Region. Was aussieht wie ein gewöhnliches Lebensmittel, kann unter Umständen ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen. Immer wieder warnen Behörden vor sogenannten Potenzhonigen oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln, in denen verschreibungspflichtige Wirkstoffe nachgewiesen werden, ohne dass diese auf der Verpackung angegeben sind. Erst kürzlich wurden größere Mengen "Potenzhonig" vom Zoll aus dem Verkehr gezogen.
Wie die Polizei Braunschweig berichtet, stellte der Zoll in der vergangenen Woche bei der Kontrolle eines Kleintransporters eines 38-Jährigen auf der Autobahnraststätte Lappwald rund drei Kilogramm Potenzhonig sicher. Die Beamten beschlagnahmten die Ware und leiteten ein Ermittlungsverfahren ein. Neben den möglichen Gesundheitsgefahren sei der Handel mit solchen Produkten auch rechtlich problematisch und stelle einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz dar. Daher wurde auch die Autobahnpolizei hinzugerufen.
Potenzmittel in Schokolade und Co.
In den vergangenen Monaten wurden bundesweit mehrfach Mitteilungen veröffentlicht, in denen vor verschiedenen Produkten gewarnt wird, weil der verschreibungspflichtige Wirkstoff Sildenafil nachgewiesen wurde, obwohl dieser nicht auf der Verpackung angegeben war. Es handelt sich zumeist um Schokolade, Nahrungsergänzungsmittel, Getränke, Pasten oder eben Honig. Meist stammen die Produkte aus der Türkei.
Gesundheitsrisiko für Verbraucher
Wer ein solches Produkt kauft, geht in der Regel davon aus, ein gewöhnliches Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren. Enthält das Produkt jedoch nicht deklarierte Arzneistoffe, nehmen Verbraucher ein Medikament ein, ohne dies zu wissen. Angaben zur Dosierung, zu möglichen Nebenwirkungen oder zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten fehlen.
Gerade für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder für Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, kann dies gefährlich werden. Da die Wirkstoffe nicht deklariert sind, können Käufer das Risiko vor dem Verzehr nicht einschätzen.
Verbraucherschützer raten deshalb dazu, insbesondere bei Produkten mit außergewöhnlichen Wirkversprechen oder unbekannter Herkunft vorsichtig zu sein. Werden Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit einer schnellen oder besonders starken potenzsteigernden Wirkung beworben, sollten Verbraucher skeptisch werden. Wer vermutet, ein betroffenes Produkt gekauft zu haben, sollte die Warnhinweise der Lebensmittelüberwachungsbehörden beachten und das Produkt nicht weiter verwenden.

