Hoher Besuch: Landwirtschaftsministerin im NABU-Artenschutzzentrum

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte informierte sich unter anderem über die Herausforderungen der Auffangstationen. Bei ihrem Besuch konnte sie auch die Auswilderung zweier Turmfalken begleiten.

v.l.n.r. Bärbel Rogoschik, Miriam Staudte & Sascha Polzin
v.l.n.r. Bärbel Rogoschik, Miriam Staudte & Sascha Polzin | Foto: NABU/Lamin Neffati

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Leiferde. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat im Rahmen ihrer Sommerreise das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde besucht. Gemeinsam mit der Leiterin Bärbel Rogoschik informierte sie sich über die Versorgung verletzter Wildtiere, die dauerhafte Unterbringung exotischer Tiere und die Herausforderungen für Auffangstationen. Ein besonderer Moment war die erfolgreiche Auswilderung von zwei Turmfalken, wie der NABU Niedersachsen in einer Pressemitteilung berichtet.



Staudte würdigte das große Engagement der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Ihre Arbeit erfordere viel Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und persönliche Hingabe. Das Zentrum leiste damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Tier- und Artenschutz in Niedersachsen.

Handlungsbedarf beim Internethandel


Bärbel Rogoschik machte deutlich, dass Tierheime und Auffangstationen zunehmend unter den Folgen des Internethandels mit lebenden Tieren litten. Sie sprach sich deshalb im Namen aller Auffangstationen für ein grundsätzliches Verbot aus. „Über das Internet können selbst Minderjährige Tiere bestellen, ohne dass geprüft wird, ob sie über die notwendige Sachkunde verfügen oder eine artgerechte Haltung gewährleisten können. Besonders problematisch ist das bei exotischen Tieren. Sie können nicht ausgewildert werden und bleiben deshalb häufig dauerhaft in den Auffangstationen. Wir brauchen verbindliche Halterführerscheine und deutlich höhere Hürden für den Erwerb und Besitz von Tieren“, betonte Rogoschik.

Staudte nahm die geschilderten Probleme und die hohen Aufnahmezahlen exotischer Tiere zur Kenntnis. Insbesondere der Internethandel mit lebenden Tieren müsse angegangen werden. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Tiere ohne ausreichende Beratung und Kontrolle erworben werden könnten und die Folgen später von Tierheimen und Auffangstationen getragen werden müssten.

Klare Regeln für invasive Arten


Handlungsbedarf sieht Rogoschik auch beim Umgang mit invasiven Tierarten wie der Buchstaben-Schmuckschildkröte. Das Artenschutzzentrum nehme solche Tiere auf, obwohl Zuständigkeiten und Finanzierung nicht ausreichend geregelt seien. Verbote einzelner Arten lösten das Problem nicht, da der Handel häufig auf andere Exoten ausweiche. Deshalb müsse der Handel mit exotischen Tieren insgesamt stärker reguliert werden.

Mehr Schutz für Insekten und Weißstörche


Mit Blick auf den Verlust der Artenvielfalt mahnt Rogoschik: „Der Verlust der Artenvielfalt und insbesondere der Rückgang der Insekten sind alarmierend. Wir brauchen deutlich mehr Blühflächen in der Landschaft, denn Insekten bilden die Grundlage ganzer Nahrungsketten und sind für heimische Tierarten unverzichtbar. Gleichzeitig müssen für den Einsatz von Rodentiziden strengere Voraussetzungen gelten. Weißstörche suchen wegen schwindender Feuchtgebiete zunehmend auf Mülldeponien nach Nahrung und können dort Giftstoffe aufnehmen. Deshalb bleibt auch die Beringung der Tiere wichtig, um Veränderungen ihres Verhaltens und mögliche Folgen der Schadstoffbelastung langfristig nachvollziehen zu können“.

Miriam Staudte wilderte die Turmfalken aus.
Miriam Staudte wilderte die Turmfalken aus. Foto: NABU/Sascha Polzin



Zwei Turmfalken kehren in die Freiheit zurück


Ein besonderer Moment des Besuchs war die Auswilderung von zwei Turmfalken, die Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte selbst in die Freiheit entließ. Die Rückkehr der Tiere in ihren natürlichen Lebensraum machte eindrucksvoll sichtbar, welches Ziel hinter der täglichen Arbeit des Artenschutzzentrums steht. Staudte betonte, jedes Tier, das nach fachkundiger Pflege wieder ausgewildert werden könne, sei ein Erfolg für den praktischen Artenschutz und ein Verdienst der engagierten Mitarbeiter.