Faustball-WM: Gliesmaroder verwandelte Matchball gegen Brasilien




Braunschweig. Deutschland ist Faustball-Weltmeister! Und ein Gliesmaroder verwandelte den Matchball gegen Gastgeber Brasilien.

Die Rede ist von Merlin Sommer, der zum Nationalkader zählt. Seit seinem fünften Lebensjahr spielte er beim  SCE Gliesmarode. Im vergangenen Jahr wechselte er zum TK Hannover, um sich unter der Leitung des ehemaligen Bundestrainers Udo Schulz, der als Spieler selber dreimal Weltmeister wurde, weiter zu entwickeln. Neben den Hausaufgaben der Bundestrainer Roland Schubert (Berlin) und Hartmut Maus (Solingen), trainierte Merlin Sommer noch eigenständig Zusatzeinheiten. Belohnt wurde das mit dem Gewinn der Deutschen U18-Meisterschaft und dem Meistertitel in der 2.Bundesliga der Männer. Nun folgte die Krönung mit der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft. Einfach fantastisch, schwärmt sein ehemaliger Jugendtrainer beim SCE, Olly Beter, der ihn zur WM als Pressesprecher der deutschen Delegation begleiten durfte.

Als Silbermedaillengewinner bei der EM fuhren die deutschen Mannschaften, auch die weibliche U18 war dabei, nach Pomerode in Brasilien. Vier Tage reichten, um sich auf das Klima, die Zeitumstellung und die Bodenverhältnisse einzustellen. Dann eilte die deutsche Mannschaft von Sieg zu Sieg. An den drei Vorrunden-Spieltagen wurden nacheinander Namibia (3:0), die Schweiz (3:1), Brasilien (3:2), Argentinien (3:0), Österreich (3:2) und Chile (3:0) besiegt. Hochklassige Spiele lieferte sich Deutschland mit Brasilien und Österreich. Tolle Paraden auf beiden Seiten und mit allen Raffinessen, die der Faustballsport zu bieten hat.
Die ersten beiden Durchgänge gegen die Gastgeber hatten die deutschen Jungs gewonnen, dann kam Brasilien auf und glich zum 2:2 aus. Im Entscheidungssatz waren das deutsche Team wieder an der Reihe. Brasilien - Deutschland 2:3 (6:11, 9:11, 11:7, 11:9, 6:11). Gegen Österreich ging der erste Satz mit 11:5 an Deutschland, dann erkämpften sich die Österreicher die beiden nächsten Durchgänge mit 10:12 und 11:13. Mit dem klaren 11:4 im 4.Satz glich das deutsche Team aus. Nach einer fünf-minütigen Pause ging es in den Entscheidungssatz, der wiederum eng wurde. Am Ende (12:10) sprangen sich die deutschen Jungs in die Arme und feierten den vorzeitigen Finaleinzug.

Brasilien setzte sich im Halbfinale gegen die Österreicher durch. So kam es, dass Deutschland im Finale nicht nur gegen den Gegner auf dem Platz, sondern auch die riesige Kulissen an zu kämpfen hatte. Während in Europa noch üblich ist, ähnlich wie beim Tennis, während der Angabe Ruhe auf den Rängen einkehren zulassen, wird in Südamerika generell getrötet, getrommelt, gesungen und gekreischt. Doch Merlin Sommer ließ sich bei seinem Service nicht aus der Konzentration bringen. Er und seine deutschen Jungs spielten konsequent ihr Programm herunter. Brasilien hielt zwei Sätze lang gut mit. Nach dem Deutschland den ersten Satz mit 11:8 gewann, gelang den Südamerikanern in einem hochdramatischen zweiten Durchgang mit 13:15 der Ausgleich. Im 3. Satz passte beim deutschen Team beim 11:4 aber alles. Im 4. Satz war es zunächst wieder eng mit tollen Paraden auf beiden Seiten. Den ersten Matchball konnten die Brasilianer noch abwehren, doch als Merlin Sommer dann den Ball zum 11:8 durch die Brasilianischen Reihe schoss, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Zuvor hatten die deutschen Mädchen bereits ihr WM-Finale gegen Österreich mit 3:0 (11:9, 11:7, 11:7) gewonnen. Nun ist Deutschland Doppel-Weltmeister. „Die Stimmung nach den Endspielen war der absolute Wahnsinn. Wir haben alle gemeinsam getanzt und eine riesige Party gefeiert“, berichtet Jette Sommer, die ihren Bruder als Fan unterstützte. Auch für Merlin Sommer ist es ein „unvergessliches Erlebnis“. „Ich habe das alles noch gar nicht richtig realisiert, das wird wohl erst in den nächsten Tagen passieren“, so Sommer.


mehr News aus Braunschweig