den konkreten Verdacht auf einen Blindgänger. Als eine beauftragte Spezialfirma das Gelände schließlich mit Magnetik-Sonden genauer untersuchte, stießen die Experten auf drei Verdachtspunkte – wovon sich einer als der gesuchte Blindgänger erwies.

Gebiet wurde geräumt


Das Gebiet wurde großräumig abgesperrt.
Das Gebiet wurde großräumig abgesperrt. Foto: @fotobully


Für den Einsatz mussten ab 8 Uhr morgens die Anwohner aus Leiferde, Stöckheim und Teilen Rüningens ihre Häuser verlassen. Das Gebiet wurde großräumig von Polizei und Feuerwehr abgesperrt. Insgesamt gab es mehr als 30 Sperrpunkte. Als Sammelunterkunft diente die Aula der Grund- und Hauptschule Rüningen, zudem lud der Braunschweiger Zoo betroffene Anwohner zu einem kostenlosen Besuch ein. Für Verzögerungen gesorgt hatten am Vormittag Störungen durch einige Personen im Gebiet. Erst um etwa 11.50 Uhr konnten die Entschärfungsmaßnahmen schließlich beginnen.


Bombe wurde geborgen


Sprengmeister Robin Oelke neben der Bombe.
Sprengmeister Robin Oelke neben der Bombe. Foto: @fotobully


Knapp zwei Stunden nach Beginn der Maßnahme konnte das Räumteam den Einsatz erfolgreich beenden. Um 13:30 Uhr gaben die Behörden Entwarnung. Die Sperrungen wurden direkt aufgehoben, sodass die Anwohner zurückkehren konnten.

500-Pfund-Sprengbombe gefunden


Die Fliegerbombe hatte keinen Zünder mehr.
Die Fliegerbombe hatte keinen Zünder mehr. Foto: @fotobully


Wie Sprengmeister Robin Oelke im Nachgang ausführlich erläuterte, handelte es sich bei dem Fundobjekt um eine US-amerikanische 500-Pfund-Sprengbombe. Das Objekt steckte senkrecht im Erdreich. Die Spitze befand sich in etwa 1,80 Metern Tiefe, während das hintere Ende bis auf rund 2,60 Meter hinabreichte.

Erst bei der Freilegung offenbarte sich der ungewöhnliche Zustand der Bombe. Im vorderen Bereich war das Objekt lediglich mit einer Kopfschraube versehen und besaß dort keinen Zünder. Im hinteren Bereich, wo sich normalerweise ein Zünder befinden sollte, habe dieser ebenfalls gefehlt. Ursache hierfür sei ein seitlicher Aufschlag beim Abwurf. Der Körper der Bombe sei durch die Wucht des Aufpralls stark verformt worden, wodurch der Bombenboden samt Zünder komplett aus dem Gehäuse herausgetrieben wurde – ohne dass die Bombe dabei detonierte oder explodierte, erklärt Oelke.

Kein Zünder mehr vorhanden


Das Team rund um Robin Oelke von der Kampfmittelräumung.
Das Team rund um Robin Oelke von der Kampfmittelräumung. Foto: @fotobully


Das 8-köpfige Team entschied sich daraufhin, die Bombe aus dem Erdreich zu entfernen und die Fundstelle im Anschluss noch einmal gezielt mit einer Sonde abzusuchen. Fündig wurden die Einsatzkräfte dabei jedoch nicht. Der herausgetriebene Bombenboden konnte im Umfeld nicht mehr aufgespürt werden. Da die eigentliche Übertragungsladung an der geborgenen Bombe verblieben war, vermuten die Experten, dass der abgeplatzte Bombenboden mitsamt dem Zünder damals bereits von Bauarbeitern oder Soldaten vor Ort entfernt worden war.

Dadurch war die Bombe in diesem Zustand eigentlich gar nicht mehr sprengkräftig oder zündfähig. Dennoch betont Oelke, der seit rund zehn Jahren als Fachmann im Kampfmittelbeseitigungsdienst tätig ist, dass die großräumige Evakuierung alternativlos war. Welcher Zustand einen unter der Erde genau erwartet, lässt sich von oben vorab nie mit Sicherheit sagen. Die Bombe wird nun zur Entsorgung nach Munster transportiert.