Gifhorn. Der Ortsbrandmeister der Gifhorner Ortsfeuerwehr, Uwe Michel, hat die Verwaltung der Stadt Gifhorn Ende Mai in einem persönlichen Anschreiben darüber informiert, dass er sein Ehrenamtsverhältnis zu Ende Juni 2026 niederlegt. Seine Aufgaben übernimmt bis zur Neubesetzung der Position der stellvertretende Ortsbrandmeister Dennis Misselhorn. Darüber informiert die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
Uwe Michel übte bereits zwischen 2013 und 2019 das Amt des Ortsbrandmeisters für die Ortsfeuerwehr Gifhorn aus. Im Juli 2023 wurde er erneut als Ortsbrandmeister tätig. Dazu wurde er ebenso wie sein Stellvertreter Dennis Misselhorn für die Periode von sechs Jahren in das Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter der Stadt Gifhorn ernannt. Die Wahl war durch die Mitgliederversammlung der Ortsfeuerwehr erfolgt. Die beiden hatten die Ortsfeuerwehr zuvor seit 2022 kommissarisch geleitet.
Bürgermeister Matthias Nerlich bedauert den Amtsverzicht von Michel und würdigt seine persönlichen Verdienste: „Uwe Michel hat sich über Jahrzehnte für unsere Feuerwehr engagiert, auch in anspruchsvollen Führungsaufgaben. Ihn zeichnen seine Leidenschaft für die ständige Einsatzbereitschaft und die Weiterentwicklung der Gifhorner Ortsfeuerwehr aus. In diesem Sinne war mein regelmäßiger Austausch mit ihm immer wertvoll und ich danke ihm ausdrücklich für sein Engagement.“
So geht es weiter
Die Stadtverwaltung habe die nötigen Prozesse initiiert, um die Führung der Ortswehr uneingeschränkt sicherzustellen. „Mit Blick auf mögliche Einsatzszenarien sind wir natürlich im engen Austausch. Für die weitere Entwicklung der Stadtfeuerwehr baue ich auf die Expertise im Stadtkommando der Feuerwehr sowie das gute und fachliche Miteinander im zuständigen Fachausschuss sowie im Rat der Stadt Gifhorn selbst“, ergänzt Bürgermeister Nerlich.
Die Wahl einer neuen Ortsbrandmeisterin oder eines neuen Ortsbrandmeisters soll im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beziehungsweise Jahreshauptversammlung erfolgen. Bis zur Neuwahl, Vereidigung und Ernennung bleibe die Führung der Ortsfeuerwehr über den stellvertretenden Ortsbrandmeister gesichert.
Kritik an der Prioritätensetzung
Mit seinem Rücktritt hatte Uwe Michel Kritik an der Prioritätensetzung der Kommunalverwaltung und des Stadtkommandos bei der Beschaffung von Fahrzeugen geäußert. Grundsätzlich hätten sich im Prioritätenplan für die Ausstattung der Feuerwehren aufgrund aktueller Notwendigkeiten Veränderungen ergeben, so die Stadt. So sei zum Beispiel in Abstimmung zwischen Stadtkommando, Ehrenbeamten, Rat und Stadtverwaltung die Beschaffung der Einsatzbekleidung für alle Feuerwehrmitglieder priorisiert worden. Gleiches gelte für die stadtweite Einführung einer verbesserten Einsatzstellenhygiene zur Vermeidung des Risikos von Feuerkrebs sowie für die Verhandlungen zur Einrichtung einer Löschgruppe im Süden Gifhorns zur Verkürzung der Einsatzzeit im Brandfall. Unabhängig davon seien die vorhandenen Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Gifhorn alle einsatzbereit.

