Braunschweig. Die studentische Jury hat entschieden: Jetzt wurden die besten Lehrveranstaltungen der Technischen Universität Braunschweig mit dem TU‑Lehrpreis 2026 ausgezeichnet. In diesem Jahr reichten die Studierenden knapp 250 Nominierungen für 120 Lehrveranstaltungen des vergangenen Sommer- und Wintersemesters ein. Der Preis wurde in fünf Kategorien vergeben. Das berichtete die TU in einer Pressemitteilung.
Ausgezeichnete Lehre ist die Grundlage eines zukunftsweisenden Studiums. Doch sie lässt sich schwer von außen bewerten. An der TU Braunschweig haben deshalb auch die Studierenden die Möglichkeit zu entscheiden, welche Lehrveranstaltungen von Lehrenden und Studierenden besonders gut waren.
Der TU-Lehrpreis wird zum dritten Mal verliehen
Der TU Lehrpreis wird 2026 zum dritten Mal verliehen. „Wir wollen Menschen dazu befähigen, in unserer Welt etwas zu bewegen. Wie wichtig das ist, zeigen aktuelle Herausforderungen: KI, der Klimawandel und die politischen Konflikte. Gute Lehre stärkt Studierende darin, auch unter Unsicherheit verantwortungsvoll zu handeln.“ sagt TU-Präsidentin Professorin Angela Ittel. „Mit dem Lehrpreis würdigen wir die Menschen, die das möglich machen und unterstreichen den hohen Stellenwert hochqualitativer und moderner Lehre an unserer Universität.“
Für Professorin Stefanie Hartz, Vizepräsidentin für Lehrinnovation, zeigen die ausgezeichneten Veranstaltungen, was Lehre bewegen kann: Sie wecken Neugier, ermutigen zu eigenen Ideen und eröffnen Räume, in denen individuelle Stärken gefördert werden. Für Professor Knut Baumann, Vizepräsident für Studium, bringen die Studierenden mit ihrer Nominierung herausragender Lehrveranstaltungen eine entscheidende Perspektive ein, denn sie erleben täglich, welche Lehre Verständnis schafft, Begeisterung entfacht und ihnen das Vertrauen gibt, auch schwierige Aufgaben zu meistern.
Die Preisträger und Preisträgerinnen im Überblick
Beste Grundständige Lehre
Die Auszeichnung für beste grundständige Lehre erhielt die Vorlesung „Einführung Entrepreneurship“ von Professor Bastian Kindermann, Till Böckmann und Julia Hennig-Cardinal von Widdern vom Institute for Marketing and Innovation.
Die Studierenden schätzten die Veranstaltung als besonders interaktiv und praxisnah. Anstatt eine theoretische Klausur zu schreiben, erstellten sie einen eigenen Businessplan und präsentierten ihre Gründungsideen in Form von Pitches. „Die Veranstaltung ist mir besonders positiv in Erinnerung geblieben, weil fachliche Qualität, gute Organisation und eine motivierende Atmosphäre sehr gut miteinander verbunden wurden,“ heißt es in einer Nominierung.
Beste Vorlesung
Gleich 24-mal wurde die Vorlesung „KI in der Wirtschaft: Grundlagen und Anwendungsfelder“ von Professor Frederik Möller, Ahmad Iqbal Bin Mohd Shahir Shamsir und Jenny Neumann der Abteilung Data-Driven Enterprise vom Institut für Wirtschaftsinformatik nominiert – und von der studentischen Jury als beste Vorlesung geehrt.
Den Studierenden gefiel insbesondere die spielerische Art der Lehrenden, Theorie zu vermitteln. Durch Videoinhalte, Quizfragen und „Challenges“ schafften sie es, die Veranstaltung trotz der großen Teilnehmerzahl spannend zu gestalten. Gastvorträge zeigten, wie sich KI in echten Unternehmenskontexten einsetzen lässt. „Obwohl die Veranstaltung erst dieses Semester eingeführt wurde, gehört sie für mich zu den besten Veranstaltungen, die ich bisher besucht habe,“ lobt ein Nominierungstext.
Bestes Seminar
In der Kategorie „Bestes Seminar“ wählten die Studierenden das Blockseminar „Holocaust Education“ von Benedikt Einert vom Institut für Geschichtswissenschaft.
Dabei überzeugte die Studierenden insbesondere Einerts Kompetenz, das anspruchsvolle und sensible Themenfeld zu vermitteln. Die Perspektiven der Teilnehmenden wurden aktiv und differenziert diskutiert und in die Seminargestaltung mit einbezogen. „Die große Beliebtheit und die regelmäßig hohe Nachfrage nach seinen Seminaren spiegeln wider, wie sehr sein Engagement und seine Lehre geschätzt werden,“ begründet die Nominierung.
Beste Übung / Bestes Labor
Der Lehrpreis für „Beste Übung/Bestes Labor“ geht an Dr.-Ing. Naser Al Natsheh, vom Institut für Mechanik und Adaptronik für die Veranstaltung „Technische Mechanik 1 für Maschinenbauer“.
Die elf studentischen Nominierungen betonten Dr. Natshehs Talent, Erstsemester an die anspruchsvollen Inhalte der Technischen Mechanik heranzuführen. Praktische Beispiele und Experimente förderten das Verständnis des Stoffes. „Nach der Übung hatte ich stets das Gefühl, dass ich typische Aufgaben zu dem Thema problemlos lösen kann,“ so eine Nominierung.
Beste studentische Lehre
Der Gewinner des Lehrpreises in der Kategorie „Beste studentische Lehre“ ist Leon Alemann vom Institut für Angewandte Mechanik.
Sein Tutorium zu „Technische Mechanik 2“ punktete durch die ausführliche Vorbereitung und die klare Struktur. Zusätzlich zu den eigentlichen Materialien erstellte Alemann eigene Grafiken und Beispiele und bot außerdem freiwillige Vorbereitungsstunden vor der Klausur an. Von der Fachschaft heißt es dazu: „Viele Studierende sind der Meinung, dass sie ohne Leon Alemanns besondere Unterstützung und Motivation dieses sehr anspruchsvolle Fach nicht hätten erfolgreich abschließen können.“
Der Auswahlprozess
Die ausgezeichneten Lehrveranstaltungen wurden von Studierenden im vergangenen Winter- und Sommersemester besucht. Die Studierenden hatten das Nominierungsrecht und wählten die Preisträger*innen aus. Die Fachgruppen der sechs Fakultäten nominierten bis zu zehn Lehrveranstaltungen, aus denen eine zwölfköpfige studentische Jury die Gewinner*innen basierend auf Begründungen der Studierenden, Gutachten der Fachgruppen und Fachschaften sowie Evaluationsergebnissen auswählte. Entscheidende Kriterien waren Klarheit und Struktur der Lehre, angewandte Lehrmethoden, Einbindung der Studierenden, fachliche Kompetenz sowie soziale und ethische Verantwortung.

