Kampagne gegen sexualisierte Gewalt in Braunschweiger Schwimmbädern

Die Stadtbad GmbH greift die Kampagne „Ich sag´s“ auf und setzt sie in ihren Bädern um.

Archivbild
Archivbild | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Die Braunschweiger Bäder sind kein Ort für sexuelle Belästigungen. Mit einer entsprechenden Kampagne will die Stadtbad GmbH nun für noch mehr Schutz und Sicherheit in ihren Einrichtungen sorgen. Das teilt die Stadtbad GmbH in einer Pressemitteilung mit.



Zusammen mit dem Kinderschutzbund Braunschweig, "Sichtbar. Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt e.V." sowie dem Präventionsteam der Polizei Braunschweig wurden dazu in den letzten Monaten unter anderem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbad GmbH geschult, die in ihrer Tätigkeit Kontakt zu Bade- und Saunagästen haben. Ziel war es, sowohl das Schwimmbad- und Saunapersonal aber auch die Kassen- und Reinigungskräfte stärker für sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren, damit sie entsprechende Situationen noch sicherer erkennen, bewerten und entsprechend behandeln können.

Keine hohen Fallzahlen


„Fest steht: Jeder Fall sexualisierter Gewalt ist einer zu viel“, erklärt Stadtbad-Geschäftsführer Tobias Groß. „Und auch wenn die Fallzahlen in den Braunschweiger Bädern in den letzten Jahren weder auf hohem Niveau waren, noch erkennbar zunehmen – jeder Fall kann bei den Gästen auch ein Gefühl der Verunsicherung hervorrufen, insbesondere, wenn auf Social Media oder in anderen Medien von Fakten abgewichen oder über Ereignisse spekuliert wird.“

Zwei der warnenden Darstellungen.
Zwei der warnenden Darstellungen. Foto: Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH


Aus diesem Grund sei es der Stadtbad GmbH neben der Sensibilisierung des eigenen Personals wichtig, auch ihre Gäste zu sensibilisieren. Unter dem Motto „Ich sag´s“ sind ab sofort in allen Bädern Plakate, Videospots, Flyer und weitere Werbemittel mit insgesamt sechs verschiedenen Motiven sichtbar, die in erster Linie Kinder und Jugendliche adressieren. Darauf soll deutlich gemacht werden, dass es nicht akzeptabel ist, wenn man beispielsweise im Schwimmbecken ohne Einverständnis angefasst oder in der Dusche oder Sauna angestarrt wird.

Zwei weitere Beispiele.
Zwei weitere Beispiele. Foto: Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH


„Hilfe holen ist kein Petzen“ heißt es auf den Werbemitteln. Damit solle zum Ausdruck kommen, dass es in Ordnung und durchaus gewünscht sei, dass solche Situationen dem Stadtbad-Personal geschildert werden. Nur so können eventuelle Vergehen auch erkannt, geahndet und bestenfalls für die Zukunft vermieden werden.

Mit den Motiven „Lästern“ und „Schubsen“ werden dabei zwei Themen mittransportiert, die im Kern nicht zwingend der sexualisierten Gewalt zuzuordnen sind. Diese Themen seien dennoch gewählt worden, weil auch hier Grenzen aufgezeigt werden sollen, durch die sich die Badegäste in den Bädern der Stadtbad GmbH wohler fühlen.

Ursprung in Köln


Die Kampagne „Ich sag´s“ wurde vor einigen Jahren durch die Bäderbetriebsgesellschaft in Köln ins Leben gerufen. Die Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH hat die Kampagnenidee für ihre eigenen Bäder lizenziert und adaptiert. Weitere Informationen rund um die Kampagne gegen sexualisierte Gewalt sind unter www.stadtbad-bs.de zu finden.

Themen zu diesem Artikel


Polizei