Stadtbahn-Ausbau: Droht auch hier eine Kostensteigerung um Millionen Euro?

Nach dem Projekt Volkmarode soll dieses Strecke als nächstes gebaut werden. Das Schicksal eines Neubaugebiets hängt daran.

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Wann die Straßenbahn bis nach Rautheim fährt, ist weiterhin unklar (Symbolbild).
Wann die Straßenbahn bis nach Rautheim fährt, ist weiterhin unklar (Symbolbild). | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Es war ein Aufreger im Braunschweiger Osten: Die ursprünglich kalkulierten Kosten für den Ausbau der Straßenbahnstrecke in Volkmarode sind angestiegen – und zwar gleich um viele Millionen Euro. Zu den Plänen des künftigen Stadtbahnnetzes gehört auch – als nächste Etappe – der Ausbau von der Helmstedter Straße nach Rautheim. Werden auch dort die Kosten explodieren?



Für den Ausbau des Schienennetzes in den Osten von Volkmarode werden inzwischen etwa 58 Millionen Euro veranschlagt – das ging vor einigen Wochen aus dem 16. Kompaktbericht der Stadt hervor. Im Vergleich zu den Zahlen, die früher in solchen Berichten als geplante Kosten genannt wurden, stellt das eine gewaltige Steigerung dar. Es sind etwa 17 Millionen Euro mehr.

Auch die Kosten für die Straßenbahn nach Rautheim könnten steigen


Bündnis 90 / Die Grünen befürchteten, dass sich eine solche Entwicklung auch für die Strecke nach Rautheim abzeichnen könnte. Auf eine entsprechende Anfrage im Stadtbezirksrat, folgt jetzt die Antwort der Verwaltung als eine Mitteilung außerhalb von Sitzungen, womit die Stadt diese Sorgen aber nicht aus dem Weg räumen kann. Denn dort heißt es: "Grundsätzlich sind Kostensteigerungen bei den Investitionskosten auch für die Stadtbahnstrecke nach Rautheim nicht ausgeschlossen." Die Planzahlen würden fortlaufend gegenüber den Zuwendungsgebern von Bund und Land im Rahmen der jeweiligen Förderprogramme kommuniziert.

Für die komplett neue 3,5 Kilometer lange Bahn-Strecke von der Helmstedter Straße bis nach Rautheim war von Planungsbeginn an ohnehin eine größere Summe als die für den Streckenausbau in Volkmarode vorgesehen. Von 52,4 Millionen Euro war für das Rautheimer Projekt zuletzt die Rede. Ob daraus – analog zu Volkmarode – deutlich mehr werden wird, das wollte die Verwaltung jetzt also nicht ausschließen.

Baugebiet bleibt in Warteposition


Der Baubeginn der Strecke dürfte sich so oder so noch eine Weile hinziehen. Einst war von 2028 die Rede – ob diese Zeitschiene noch realistisch ist, dürfte aber längst fraglich sein. So lange verharrt daher wohl auch das mit 800 Wohneinheiten geplante Baugebiet Rautheim-Möncheberg, für das schon Baurecht geschaffen wurde, in der Warteposition.

Auch dazu äußert sich die Verwaltung jetzt quasi im selben Atemzug ebenfalls mit einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen. Demnach bleiben die Projekte Straßenbahn und Neubaugebiet vorerst miteinander verknüpft. Ein Beschluss des Verwaltungsausschusses sehe vor, dass die Ratsgremien über den Baubeginn entscheiden. "Damit kann der Rat der Stadt unabhängig von der Bauleitplanung sicherstellen, dass die Wohnnutzungen nicht vor der Stadtbahn fertiggestellt werden", heißt es in der Antwort der Verwaltung. Gleichwohl könne von dieser Zielsetzung auch noch abgewichen werden. Wie die Stadt weiter klarstellt, könne durch mehrheitlichen Beschluss des Rates ein Baubeginn für das Projekt Möncheberg neu formuliert werden.