Königslutter. Die Stadt reagiert auf die seit längerer Zeit bestehende Problematik des Schwerlast-Durchgangsverkehrs in der Altstadt. Nach einer gemeinsamen Bewertung der Verkehrssituation durch die Stadt Königslutter am Elm, die Polizei und die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Helmstedt hat der Landkreis nun die entsprechende verkehrsbehördliche Anordnung erlassen. Die für die Umsetzung erforderlichen Verkehrszeichen seien bereits bestellt – die Aufstellung soll kurzfristig nach deren Eintreffen erfolgen, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
Hintergrund seien wiederkehrende Probleme insbesondere bei Staulagen und Verkehrsstörungen auf der B1 sowie den Autobahnen A2 und A39. Navigationssysteme würden den Ausweichverkehr teilweise durch die Königslutteraner Altstadt führen. Dabei würden auch Sattelzüge, Autotransporter und andere schwere Nutzfahrzeuge Straßen nutzen, die aufgrund ihrer Breite, Kurvenradien und Bebauung für einen solchen Verkehr nicht ausgelegt seien. Die Stadt habe zuletzt Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu etwa 40 Tonnen auf diesen Strecken dokumentiert.
Hier ist die Situation besonders angespannt
Besonders angespannt sei die Situation in der Renne. Dort ist die Fahrbahn abschnittsweise so schmal, dass Begegnungsverkehr zwischen schweren Nutzfahrzeugen und entgegenkommenden Fahrzeugen nur eingeschränkt oder teilweise gar nicht möglich sei. Autos müssten abbremsen, zurücksetzen oder auf Seitenbereiche ausweichen. Gleichzeitig würden historische Gebäude und Hauseingänge teilweise unmittelbar an die schmalen Gehwege heranreichen. Hinzu komme, dass der Bereich Kattreppeln/Renne Bestandteil eines ausgewiesenen Schulweges ist.
Mehr Verkehrssicherheit
Auch an anderen Stellen seien wiederholt problematische Situationen beobachtet worden. Im unteren Steinfeld sei es zu Blockaden durch sich begegnende schwere Nutzfahrzeuge gekommen. Im Bereich der Schöppenstedter Straße seien Kurvenradien und Verkehrsinseln nicht auf die regelmäßige Befahrung durch Sattelzüge ausgelegt. Baken, Poller und andere Verkehrseinrichtungen seien dort bereits mehrfach beschädigt worden. Der Landkreis Helmstedt teile die Einschätzung, dass die Straßen für den wiederkehrenden Schwerlast-Durchgangsverkehr nicht geeignet sind. In der Anordnung verweise die Straßenverkehrsbehörde unter anderem auf Verkehrsunfälle, Beschädigungen am Straßenbegleitgrün und auf Straßen, die baulich für diese Belastung nicht ausgelegt sind. Das angeordnete Verbot ist nach Bewertung des Landkreises geeignet, den Schwerlastverkehr zu verhindern beziehungsweise deutlich zu reduzieren und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Beschilderung an den Zufahrtsstraßen
Der Stadt sei es wichtig gewesen, nicht einfach irgendwo ein Lkw-Verbotsschild aufzustellen, sondern das Problem im gesamten betroffenen Straßennetz zu betrachten. Wenn ein 40-Tonnen-Sattelzug erst unmittelbar vor der Renne auf ein Verbot treffe, sei es zu spät. Dann stehe das Fahrzeug bereits mitten in der Altstadt und müsse wenden, rangieren oder sich eine andere Nebenstraße suchen. Deshalb werde das Verbot bereits an den relevanten Zufahrten ausgeschildert. Durch die Eingangsbeschilderung soll zugleich verhindert werden, dass sich der Schwerlastverkehr lediglich auf andere enge Nebenstraßen verlagert.
Diese Fahrzeuge sind betroffen
Künftig wird der Durchgangsverkehr für Nutzfahrzeuge einschließlich Anhängern ab 7,5 Tonnen in dem betroffenen innerstädtischen Bereich untersagt. Im besonders kritischen Bereich der Renne ist zudem eine zusätzliche Beschilderung vorgesehen. Wichtig sei der Stadt, zu betonen, dass es sich nicht um ein generelles Fahrverbot für sämtliche Fahrzeuge über 7,5 Tonnen handele. Die Regelung richte sich gezielt gegen den Durchgangsverkehr, der das innerstädtische Straßennetz als Abkürzungs- oder Ausweichstrecke nutzt. Notwendiger Verkehr mit örtlichem Bezug werde dadurch nicht in gleicher Weise erfasst. Die Erreichbarkeit von Grundstücken und Betrieben bleibe damit grundsätzlich gewährleistet.

