Luftfahrt der Zukunft: Standort Braunschweig präsentiert sich in Berlin

Beim Parlamentarischen Abend am gestrigen Donnerstag war auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zu Gast.

Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig; Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig; Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung; Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR und Neset Tükenmez, Vorstandsvorsitzender der Aerodata AG (v. li.).
Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig; Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig; Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung; Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR und Neset Tükenmez, Vorstandsvorsitzender der Aerodata AG (v. li.). | Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen

Braunschweig. Wie sieht die Luftfahrt der Zukunft aus? Wie kann sie nachhaltiger und klimafreundlicher werden? Wie verändert unbemannte Flugtechnik unsere Zukunft und welche Rolle spielen Drohnen in der zivilen Nutzung und beim Schutz kritischer Infrastruktur? Das waren einige der Themen, mit denen sich der Innovationsstandort Braunschweig beim Parlamentarischen Abend am gestrigen Donnerstag in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin vor über 200 geladenen Gästen präsentierte. Darüber berichtet die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung.



Im Zentrum dabei immer: Der Research Airport, ein europaweit einmaliges Cluster an Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen mit Schwerpunkt Mobilität, Luftfahrt und Energie. Neben zahlreichen Mitgliedern des Bundestags nahmen auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens an der von der Stadt Braunschweig und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH organisierten Veranstaltung teil.

Einblick in aktuelle Forschungen


Stellvertretend für die über 40 Institutionen und Unternehmen am Research Airport gaben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Technische Universität Braunschweig sowie die Aerodata AG, spezialisiert auf Systeme für Flugvermessung und luftgestützte Überwachung, Einblick in aktuelle Forschungen und Entwicklungen.

Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung, sprach ein Grußwort.
Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung, sprach ein Grußwort. Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen


Dabei wurde deutlich: Mit der Fortentwicklung unbemannter Luftfahrttechnologien werden sich die Einsatzgebiete für UAS (Unmanned Aircraft Systems) unterschiedlicher Größen in den kommenden Jahren noch einmal vervielfachen. Luftfahrttechnik wird deutlich agiler und flexibler, um noch mehr Aufgaben etwa in der Beobachtung und Aufklärung an Land und auf See, beim Frachttransport, aber auch im Bereich Sicherheit und Verteidigung zu übernehmen. Diese Entwicklung bietet nicht zuletzt große wirtschaftliche Chancen.

Research Airport europaweit renommiert


Der Standort Braunschweig bietet mit dem Research Airport ein bereits etabliertes und europaweit hoch renommiertes Mobilitätscluster, dessen enge Verzahnung von bedeutender Luftfahrtforschung und unternehmerischer Expertise in diesem Bereich hervorragende Bedingungen für innovative Entwicklungen bietet.

Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig spricht vor Gästen des Parlamentarischen Abends.
Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig spricht vor Gästen des Parlamentarischen Abends. Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen


Von diesem Innovationspotential zeugten die Präsentationen im Foyer der Niedersächsischen Landesvertretung. So präsentierte die TU Braunschweig mit „Clime“ ein skaliertes Modell eines der Referenzflugzeuge, die sie im Exzellenzcluster SE2A zur nachhaltigen Luftfahrt entwickelt hat. Mithilfe dieses Versuchsflugzeuges können Flugeigenschaften der neuartigen Konfiguration gemessen werden.

Wie zukünftige Triebwerke aussehen können, zeigten die TU-Wissenschaftler mit dem „INFRA“-Versuchsträger. Dieses Testrig wurde in Zusammenarbeit mit dem DLR speziell für den Zweck konstruiert und gebaut, um die für alle zukünftigen Antriebe extrem wichtige aerodynamische und aeroelastische Wechselwirkung zwischen dem Triebwerkseinlauf und dem rotierenden Fan experimentell untersuchen zu können.

Verkehrsflugzeug der Zukunft


Das DLR demonstrierte mit seinen Exponaten zu unbemannten Luftfahrtsystemen, dem Digitalen Tower sowie dem Verkehrsflugzeug der Zukunft, wie innovative Technologien die Luftfahrt von morgen prägen werden. Im Mittelpunkt standen dabei Lösungen für eine starke, wirtschaftliche, sichere und zugleich klimaverträgliche Luftfahrt – sowohl für zivile als auch für wehrtechnische Anwendungen.

Aerodata stellte mit der AeroForce X ein unbemanntes Luftfahrzeug für komplexe Aufklärungsmissionen vor. Das System gehört zur Klasse unbemannter Plattformen mit besonders langer Ausdauer und kann einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität leisten, da in dieser Kategorie bislang keine marktreife europäische Lösung verfügbar ist. Der erste Prototyp soll bereits im Herbst seinen Erstflug absolvieren.

Gruß der Minister


Zu Beginn des offiziellen Teils des Abends begrüßte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum die Gäste. Es folgten Grußworte von Boris Pistorius und Daniela Behrens. Die Eröffnungskeynote hielt Klaus-Peter Willsch, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Deutschen Bundestag, bevor mehrere Fachvorträge folgten.

Zunächst von Dr. Andreas Bierig, Kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik, zu „Unbemannte Systeme – Innovative Forschung für zivile und hoheitliche Anwendungen“, Prof. Dr. Jens Friedrichs, TU Braunschweig, Sprecher des Exzellenzclusters SE²A, zu „Luftverkehr – zukunftsfähig und nachhaltig“ sowie Neset Tükenmez, Vorstandsvorsitzender der Aerodata AG, zu „Luftgestützte Aufklärung mit modernster Technologie aus Deutschland: AeroForce X – die unbemannte Plattform der Zukunft“. Den Ausblick gaben in einer Gesprächsrunde Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, Neset Tükenmez sowie Dr. Thorsten Kornblum.