Corona: Ärzte kritisieren Aus der Isolations- und Maskenpflicht

Der Marburger Bund appelliert: Wer krank ist, sollte zuhause bleiben.

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Symbolfoto Foto: Pixabay

Niedersachsen. Auch nach dem Ende der Isolationspflicht in Niedersachsen ab Februar sollten Erkrankte zuhause bleiben, fordert der Marburger Bund. Die Ärztevereinigung warnt vor einem sorglosen Umgang mit dem Virus, der den Schutz von Risikogruppen und medizinischem Personal sowie die Belastung der Krankenhäuser ignoriere. Das teilt der Marburger Bund Niedersachsen in einem Presse-Statement mit.



„Wir hätten uns gewünscht, dass Niedersachsen die Absonderungsverordnung zumindest bis zum Frühjahr fortschreibt, um sicherer durch den Winter zu kommen. Nach wie vor gilt: Wer sich mit COVID-19 infiziert, sollte sich zuhause bestmöglich isolieren“, betont Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Nur so verhindern wir eine anhaltende Zirkulation des Virus, Erkrankungen mit Langzeitfolgen, Personalausfälle und neue Mutationen.“

"Falsch verstandene Solidarität"


„Insbesondere im Krankenhaus ist es keine Option, infiziert zur Arbeit zu gehen“, macht Wollenberg deutlich: „Das wäre falsch verstandene Solidarität gegenüber den Kollegen und ihrer Arbeitsbelastung und brächte sowohl Mitarbeitende als auch die Patienten in Gefahr.“

Der Zweite Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Andreas Hammerschmidt, beklagt: „Der Frust unter den Kollegen in den Krankenhäusern ist groß. Das Gesundheitswesen steht sehr wohl unter anhaltender Belastung, auch wenn die Zahl der COVID-Patienten momentan nicht so hoch ist wie zeitweise befürchtet. Die Kollegen arbeiten dennoch seit drei Jahren unter extrem hohem Druck, ohne dass dies von der Politik ernst genommen wird. Viele haben seit Beginn der Pandemie Konsequenzen gezogen und gekündigt. Die Personalsituation verschärft sich immer weiter und schadet der medizinischen Versorgung.“

Maske und regelmäßiges Lüften


Hammerschmidt macht deutlich: „Wir warnen davor, jede Woche über 1.000 Corona-Tote deutschlandweit als das neue Normal zu akzeptieren. In den letzten drei Jahren sollten wir alle gelernt haben, dass sich mit einfachen Schutzmaßnahmen wie dem Tragen einer Maske und regelmäßigem Lüften viele Infektionen verhindern lassen. Deswegen hätten wir uns eine Verlängerung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zumindest bis ins Frühjahr gewünscht.“

Nach wie vor gilt: Wer eine Maske trägt, schützt nicht nur sich, sondern auch andere – insbesondere diejenigen, die sich gar nicht oder nur bedingt selbst schützen können, wie kleine Kindern oder Risikopatienten. „Wir bitten die Menschen in Niedersachsen, sich und andere weiterhin selbst zu schützen. Wer im Krankenhaus behandelt werden muss, hofft zurecht darauf, dort gut versorgt zu werden. Das geht nur, wenn wir den permanenten Druck auf die Beschäftigten endlich reduzieren”, appelliert Hans Martin Wollenberg.


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