Schüler wollen Braunschweig bunt erstrahlen lassen

von Robert Braumann


Erdeme Otgonpurev, Annika Thurow, Elena Luka Thiemann und Mahlet Ketena Wolde Georgis (von links) bei der Vorstellung einiger Kunstwerke. Fotos: Robert Braumann
Erdeme Otgonpurev, Annika Thurow, Elena Luka Thiemann und Mahlet Ketena Wolde Georgis (von links) bei der Vorstellung einiger Kunstwerke. Fotos: Robert Braumann



Braunschweig. Alte Fahrräder, Gummistiefel, Räder oder Radkappen – für viele Gegenstände, die auf den Müll wandern – für die 16 Schüler des Kunstgrundkurs des zwölften Jahrgangs des Gymnasiums Kleine Burg echte Schätze, die mit den richtigen Handgriffen die Leopoldstraße zum Strahlen bringen sollen. Mit dem Projekt "Wir verzaubern Braunschweig" sollen langweilige und dunkle Grautöne verschwinden.

Unter der Leitung ihrer Kunstlehrerin Annika Thurow haben sie sich im vergangenen Jahr an die Arbeit gemacht und mit viel persönlichen Engagement ihr Projekt Stück für Stückt entwickelt. So sind ganz individuelle Kunstwerke entstanden, die ab Mitte März auf dem Schulgelände der Außenstelle der Kleinen Burg und in der Leopoldstraße platziert werden sollen. Diese Verschönerungen bestehen aus umfunktionierten Blumentöpfen, Autoreifen, Jutebeuteln, Gummistiefeln oder Schuhen sowie Wäschekörben, Konservendosen und alten Kochtöpfen. Doch damit nicht genug, denn die Kunstgegenstände werden auch noch bepflanzt. Geplant sind verschiedene winterharte Pflanzen wie zum Beispiel Heidekraut, Efeu, Schneeglöckchen oder auch Kräuter. Dazu will man auch Blumenzwiebeln in die Erde bringen. Die Stadt hat den Schülern dazu erlaubt, die Pflanzinseln in der Straße für ihr Projekt mit zu nutzen und das Okay für die Gestaltung gegeben. Frank-Thomas Blume, Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Stadt Braunschweig, sagte bei der Präsentation der Arbeiten am Freitag: "Ich finde es ist ein wirklich tolles Projekt, was vielleicht auch andere Schulen und Stadtteile anregt mitzumachen und die Stadt ein wenig bunter zu machen." Matylda aus dem Kurs erzählt, dass alle ein paar Teile von Zuhause mitgebracht hätten und man noch ein paar Spenden erhalten habe.

Voller Einsatz der Schüler


Lehrerin Annika Thurow stellte daraufhin klar: "Ohne den absoluten Einsatz der Schüler wäre das nie so schön geworden. Sie haben hier wirklich Großartiges geleistet." Die Idee zu dem Projekt sei ein wenig vom Guerilla Gardening übernommen, damit wurde ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen als subtiles Mittel politischen Protests und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum bezeichnet. Dabei wurden anfänglich Samenbomben verwendet. Dies sind Kugeln aus Erde, Ton und Samen. Sie können dann ganz unauffällig platziert werden. Solche Kugeln haben die Schüler auch hergestellt, versprechen aber, dass sie nur legal an den abgesprochenen Plätzen aussäen wollen.

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Viele Gegenstände wurden einer neuen Bestimmung übergeben. Foto:



Sie machen in diesem Jahr ihr Abitur und wünschen sich, dass das Projekt in den kommenden Jahren weitergeführt wird. "Das ist schon unser Ziel, vielleicht schaffen wir es irgendwann einen Weg vom Außengelände der Kleinen Burg bis zum Hauptgebäude in der Innenstadt zu bestücken. In jedem Fall ist angedacht, dass wir mit verschiedenen Klassen immer wieder etwas für die Verschönerung im Außenbereich tun werden", so Thurow. "Außerdem hoffen wir auf die Mithilfe der Braunschweiger Bürger, die eventuell eine Patenschaft mit Pflanzen und Gießkannen eingehen, die Pflanzen pflegen und gießen und auch die Kräuter abernten."



Sorge vor Vandalismus?


Ob man Angst habe, dass die Verschönerungen in der Nähe der "Partymeile" von Betrunkenen zerstört werden würden? Schülerin Lisane sagt: "Natürlich haben wir diese Sorge. Wir hoffen aber, dass wir durch den Gang an die Öffentlichkeit ein Bewusstsein bei den Menschen schaffen. Vielleicht machen sich die Leute dann eher einen Kopf darüber. Wir können nur an die Vernunft appellieren, dass so etwas nicht gemacht wird." Blume sagte: "Seien Sie bitte nicht zu enttäuscht, sollte so etwas doch passieren, sondern bleiben sie am Ball und richten es wieder her, dass führt meistens dazu, dass man die Dinge in Ruhe lässt." Für die Weiterführung des Projekts wünschen sich die Schüler noch Unterstützung in Form von Spenden. Man habe schon Firmen angeschrieben, da man noch Pflanzen bräuchte und auch Gebrauchsgegenstände werden noch gesucht. "Es geht uns nicht um Geld, natürlich nehmen wir das auch, aber mit materiellen Sachen wäre uns sehr geholfen", starten die Schüler ihren Aufruf. Wer sich beteiligen möchte, kann sich an Annika Thurow oder das Sekretariat der Schule wenden. Email: annika.thurow@kleineburg.de Telefon: 0531/ 470-2414



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