Braunschweig. Der Glasfaserausbau, er schreitet auch in Braunschweig voran und soll Haushalte und Betriebe mit schnellerem Internet versorgen. Die dafür notwendigen Tiefbauarbeiten würden allerdings oftmals Spuren der Verwüstung auf den Gehwegen hinterlassen. Das hatten zumindest Kommunalpolitiker der Fraktionen der CDU und BIBS im Stadtbezirksrat Wabe-Schunter-Beberbach in einer Anfrage an die Verwaltung moniert. Wie schlimm ist das Problem und wie wird es behoben? Darauf hat die Stadtverwaltung jetzt geantwortet und konkrete Zahlen vorgelegt.
Die Stadtbezirksratsmitglieder hatten ein Beispiel aus Querum genannt, wo es nach dem Abschluss der von der Telekom durchgeführten Tiefbauarbeiten angeblich so aussah: "Die Platten und Steine sind locker, haben erhebliche Höhenunterschiede und nicht mal die vorherige Farbe wird eingehalten." Beschwerden bei der Telekom hätten nichts ergeben. Der Glasfaserausbau sei mit umfangreichen Tiefbauarbeiten im öffentlichen Verkehrsraum verbunden, bestätigt jetzt die Braunschweiger Stadtverwaltung in ihrer Antwort auf die Anfrage. Die Telekommunikationsunternehmen, die diese Tiefbauarbeiten durchführen lassen, seien auch dafür zuständig, die Flächen – also zum Beispiel Gehwege – wiederherzustellen. Dafür gelten einschlägige technische und rechtliche Anforderungen, teilt die Stadt mit.
Telekommunikationsunternehmen müssen Mängel im Gehweg beheben
Wie geht es also dann weiter, wenn trotzdem Schäden auf den Gehwegen festgestellt und reklamiert werden? Die Stadtverwaltung erklärt: "Die von der Stadt festgestellten Mängel werden gegenüber dem jeweiligen Telekommunikationsunternehmen beanstandet und in der Regel zeitnah beseitigt." In Einzelfällen seien allerdings durchaus mehrfache Nachbesserungen erforderlich.
In Gliesmarode, Querum und Riddagshausen wurden bislang rund 68 Kilometer Glasfasertrasse verlegt sowie etwa 1.700 Anschlussleitungen von der Haupttrasse zu den Grundstücken oder den Gebäuden hergestellt. Dadurch können mehr als 2.840 Haushalte versorgt werden, berichtet die Stadtverwaltung. Wie viele Bereiche nach diesen Arbeiten dort beanstandet worden seien, lasse sich nicht sagen, da die Verwaltung dies nicht stadtteilbezogen auswerte. Gleichwohl gibt es konkrete Zahlen für das gesamte Stadtgebiet – oder vielmehr eine Zahl: 1 Prozent. Das sei der Anteil der beanstandeten Teilbereiche an der gesamten Trassenlänge, heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus.
Stadt prüft, ob die Flächen wieder ordnungsgemäß hergestellt werden
Dass die Wege nach den Arbeiten wieder in einwandfreiem Zustand sind, prüfe die Stadt zudem systematisch. "Die Verwaltung verfolgt eine umfassende Strategie zur Qualitätssicherung der Glasfaserbaumaßnahmen. Hierzu gehören die Dokumentation des Ausgangszustandes vor Baubeginn, regelmäßige Baustellenkontrollen, Baubesprechungen, technische Abnahmen sowie die konsequente Einforderung von Nachbesserungen bei festgestellten Mängeln", teilt die Stadt mit. Klar sei aber auch: Die Telekommunikationsunternehmen stellen eben nur die Wege wieder her, die sie zuvor aufgebuddelt hatten, um die Glasfaserkabel zu verlegen. "Eine vollständige Erneuerung oder Verbesserung der gesamten Verkehrsfläche ist nach dem Telekommunikationsgesetz nicht Gegenstand der Maßnahme", stellt die Stadt klar.

