Gifhorn. Wenig Raum, veraltete Bedingungen: Für die Ortsfeuerwehr Wilsche ist ein moderneres und geräumigeres Feuerwehrhaus unabdingbar, erklärt die Stadt Gifhorn in einer Pressemitteilung. Das gelte erst recht, da Versicherungsanforderungen nicht mehr erfüllt würden und zwei neue Fahrzeuge angeschafft werden. Das Tanklöschfahrzeug 3000 und das Löschfahrzeug 10 würden nicht in die bestehende Fahrzeughalle passen. Wo also soll das neue Feuerwehrhaus hin? Die Stadtverwaltung hat jetzt eine Empfehlung ausgesprochen.
Nach Erhebung der Bedarfe sowie der Prüfung aller räumlichen und örtlichen Optionen in enger Zusammenarbeit mit der Ortsfeuerwehr empfiehlt die Stadt Gifhorn einen Neubau. Dieser soll am Standort „Im Achtertor 2“ auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Zum Deut-
schen Heinrich“ entstehen. Einen Beschlussvorschlag zum Erwerb des Grundstücks und für die Umsetzung des Bauvorhabens bringt der Fachbereich Bauverwaltung ab Mitte Juni in die Ratsgremien ein. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt Gifhorn am 29. Juni.
Der Priorisierung eines Neubaus an der Straße Im Achtertor in Wilsche war eine intensive Prüfung verschiedener Alternativen vorausgegangen. Dazu gehörte die Option eines An- und Umbaus des bestehenden Feuerwehrhauses. Eine bauliche Erweiterung hätte tiefgreifende Eingriffe in den angrenzenden Waldbestand sowie eine signifikante Verkleinerung des Schützenplatzes zur Folge.
Eine weitere betrachtete Option war ein Neubau am bisherigen Standort. Um genügend Raum für die Bedarfe der Feuerwehr zu generieren, müsste dieser in zweigeschossiger Bauweise entstehen. Das ruft Mehrkosten für zusätzliche Flächen für Treppen und Flure hervor und wäre ebenfalls mit Eingriffen in den Waldbestand verbunden. Als dritte Option wurden alternative Standorte in Wilsche geprüft und der Erwerb des Grundstücks „Im Achtertor 2“ an der Einmündung zum Konrad-Beste-Weg favorisiert.
Bürgermeister Matthias Nerlich sagt: „Mit der Entscheidung für den neuen Standort setzen wir auch in Wilsche ein klares Zeichen für Sicherheit und nachhaltige Entwicklung, denn ein moderner Feuerwehrstandort ist ein Gewinn für die ganze Ortschaft.“
Räumliche, bauliche und ökologische Vorteile am neuen Standort
Durch den Erwerb des Grundstücks „Im Achtertor 2“ mit einer Fläche von rund 3.740 Quadratmetern kann die Stadt Gifhorn nicht nur baurechtliche und naturschutzfachliche Hürden vermeiden, sondern auch alle notwendigen Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus
erfüllen. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt, dass auf dem Grundstück ausreichend Platz für das Gebäude und die erforderlichen Stellplätze vorhanden ist.
Zudem können die auf dem Grundstück vorhandenen Bäume weitestgehend erhalten bleiben. Schalltechnische Untersuchungen ergaben, dass der Betrieb der Feuerwehr mit der umliegenden Wohnbebauung vereinbar ist. Die Aufstellung eines Bebauungsplans ist nicht erforderlich.

Um den Plan versammelt; (v.li.) Matthias Küllmer (Stadtbrandmeister), Karsten Moritz (Leiter Fachbereich Bauverwaltung), Matthias Nerlich (Bürgermeister), Uwe Weimann (Ortsbürgermeister Wilsche), Thomas Meyer (Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Wilsche). Foto: Stadt Gifhorn
„Am favorisierten Standort bleibt die Feuerwehr an zentraler Stelle präsent. Das ist wichtig für unsere Gemeinschaft und auch für das Sicherheitsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung. Ich freue mich, wenn wir das gemeinsam in Angriff nehmen können“,
unterstreicht Ortsbürgermeister Uwe Weimann den städtebaulichen und gesamtgesellschaftlichen Vorteil.
Vergabe an Generalunternehmer geplant
Eine weitere Empfehlung der Stadtverwaltung betrifft die Art und Weise der Vergabe und Errichtung des Neubaus. Die Umsetzung soll analog zu jüngsten Bauprojekten in Gifhorn, wie der Feuerwehr Gamsen und der Hauptschule, erfolgen. Bei denen hatte die Vergabe an Ge-
neralunternehmer zu Kostensicherheit und termingerechter Fertigstellung geführt. Bei dem in der Machbarkeitsstudie bezifferten Gesamt-Investitionsbedarf von 5,53 Millionen Euro ist Planungssicherheit ein wichtiger Faktor.
Damit könnte auch die Ortsfeuerwehr Wilsche besser planen. „Ein Neubau gäbe uns endlich die Möglichkeit, moderne Technik und Fahrzeuge optimal unterzubringen und für unsere Kameradinnen und Kameraden funktionale Räume bereitzustellen. Das wäre ein großer Vorteil für unsere Einsatzbereitschaft“, erzählt Ortsbrandmeister Thomas Meyer. Ihm schließt sich mit Blick auf Gifhorn insgesamt Stadtbrandmeister Matthias Küllmer an: „Ein bedarfsgerechtes Feuerwehrhaus ist unerlässlich, um unsere ehrenamtlichen Kräfte bestmöglich auf ihre Aufgaben vorzubereiten und ihre Sicherheit im Einsatz zu gewährleisten. Der neue Standort weist meines Erachtens ideale Bedingungen auf, um die Feuerwehr Wilsche zukunftsorientiert aufzustellen.“
Für das Gesamtvorhaben sind im städtischen Haushalt derzeit 3,4 Millionen Euro eingeplant. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf gegenüber dem in der Machbarkeitsstudie angegebenen Investitionsvolumen von 5,53 Millionen Euro wird in die kommenden Haushaltsberatungen eingebracht.

