Ehra. Am heutigen Mittwoch gegen kurz nach 13 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Radenbeck, Ehra-Lessien und Brome zu einem schweren Verkehrsunfall mit insgesamt drei verletzten Personen auf die Landesstraße 288 zwischen Ehra und Boitzenhagen nahe dem Volkswagen-Prüfgelände gerufen. Das berichtet die Feuerwehr in einer Pressemitteilung.
Auf gerader Strecke waren, möglicherweise im Verlauf eines missglückten Überholvorgangs eines vorausfahrenden Lkw in Richtung Boitzenhagen, ein Skoda Enyaq und ein Passat Variant zunächst seitlich kollidiert, bevor beide Unfallfahrzeuge nach links eine rund drei Meter hohe Böschung hinab und in einen angrenzenden Wald schleuderten. Dabei kollidierte das von einer 62-jährigen Wolfsburgerin gelenkte Skoda-E‑Fahrzeug mit mehreren Bäumen und kam schließlich an einem weiteren Baum zum Stehen. Am Fahrzeug lösten alle Airbags aus und schützten die Fahrerin so vor schweren Verletzungen. Sie wurde, nachdem die Feuerwehr einen die Fahrertür blockierenden Baum abgesägt hatte, ansprechbar vom Rettungsdienst übernommen und zur weiteren Behandlung ins Klinikum Gifhorn gebracht.
Passat überschlägt sich
Der Passat Variant, in dem ein Mann und eine Frau, beide 20 Jahre alt, aus dem Raum Magdeburg unterwegs waren, überschlug sich dagegen mehrfach und kam erst mehrere Meter weiter in Seitenlage an einem weiteren Baum zum Liegen.
Für die beteiligten Feuerwehren war dieser Unfall eine enorme Belastung, berichtete Einsatzleiter und Bromes Gemeindebrandmeister Frank-Friedrich Mosel. Bei Temperaturen über 30 Grad in der prallen Sonne mussten die Einsatzkräfte schnellstmöglich die Rettung der beiden schwerstverletzten und im Passat eingeklemmten Insassen meistern. Dabei gingen die Ortswehren Radenbeck, Ehra-Lessien und Brome gemeinsam vor und teilten sich Absicherung des Fahrzeuges, Personenrettung, technische Hilfeleistung und Sicherstellung Brandschutz auf, was aufgrund der aktuell hohen Waldbrandgefahr und bei Beteiligung eines E-Fahrzeuges einen wichtigen Baustein in der Einsatzabarbeitung darstellt.
Unter hohem zeitlichem Druck wurden beide Seitentüren des Passat auf der Beifahrerseite entfernt, sodass die beteiligten Rettungsdienste parallel die Patientenversorgung durchführen konnten. Zudem musste auch das Dach des Passat teilweise abgetrennt werden. In Rotation übernahmen dabei alle drei beteiligten Ortswehren die notwendigen Schritte zur Befreiung der Unfallinsassen.
Gemeindebrandmeister Mosel lobte ausdrücklich alle der rund 40 eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehr für die professionelle Zusammenarbeit vor Ort. Die organisatorische Leiterin des Rettungsdienstes, Franka Kaiser, war ebenfalls vor Ort und berichtete, dass beide Schwerstverletzten nach rund einer halben Stunde nicht ansprechbar, aber ohne laufende Reanimation aus dem komplett zerstörten Fahrzeug befreit werden konnten. Der männliche Fahrer kam im Anschluss an die Rettungsmaßnahmen vor Ort ebenfalls ins Klinikum nach Gifhorn, die 20-jährige Beifahrerin wurde vom Rettungsdienst zum bereitstehenden Rettungshubschrauber Christoph 19 transportiert, der aus Uelzen kommend auf dem Parkplatz des nahegelegenen Volkswagen Testgeländes gelandet war. Von dort aus ging es für die junge Patientin und die Besatzung mit angemeldeter Luftraumpriorität auf direktem Weg ins Klinikum nach Braunschweig, berichtet Feuerwehrsprecher Michael Gose von der Einsatzstelle. Die Polizei Gifhorn übernahm vor Ort neben der Vollsperrung der Landesstraße die Ursachenermittlung, es wurde zudem ein weiterer Gutachter einer Versicherung hinzugezogen.
Die Landesstraße 288 war auch am Mittwochabend, 18 Uhr, weiterhin gesperrt.

