Rat stimmt für sechste IGS am Standort „Tunicagelände“

von Alexander Dontscheff


Der Bedarf an Plätzen an Braunschweiger Gesamtschulen ist groß. Daher soll nun eine weitere gebaut werden. Symbolfoto: regionalHeute.de
Der Bedarf an Plätzen an Braunschweiger Gesamtschulen ist groß. Daher soll nun eine weitere gebaut werden. Symbolfoto: regionalHeute.de Foto: André Ehlers

Braunschweig. Der Rat der Stadt Braunschweig hat sich in seiner Sitzung am heutigen Dienstag mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die neue, sechste Integrierte Gesamtschule am Standort „Tunicagelände“ errichtet wird. Die Verwal­tung wurde beauftragt, weitere Planungsschritte zur Realisierung des Projektes einzuleiten.


Zudem entschied sich der Rat mehrheitlich für eine sechszügige IGS im Sekundarbereich I (Klassen 5bis 10) mit geplanter gymnasialer Oberstufe (Klassen 11bis 13). Ein Primarbereich (Klassen 1bis 4) wird demnach nicht eingerichtet.

Dies kritisierte unter anderem Mathias Möller (FDP). Für seine Partei sei für den Beschluss im vergangenen Jahr zur Machbarkeitsstudie für eine sechste IGS der integrierte Primärbereich elementar gewesen. Das wäre ein innovatives Konzept gewesen, das auch zu einer besseren Durchmischung der Schüler geführt hätte. Wenn dies am Standort Tunicagelände nicht möglich sei, hätte dieser eigentlich gar nicht weiter untersucht werden dürfen. Der jetzige Beschlussvorschlag wirke wie der Versuch, die sechste IGS "auf Biegen und Brechen" durchzusetzen.

Schulbezirke müssten aufgelöst werden


Doch es gibtnicht nur räumliche Bedenken gegen die Integration des Primärbereichs. Laut Annegret Ihbe (SPD) müssten dafür die Schulbezirke aufgelöst werden, was zu einem großen Durcheinander führen würde.

Auch Dr. Elke Flake (Bündnis 90/Die Grünen) sprach angesichts des nun ausbleibenden Modellversuchs mit einer integrierten Primärstufe von einem "weinenden Auge" bei der Entscheidung für den Antrag. Letztlich sei ihr der "Spatz in der Hand" aber lieber als die "Taube auf dem Dach".

Kein ausgewogener Ausbau des Schulsystems


Vor der Entscheidung für die IGS war die CDU mit einem Antrag gescheitert, lieber die vorhandenen IGSsen zu erweitern und die übrigen Gelder in einen ausgewogenen Ausbau des Schulsystems in alle Schulformen zu stecken. Dem widersprach Christoph Bratmann (SPD): "Eine Erweiterung der bestehenden IGSsen kommt für uns nicht in Frage, da diese nach einem pädagogischen Cluster-Modell funktionieren, in das massiv eingegriffen werden und zudem Bautätigkeiten an allen Standorten bedeuten würde", so der Ratsherr und Landtagsabgeordnete. Die Schulleiter teilten diese Ansicht weitgehend.

Auch die Verwaltung hatte im Vorfeld den Antrag als nicht durchführbar bewertet. Anke Kaphammel (CDU) kritisierte daraufhin, die Verwaltung habe im Spannungsfeld zwischen "Wünschenswertem und Machbaren" zu wenig das Machbare geprüft. Man könne zum Beispiel auch die Haupt- und Realschulen für die Ganztagsbetreuung ausbauen, um sie attraktiver zu machen.

Schulanlage Schuntersiedlung als IGS Außenstelle?


Auch ein Änderungsantrag der AfD wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Ratsherr Stefan Wirtz hatte vorgeschlagen, die derzeit ungenutzten Kapazitäten der Schulanlage Schuntersiedlung als Außenstelle der "Sally-Perel-Gesamtschule" zu nutzen, um kurzfristig auf den großen Bedarf zu reagieren. Auf diesen Vorschlag wurde in der weiteren Diskussion nicht eingegangen.

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