Braunschweiger Jugendbuchpreis: Autor ist Stadt seit Jahren schon verbunden

Christian Linker erhält den mit 8.000 Euro dotierten Friedrich-Gerstäcker-Preis der Stadt Braunschweig.

Christian Linker erhält den Friedrich-Gerstäcker-Preis der Stadt Braunschweig.
Christian Linker erhält den Friedrich-Gerstäcker-Preis der Stadt Braunschweig. | Foto: Barbara Dünkelmann

Braunschweig. Der Autor Christian Linker wird für sein Buch "Wenn die Welt unsere wäre" mit dem mit 8.000 Euro dotierten Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur der Stadt Braunschweig ausgezeichnet, wie die Stadt jetzt in einer Pressemitteilung verkündet.



Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ist der älteste Jugendbuchpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde 1947 zum Andenken an den Braunschweiger Weltreisenden und Schriftsteller Friedrich Gerstäcker (1816–1872) gestiftet. Mit dem Preis würdigt die Stadt alle zwei Jahre ein in deutscher Sprache verfasstes Werk eines Schriftstellers. Die Auszeichnung ehrt Literatur, die jungen Menschen in sprachlich anspruchsvoller Form das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten nahebringt und Gedanken von Toleranz, Weltoffenheit sowie gesellschaftlicher Verantwortung vermittelt.

Autor leistet wichtigen Beitrag zur Leseförderung


"Mit Christian Linker wird ein Jugendbuchautor ausgezeichnet, der unserer Stadt seit Jahren verbunden ist. Durch sein Mitwirken an der Braunschweiger Jugendbuchwoche und mit seinen Lesungen an Schulen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung. Dass er mit seinem Engagement junge Menschen unmittelbar zum Lesen anregt und für Literatur begeistert, entspricht in besonderer Weise dem Geist des Friedrich-Gerstäcker-Preises", sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum.

Die Begründung der Jury, die sich aus Fachleuten und Mitgliedern einer Jugendjury zusammensetzt, lautet: "Linker gelingt es auf geschickte Art und Weise die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Geschichten zu einem schlüssigen Ganzen zu verweben. Harald, der sich in den Wirren der Nachkriegszeit in einem Jugendverein zu engagieren beginnt, Jennifer, die in der DDR als IM die Kirchenkreise infiltriert, und Nadiem, der in der heutigen Zeit mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert wird.

Die Lesenden erhalten so auf eine authentische und lebendige Art und Weise Einblicke in die Lebensbedingungen der Nachkriegszeit, der DDR und des heutigen Deutschlands, ohne dass historische Informationen belehrend oder aufgezwungen wirken. Stattdessen fängt Linker die Atmosphäre der jeweiligen Zeit ein und lässt die Lesenden intensiv in die Geschichte eintauchen. Die Charaktere sind nahbar, in sich schlüssig und entwickeln eine eigene Stimme, mit der sie ihre Geschichten erzählen. Der gelungene gelegentliche Einsatz von lyrischen Elementen verleiht dem Text auch auf der erzählerischen Ebene Tiefe.

Auf vielschichtige Weise wird so der Bedeutung von Vielfalt und Demokratie sowie der Frage, wer und was Deutschland eigentlich ist, nachgegangen. Das Buch verdeutlicht die Komplexität der Themen, ohne sich jedoch in Nebenhandlungen zu verlaufen, und lässt Raum für eigene Gedanken und Diskussionen. Trotz oder gerade aufgrund der einfühlsamen Darstellungsweise, mit der ernste Themen angesprochen werden, ist "Wenn die Welt unsere wäre" vor allem ein Buch, das Hoffnung macht und zu eigenem Engagement aufruft."

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