Krippe in Gifhorn schließt mangels Bedarf - Gleichzeitig werden neue gebaut

Auf Anfrage von regionalHeute.de erklärt die Stadt, warum dies aus ihrer Sicht kein Widerspruch ist.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Gifhorn. Zunächst klingt es wie ein großer Widerspruch: Im Sommer wird eine Kinderbetreuungseinrichtung in der Stadt Gifhorn mangels Bedarf geschlossen, gleichzeitig werden derzeit zwei neue gebaut. Insgesamt gibt es im kommenden Betreuungsjahr noch reichlich freie Plätze. Auf Anfrage von regionalHeute.de erklärt die Verwaltung, warum dies aus ihrer Sicht kein Widerspruch ist.



"Die Krippengruppe der Kita Katharina-von-Bora wird wegen mangelnder Nachfrage zum 31. Juli 2026 geschlossen. Stadt und Träger arbeiten gemeinsam an einem Konzept für die Nachnutzung des Gebäudes", bestätigt Stadtsprecherin Annette Siemer zunächst das Aus der Einrichtung. Zur Frage, warum es an diesem Standort keinen ausreichenden Bedarf gegeben habe, hat die Stadt auch eine Antwort: "Die Kita Katharina von Bora wird ausschließlich als Krippe betrieben. Das bedeutet, dass es in dieser Einrichtung nicht die Möglichkeit einer Anschlussbetreuung in einer Kindergartengruppe gibt, sondern Kinder die Einrichtung zwangsläufig wechseln müssen. Das sehen viele Eltern als Nachteil an."

Es gibt noch freie Plätze


Die derzeitigen Zahlen für das kommende Betreuungsjahr deuten auch nicht auf eine große Versorgungslücke hin. "Es sind insgesamt 1.667 Kindergartenplätze vorhanden. Aktuell sind 1.447 Plätze besetzt, 38 Kinder stehen noch auf der Warteliste. Damit verfügen wir derzeit über 220 freie Plätze, das entspricht drei freien Plätzen je Gruppe", berichtet Annette Siemer. In den Krippen stünden 328 Krippenplätze zur Verfügung. 291 Plätze seien besetzt. Im Kitajahr 2026/27 seien also aktuell noch 37 Plätze frei und das entspreche 1,6 freien Plätzen je Gruppe.

Grundsätzlich bewertet die Stadt diese Situation positiv. "Im Gegensatz zu den Jahren zuvor, wo Kitaplätze knapp waren und wir längst nicht allen Eltern ein Betreuungsangebot machen konnten, sind wir dank der freien Kapazitäten jetzt in der glücklichen Lage, jedem Kind einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen", betont die Stadtsprecherin. So könne man Kindern, die noch auf der Warteliste für eine bestimmte Einrichtung stehen, eine Alternative anbieten. Und man könne Familien, die während des Kitajahres nach Gifhorn umziehen, sofort ein Angebot für einen Betreuungsplatz machen.

"Kinderzahlen in Gifhorn stabil"


Die aktuellen Überkapazitäten würden zudem die städtebaulichen Entwicklungen der vergangenen Jahre und damit den Zuzug von Familien in die neuen Baugebiete berücksichtigen. Davon abgesehen seien im Gegensatz zu anderen Städten die Kinderzahlen in Gifhorn stabil.

"Selbstverständlich beobachten wir sehr genau die Auslastung unserer Einrichtungen, auch unter den Gesichtspunkten Bedarfsentwicklung und Personaldeckung. Sollte eine nennenswerte Zahl von Plätzen über eine längere Zeit frei bleiben, werden wir sorgfältig prüfen, inwiefern geplante Investitionen in die Erweiterung tatsächlich notwendig sind", so Siemer. Dafür sei eine differenzierte Betrachtung notwendig, denn die Anzahl der freien Plätze verteile sich nicht auf alle Einrichtungen gleich. "Unser Ziel ist und bleibt, eine verlässliche Bildungsinfrastruktur sicherzustellen", betont Annette Siemer.

Das sind die Kosten


Die neuen Kita- und Krippeneinrichtungen, die derzeit in Neubokel und in der Bergstraße geplant und gebaut werden, gehören nach Ansicht der Stadt dazu. Der geplante Neubau in Neubokel sei ein Ersatzneubau für die derzeit dort bestehende Einrichtung. Für den Neubau seien rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Für den Bau der neuen Kita Hohe Düne auf dem ehemaligen Krankenhausgelände entstünden der Stadt keine Kosten, da der Investor die Einrichtung baue. Die jährlichen Kosten für den Betrieb von vier Gruppen seien mit 884.000 Euro kalkuliert.

Sowohl der Kita-Neubau in Neubokel, als auch die Kita im Baugebiet Hohe Düne seien vom Rat der Stadt mit Blick auf die städtebaulichen Entwicklungen beschlossen worden. "Die Kita im neuen Wohngebiet Hohe Düne soll ihren Betrieb sukzessive aufnehmen", so Siemer abschließend.

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