Fachkräfte aus Südafrika: Sie fahren bald Bus in Goslar

Die vier Frauen und sechs Männer mit langjähriger Berufserfahrung im Stadtverkehr von Kapstadt sollen ab Mitte Juni 2026 hinterm Steuer sitzen.

Die erste Gruppe von insgesamt 10 Fahrerinnen und Fahrern mit langjähriger Berufserfahrung im Stadtverkehr von Kapstadt ist bereits in Goslar eingetroffen.
Die erste Gruppe von insgesamt 10 Fahrerinnen und Fahrern mit langjähriger Berufserfahrung im Stadtverkehr von Kapstadt ist bereits in Goslar eingetroffen. | Foto: Pressestelle Stadt Goslar

Goslar. Um dem zunehmenden Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen und die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs langfristig zu sichern, setzt die Stadtbus Goslar GmbH gemeinsam mit weiteren kommunalen Verkehrsunternehmen auf Unterstützung aus Südafrika, wie sie in einer Pressemitteilung bekannt gibt.




In den vergangenen vier Jahren sei die Zahl der qualifizierten Bewerbungen auf offene Stellen im Fahrdienst deutlich zurückgegangen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, erfordere es innovativer und zukunftsorientierter Lösungen. Vor diesem Hintergrund ist die Stadtbus Goslar GmbH Gründungsmitglied der GQI – „Genossenschaft für Gewinnung, Qualifizierung und Integration von Personal im Transportgewerbe eG“, die sich auf die internationale Rekrutierung und Qualifizierung von Busfahrerinnen und Busfahrern spezialisiert.


Am 24. April erfolgte ein erstes persönliches Treffen mit ihren zukünftigen Arbeitgebern: (v.l.n.r. Kurt Joshua (südafrikanischer Partner FrontSeat), Ingo Langhof (Betriebsleiter Üstra Reisen), Kai Henning Schmidt (GF SVHI & RVHI), Anne Sagner (GF Stadtbus Goslar), Carsten Gierga (GF FrontSeat), Henning Rohde (GF AllerBus / VWE & VVG), Jens Mehmecke (GF Fahrschule Treffpunkt)).
Am 24. April erfolgte ein erstes persönliches Treffen mit ihren zukünftigen Arbeitgebern: (v.l.n.r. Kurt Joshua (südafrikanischer Partner FrontSeat), Ingo Langhof (Betriebsleiter Üstra Reisen), Kai Henning Schmidt (GF SVHI & RVHI), Anne Sagner (GF Stadtbus Goslar), Carsten Gierga (GF FrontSeat), Henning Rohde (GF AllerBus / VWE & VVG), Jens Mehmecke (GF Fahrschule Treffpunkt)). Foto: Pressestelle Stadt Goslar



Im Rahmen dieses Pilotprojekts werden durch die FrontSeat GmbH, welche eng mit der GQI zusammenarbeitet, erfahrene Busfahrerinnen und Busfahrer aus Südafrika in die kommunalen Verkehrsunternehmen integriert. Dies geschehe im Rahmen einer geregelten Arbeitsmigration, langfristig und nachhaltig.

Bereits vor ihrer Einreise seien die neuen Mitarbeiter in Südafrika mit gezieltem Unterricht in der deutschen Sprache fit gemacht worden. Nach der Ankunft in Deutschland erfolge dann die weiterführende Qualifizierung, um sie optimal auf den Einsatz im deutschen Linienverkehr vorzubereiten.

Von Kapstadt nach Goslar



Die erste Gruppe von insgesamt 10 Fahrerinnen und Fahrern – darunter vier Frauen und sechs Männer mit langjähriger Berufserfahrung im Stadtverkehr von Kapstadt – sei bereits in der letzten Woche in Goslar eingetroffen. Seit ihrer Ankunft würden sie an einem umfassenden Integrations- und Qualifizierungsprogramm teilnehmen, hätten aber auch Goslar im Rahmen einer Stadtführung schon kennengelernt.

Der Einsatz der neuen Kolleginnen und Kollegen sei ab Mitte Juni 2026 bei den beteiligten Partnerunternehmen in Goslar (Stadtbus Goslar), Verden (AllerBus), Hannover (üstra Reisen) und Hildesheim (Stadtverkehr Hildesheim) vorgesehen.

Ein besonderer Fokus liege auf der erfolgreichen und langfristig angelegten Integration der neuen Mitarbeitenden. In den jeweiligen Einsatzbetrieben werden sie zudem von erfahrenen Mitarbeitenden als Patinnen und Paten begleitet, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsalltag sowie das Leben in Deutschland zu erleichtern.

„Mit diesem Projekt setzen wir bewusst auf eine langfristige Perspektive. Der Fachkräftemangel im Fahrdienst wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Deshalb ist es unser Ziel, neben den bewährten Rekrutierungswegen frühzeitig tragfähige Strukturen aufzubauen und neue Wege zu gehen.“, erklärt die Geschäftsführerin der Stadtbus Goslar GmbH.

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