Gifhorn. Im Falle eines Brandes zählt oft jede Minute, um schlimme Folgen abzuwenden. Bürgerinnen und Bürger vertrauen dabei auf den verlässlichen Einsatz der Feuerwehr Gifhorn und moderne Strukturen, die den Unterschied machen. Die Stadt Gifhorn plant deshalb gemeinsam mit der Feuerwehr die Fortschreibung ihres Feuerwehrbedarfsplans, um Sicherheit und schnelle Hilfe auch künftig in allen Fällen und Ortsteilen zu gewährleisten. Darüber informiert die Verwaltung in einer Pressemitteilung.
Mit dem Feuerwehrbedarfsplan verfügt die Stadt Gifhorn seit 2020 über ein zentrales Instrument, um Gefahrenpotenziale im gesamten Stadtgebiet zu erkennen und Maßnahmen für eine leistungsfähige Feuerwehr abzuleiten. Nach dem turnusgemäßen Auslaufen des bestehenden Planes zu Ende 2025 soll nun ein Entwurf für die Fortschreibung erstellt werden, über den die Ratsgremien entscheiden. Die Kosten betragen laut Planung etwa 20.000 Euro.
Zukunftssicherung durch strategische Planung
Bürgermeister Matthias Nerlich erklärt die Notwendigkeit: „Als Kommune gehört es zu unseren gesetzlich verpflichtenden Aufgaben, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Der Feuerwehrbedarfsplan liefert uns als internes Steuerungsinstrument die Grundlage, um diese Aufgabe bedarfsgerecht zu erfüllen. Das gilt für den abwehrenden Brandschutz genauso wie für die Hilfeleistung im Notfall.“ Die Fortschreibung soll durch ein externes Fachbüro begleitet werden, das den aktuellen Ist-Zustand der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn analysiert. Das beinhaltet beispielsweise die Mitgliedszahlen, die Ausbildung, die Einsatzverfügbarkeit der aktiven Feuerwehrmitglieder, aber auch die Ausrüstung und den Zustand der Feuerwehrhäuser der einzelnen Feuerwehren. Ergänzend wird die Gefährdungs- und Risikoanalyse des Stadtgebietes aktualisiert – das heißt, Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte werden betrachtet und bewertet. Aus den Daten wird ein Soll-Konzept abgeleitet. Es enthält Empfehlungen, welche Maßnahmen für einen zukunftsfähigen Brandschutz zu ergreifen sind, wie die Ortsfeuerwehren aufgestellt sein sollten und welche Investitionen in Einsatzmittel und Infrastruktur zu tätigen sind.
Zusammenarbeit in der Lenkungsgruppe
In die Erarbeitung des Soll-Konzepts wird, wie bereits beim vorhergehenden Plan, eine Lenkungsgruppe eingebunden. „In der Lenkungsgruppe sitzen alle wesentlichen Akteure an einem Tisch. Das sind sowohl Vertreter aller Ratsfraktionen und Ehrenbeamte der Feuerwehr als auch Mitarbeitende der Verwaltung. Diese enge Zusammenarbeit hat sich bewährt“, sagt Babette Kutrib, Leiterin des Fachbereichs Ordnung, zu dem auch das Fachteam „Feuerwehr“ der Stadtverwaltung gehört.
Hintergrund
Der Feuerwehrbedarfsplan analysiert regelmäßig die Gefährdungslage und legt fest, wie die Feuerwehr ausgestattet und organisiert sein muss, um die gesetzlichen Schutzziele zu erreichen. In Niedersachsen ist die Erstellung gemäß des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes (NBrandSchG) für Kommunen freiwillig, wird aber dringend empfohlen. Gifhorn hat den Bedarfsplan bereits im Jahr 2020 eingeführt.

