Tarifverhandlungen stehen an: Gehen Helios-Beschäftigte auf die Straße?

Mit einer Befragung will ver.di sicher gehen, dass die Belegschaft hinter den Forderungen der Gewerkschaft steht. Unter anderem werden eine Corona-Prämie und mehr Gehalt gefordert.

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Symbolbild | Foto: Anke Donner

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Gifhorn. Die vierte Welle der Corona-Pandemie trifft Deutschland hart. Besonders betroffen sind die Beschäftigten in den Krankenhäusern. Vor diesem Hintergrund beginnen die Beschäftigten bei Helios Gifhorn sich auf Tarifverhandlungen vorzubereiten. Das teilt die Gewerkschaft ver.di in einer Pressemeldung mit.



Jan Seiler Betriebsrat bei Helios in Gifhorn erklärt dazu: „Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit fast zwei Jahren im Ausnahmezustand. Die Akkus sind leer und trotzdem sollen wir laufen. Trotz vieler Versprechungen hat sich eigentlich kaum etwas verbessert. Das werden sich die Beschäftigten nicht länger bieten lassen. Wir zeigen seit Jahren, dass wir mit starker Teamarbeit vieles für das Wohl der Patienten schaffen können und dass an der Belastungsgrenze. Aber wir sind nicht mehr gewillt, es nur für die Portemonnaies der Aktionäre zu tun! “

Corona-Prämie und mehr Gehalt gefordert


Vergangene Woche starteten die in ver.di organisierten Beschäftigten von Helios Gifhorn die Vorbereitung der Tarifrunde 2022 mit einer Befragung. Sprecher der Tarifkommission Johannes Nindel, Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin erläutert die Hintergründe: „Hohe Belastung zwingen die Kolleginnen und Kollegen zu Höchstleistungen, sie leisten Großartiges und haben dafür mehr verdient als nur Applaus. Helios schüttet Dividenden an die Aktionäre aus. Doch was ist mit den Mitarbeitern? Sie haben den wirtschaftlichen Erfolg erst möglich gemacht. Die Beschäftigten haben Wertschätzung verdient und zwar in Form einer akzeptablen Corona-Prämie und einer Steigerung des Entgeltes.“

Helios habe für die kommende Tarifrunde gerade einmal 1,4 Prozent Erhöhung angeboten. Eine Corona Prämie des Konzerns gab es bisher auch noch nicht in Gifhorn. Viele Gründe für die gewerkschaftlich engagierten Kollegen im Haus, sich auf schwierige Verhandlungen vorzubereiten. Nicole Blaß Sprecherin der Tarifkommission, Krankenschwester aus dem Springerpool des Hauses erklärt: „Wir befragen jetzt unsere Kolleginnen und Kollegen ob sie bereit sind für eine hohe Forderung auf die Straße zu gehen. Nur wenn wir sicher sind das die Beschäftigten bereit sind aktiv zu werden, können wir auch eine hohe Forderung stellen. Die Ersten Rückmeldungen waren gut, vielen Kollegen wird nach Jahren Pandemie und Pflegekrise klar, dass nur die Beschäftigten selbst die Situation ändern können.“