Chemiebranche für bundesweite Lockerung des Lkw-Sonntagsfahrverbots

Der Chemieverband VCI fordert angesichts des Niedrigwassers auf wichtigen Wasserstraßen eine rasche und bundesweit einheitliche Lockerung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen.

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LKW (Archiv)
LKW (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Berlin. Der Chemieverband VCI fordert angesichts des Niedrigwassers auf wichtigen Wasserstraßen eine rasche und bundesweit einheitliche Lockerung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen. "Alle Bundesländer sollten das Sonntagsfahrverbot aufheben", sagt der VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup dem Nachrichtenmagazin Focus. Ein "Flickenteppich hilft niemandem".


Nach einer aktuellen Übersicht des VCI haben bislang acht Länder das bestehende Sonntagsfahrverbot vorübergehend gelockert (Stand: 11. August): Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Das Niedrigwasser am Rhein sowie weiteren Wasserstraßen setzt Logistik und Lieferketten "massiv unter Druck", so Große Entrup. "Was zunächst wie ein Transportproblem aussieht, kann schnell zu einem Produktionsproblem werden." Das Risiko von Produktionseinschränkungen sei inzwischen "groß". Dies gelte insbesondere für Basis-Chemikalien und Grundstoffe wie Methanol und Benzol oder Flüssiggase wie Butan, Propan und Ammoniak, die mit Binnenschiffen transportiert würden.

Neben der bundesweiten Lockerung beim Sonntagsfahrverbot seien noch weitere Schritte nötig, sagte Große Entrup. So müssten Not-Umladestellen freigegeben und das zulässige Gesamtgewicht für Lkw vorübergehend von 40 auf 44 Tonnen angehoben werden. Außerdem müsse der Güterverkehr auf der Schiene kurzfristig Vorrang vor dem Personenverkehr erhalten und die bestehenden Betriebszeiten von Schleusen ausgeweitet werden. An wichtigen Kanälen müssten die Leitstellen "kurzfristig 24/7" besetzt sein, sagte Große Entrup dem Focus.