Elterntaxis sorgen vor Grundschule für problematische Situationen

Die Schulstraße in Rautheim ist regelmäßig zu Schulbeginn und Schulschluss verstopft. Das sagen Polizei und Stadt.

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Um den Bring- und Abholverkehr von Schülern zu verbessern, gibt es mehrere Ansätze. Archivbild
Um den Bring- und Abholverkehr von Schülern zu verbessern, gibt es mehrere Ansätze. Archivbild | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Im Bereich der Grundschule Rautheim kommt es vermehrt zu Problemen durch sogenannte Elterntaxis. Die Schulstraße ist regelmäßig zu Schulbeginn und Schulschluss verstopft. regionalHeute.de fragte bei Stadt und Polizei nach, wie man die dortige Situation bewertet und welche Maßnahmen zur Beruhigung denkbar sind.



"Wir bewerten die Verkehrssituation vor der Grundschule Rautheim zu den typischen Hol- und Bringzeiten als unübersichtlich und damit problematisch", erklärt Polizeisprecher Sascha Repp. Ursache sei insbesondere ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in beide Richtungen bei gleichzeitig vielen – teils ordnungsgemäß, teils unzulässig – abgestellten Fahrzeugen.

Unsicherheiten für Kinder


Aufgrund der engen Fahrbahnsituation und des Begegnungsverkehrs müssten Fahrzeuge häufig anhalten. Für zu Fuß gehende Kinder entstünden dadurch Unsicherheiten, insbesondere beim Überqueren der Fahrbahn, da für sie oft nicht erkennbar sei, ob ein Fahrzeug gezielt anhält oder lediglich den Gegenverkehr passieren lässt.

Das erhöhte Verkehrsaufkommen führe zudem zu Stress, Lärm und insgesamt unübersichtlichen Situationen für alle Verkehrsteilnehmer – insbesondere jedoch für die Schulkinder. "Gefahren ließen sich deutlich reduzieren, wenn Eltern ihre Kinder nicht direkt vor der Schule absetzen, sondern beispielsweise vorhandene Hol- und Bringzonen im Umfeld nutzen. Dahingehend wurden vor rund vier Monaten mehrere Hinweise an unser Präventionsteam gegeben", betont Sascha Repp.

Verbesserungsvorschläge werden beraten


Doch welche weiteren Maßnahmen hält die Polizei für sinnvoll und durchführbar? "Im Fall der Grundschule Rautheim bestehen seitens der Polizei verschiedene Ansätze zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens", so Repp weiter. Gemeinsam mit weiteren Akteuren würden Anliegen und Verbesserungsvorschläge im Rahmen des „Runden Tisches sichere Schulwege“ beraten.

Dieses Gremium wurde vor einigen Jahren gegründet. Beteiligt sind unter anderem der Braunschweigische Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV), der ADAC Niedersachsen, das Regionale Landesamt für Schule und Bildung Braunschweig, der Stadtelternrat Braunschweig, die Verkehrswacht Braunschweig, die Stadt Braunschweig (Bildungsbüro sowie Fachbereich Tiefbau und Verkehr) sowie der Stadtschülerrat Braunschweig.

Sensibilisierung der Eltern


Darüber hinaus sei eine kontinuierliche Sensibilisierung der Eltern für die Gefahren durch Elterntaxis erforderlich. Dies könne beispielsweise durch Verkehrsunterricht und -aktionen in Schulen, Elternbriefe, Elternabende sowie begleitende Schulwegüberwachung durch die Polizei erfolgen, so Repp weiter.

Zudem sollten Eltern über die Vorteile eines selbstständig zurückgelegten Schulwegs informiert werden: "Kinder, die zu Fuß – allein oder in Begleitung von Mitschülerinnen und Mitschülern – zur Schule gehen, entwickeln mehr Selbstständigkeit, sammeln bereits vor Unterrichtsbeginn Bewegung und frische Luft, pflegen soziale Kontakte und erwerben wichtige Kompetenzen als Verkehrsteilnehmende", ist sich der Polizeisprecher sicher. Studien zeigten zudem, dass Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, in den ersten Unterrichtsstunden häufig aufmerksamer und konzentrierter seien.

"Nicht zuletzt trägt ein geringerer Bringverkehr unmittelbar zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Schulumfeld bei. Auch die Einrichtung von Hol- und Bringzonen im Nahbereich der Schulen kann eine sinnvolle Maßnahme zur Entlastung darstellen", erklärt Sascha Repp abschließend.

Das sagt die Stadt


Und was sagt die Stadt Braunschweig? "Die aktuellen Beschwerden sind der Stadt erst jüngst bekannt geworden. Daher ist ein Ortstermin vorgesehen, um die Situation zu überprüfen", erklärt Pressesprecher Adrian Foitzik. Danach werde sich der „Runde Tisch sichere Schulwege in Braunschweig“ dem Thema Hol- und Bringzonen an der Grundschule Rautheim annehmen und gemeinsam mit der Schule nach Möglichkeiten suchen, die Situation dort zu verbessern.

Unabhängig davon seien in den vergangenen Jahren bereits Veränderungen in Bezug auf die Verkehrsregelung angestoßen worden: So etwa eine Grenzmarkierung des Einmündungsbereichs Schulstraße / Weststraße, um das verkehrswidrige Parken zu unterbinden und das Queren an dieser Stelle zu erleichtern.

Eingeschränkte Haltverbotsschilder


Gleiches plane die Verwaltung auch im Bereich Schulstraße / Lehmweg, sobald die Witterung eine Markierung zulässt. "Auf der gesamten Südseite der Schulstraße wurde das dauerhafte Parken durch die Aufstellung von eingeschränkten Haltverbotsschildern unterbunden. Darüber hinaus wurden Tempo-30-Piktogramme aus beiden Fahrtrichtungen im Bereich der Schule aufgetragen", so Foitzik weiter.

Die Verwaltung sei im Rahmen des „Runden Tisches“ ansprechbar für Schulen, die Beratung im Bereich Schulwegsicherheit für ihre Schülerinnen und Schüler benötigen. "Daneben bedarf es auch pädagogischer Mobilitätskonzepte der Schulen, um die jeweilige Schulgemeinschaft ganzheitlich und langfristig für die Schulwegsicherheit zu sensibilisieren", betont der Pressesprecher.

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