Braunschweig. Naturnahe Flüsse und Flussverläufe sorgen für vielfältige und lebendige Lebensräume – nicht nur für den Menschen. In Städten stehen solche Gewässer oft vor besonderen Herausforderungen. In Braunschweig verfolgen verschiedene Akteure seit längerer Zeit das Ziel, die Schunter wieder natürlicher werden zu lassen. Diese Aktivitäten seien "Generationenaufgaben", hatte unlängst Bernd Hoppe-Dominik, Vorsteher des Wasserverbands Mittlere Oker, gesagt. Nun zeigt sich aber auch: Es geht sichtbar voran.
Das berichtet der Fachbereich Umwelt der Braunschweiger Stadtverwaltung in einer Mitteilung, die in den kommenden Tagen verschiedenen Stadtbezirksräten vorgelegt wird. Dabei geht es um Ergebnisse des Projekts „Urbane Fließgewässer – Förderung der aquatischen Biodiversität unter Einfluss urbaner Stressoren, des Gewässermanagements und des Klimawandels“. Dabei wurden Abschnitte der Schunter kartiert – und zwar mit Blick auf die Strukturgüte des Flusses. Diese sagt in etwa aus, wie sehr der Fluss einen naturnahen Verlauf nimmt.
Viele Abschnitte der Schunter im Stadtgebiet haben sich verbessert
Dabei habe sich der Erfolg der durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen und der reduzierten, bedarfsgerechten Unterhaltung gezeigt, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung. Diese habe die Schunter im gesamten Stadtgebiet entsprechend kartieren lassen. Dabei wurden die meisten Abschnitte mit der Güteklasse 2 oder 3 bewertet – hier und da gab es auch Einser und Vierer auf dieser Skala von 1 bis 5, wobei 1 einen besonders naturnahen Abschnitt bezeichnet.
Diese Bewertungen hätten gezeigt, dass sich die Strukturgüte der Schunter an vielen Stellen verbessert habe. Besonders positiv fielen dabei in den Abschnitten unterhalb Harxbüttel, Butterberg sowie Querum bis Dibbesdorf deutlich erkennbare eigendynamische Entwicklungsprozesse auf – wie zum Beispiel Erosionsspuren am Ufer oder Erhöhung der Dynamik und der Struktur- und Strömungsdiversität an Sturzbäumen. In diesen Dingen sei eine deutliche Veränderung im Vergleich zur vorherigen Kartierung 2018 sichtbar. Einige Prozesse seien durch das Winterhochwasser 2023/24 verstärkt worden. "Besonders stark fiel diese Entwicklung in der Renaturierungsstrecke Butterberg auf, was für den Erfolg der Maßnahmen spricht", heißt es in der Mitteilung.
Größere Defizite waren dagegen noch im teilweise sehr geradlinigen Verlauf mit eingetiefter Sohle und eher monotoner Durchströmung zu finden (Bereich Thune, Wenden, teilweise in den Abschnitten Querum und Dibbesdorf). Negativ wirkte sich dies in Kombination mit Rückstau oberhalb der Wehre in Wenden und der Frickenmühle aus, wo die Sohle die schlechteste Bewertung mit durchschnittlich Güteklasse 5 (stark beeinträchtigt) bekam.
Die Verwaltung nehme den Bericht zum Anlass, Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturgüte im Rückstaubereich der Wehre im Stadtgebiet zu prüfen oeder die Rückstaubereiche zu verkürzen. Aktuell stehen dort Maßnahmen an der Oker, oberhalb des Rüninger Wehres und des Ölper Wehres im Fokus, heißt es.
Auch am Rohrbruchgraben – einem Zulauf der Schunter östlich von Querum – habe es insgesamt eine positive Entwicklung der Strukturgüte gegeben. Dieser sei größtenteils mit 2 oder 3 bewertet worden.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden jährlich in Form eines Gewässergüteberichtes dokumentiert und veröffentlicht. Der aktuelle Bericht aus 2025 ist jetzt auf der Seite https://www.braunschweig.de/leben/umwelt/wasser/gewaesser/gewaesserguete.php
veröffentlicht worden.

