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Einheitsbotschafter des Landes Niedersachsen kommen aus Helmstedt



Einheitsbotschafter des Landes Niedersachsen kommen aus Helmstedt

Ute Goslar und Lorenz Flatt werden an den offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Halle teilnehmen.

Ute Goslar und Lorenz Flatt.
Ute Goslar und Lorenz Flatt. Foto: Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e. V.

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Helmstedt. Die beiden Einheitsbotschafter des Landes Niedersachsen kommen aus Helmstedt. Ute Goslar und Lorenz Flatt werden unser Bundesland während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Halle vertreten. Beide Persönlichkeiten engagieren sich auf beispielgebende und vielfältige Art und Weise vor Ort für ein geeintes Deutschland. Der Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e. V. hat die beiden vorgeschlagen, Ministerpräsident Stephan Weil wählte die beiden Helmstedter aus dem Kreis der Vorschläge aus. Das berichtet der Verein Grenzenlos in einer Pressemitteilung.



Ute Goslar und Lorenz Flatt haben in den Tagen rund um den 3. Oktober einen prall gefüllten Terminkalender. Als Einheitsbotschafter Niedersachsens sind sie Gäste des Landes Sachsen-Anhalt und nehmen an den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit teil. Sachsen-Anhalt hat derzeit die Bundesratspräsidentschaft inne und richtet die Feiern zum 3. Oktober in Halle aus.

Grenzen auch in den Köpfen überwinden


„Die Menschen müssen sich endlich persönlich kennenlernen, um alte Klischees abzubauen“, sagt Ute Goslar. Die 55-Jährige ist Gästeführerin des Vereines Grenzenlos - Wege zum Nachbarn e. V. und in der Region Ostfalen. Das Projekt Grenzenlos mit der gleichnamigen Rundfahrt liegt Ute Goslar besonders am Herzen, da der länderübergreifende Ansatz die Region verbindet und hilft, Grenzen – auch in den Köpfen – zu überwinden. Mit Leidenschaft begleitet Ute Goslar auch jüngere Besuchergruppen zu den erhaltenen Grenzeinrichtungen bei Helmstedt. Um beispielsweise Viertklässlern das Thema „Teilung” zu erklären, stellt Ute Goslar während der Rundfahrt „Grenzenlos“ gerne die Oma-und-Opa-Frage: In welchem Bundesland wohnen Deine Großeltern? „Nicht selten leben die Eltern des Vaters im ehemaligen Westen, die der Mutter im vormaligen Osten – oder andersherum. Ich verdeutliche den Kindern dann, dass die Eltern ohne die Wiedervereinigung keine Chance gehabt hätten, sich kennenzulernen. ‚Und Dich hätte es nicht gegeben‘, sage ich. Das beeindruckt die Kinder meist sehr. Durch meine Aufgabe im Verein ist die Einheit zum Teil meines Lebens geworden.“



Ute Goslar lebte zur Zeit der Teilung Deutschlands im Landkreis Lüchow-Dannenberg, nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt. „Man konnte sich immer nur in eine Richtung bewegen. Mit dem Mauerfall hatte ich das Gefühl, plötzlich nicht mehr eingeengt zu sein. Mein Umfeld hat sich mit einem Schlag massiv erweitert“, erinnert sich Ute Goslar. Von diesem Zeitpunkt an ist sie so oft wie möglich mit der Familie in Richtung Osten gefahren, um Land und Leute kennenzulernen. Heute betreut die erfahrene Gästeführerin auch Schulklassen, die die neue, App-gestützte Rundfahrt Grenzenlos 2.0 unternehmen. Diese einzigartige, audiovisuell geführte Rundreise mit Stationen in den Orten Offleben, Hötensleben und in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wendet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 13. Kurze Audios holen die Jugendlichen an den authentischen Orten beiderseits der ehemaligen deutsch- deutschen Grenze ab zu einer spannenden Zeitreise. Die Rundfahrt Grenzenlos 2.0 endet mit einem Workshop, der die Inhalte vertieft und den jungen Besuchern hilft, das Gehörte einzuordnen. Grenzenlos 2.0 ist auch Basis des neuen Angebots „Klassenfahrten nach Helmstedt“.

Gelebte Einheit - geschäftlich und privat


Der Helmstedter Unternehmer Lorenz Flatt hat schon früh eigene Eindrücke am sogenannten Eisernen Vorhang gesammelt. „Ich bin direkt an der Grenze aufgewachsen. Wenn wir als Kinder im Wald gespielt haben, war da immer der bedrohliche Zaun“, erinnert er sich. Während des Studiums in Bamberg organisierte er im Frühjahr 1989 eine Gruppenreise nach Thüringen und Sachsen. „Da hat man schon eine Ahnung von Aufbruch gespürt“, erzählt Lorenz Flatt.

Heute ist Flatt Chef von 45 Mitarbeitern, die etwa zu gleichen Teilen aus Niedersachsen und dem benachbarten Sachsen-Anhalt kommen. „Wir sind ein super Team und es gibt keine Unterschiede“, sagt er. Doch auf anderen Ebenen seien die Grenzen zwischen den einzelnen Bundesländern manchmal noch spürbar. „Das liegt auch an den oft höchst unterschiedlichen Verwaltungsvorschriften“, so Lorenz Flatt. Flatt engagiert sich ehrenamtlich als Beirat der Universitätstage im Verein Grenzenlos, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Geschehen rund um Teilung und Wiedervereinigung aufzuarbeiten. Die Universitätstage fördert Lorenz Flatt auf vielfältige Art und Weise. Der Geschäftsführer einer mittelständischen Unternehmensgruppe ist Vorsitzender des grenzüberschreitend aktiven Kulturvereins Grenzenlos-Klassik und unterstützte nach der Wende die Etablierung der Sommer-Musik-Akademie auf Schloss Hundisburg in Sachsen- Anhalt.

Zwei Einheitsbotschafter aus jedem Bundesland


Jedes Bundesland entsendet zwei Botschafterinnen und Botschafter nach Halle. Im Vorfeld hatten die 32 Persönlichkeiten aus 16 Bundesländern bereits mehrfach Gelegenheit, ihre Idee der Deutschen Einheit vorzustellen. Ministerpräsident Stephan Weil wählte Ute Goslar und Lorenz Flatt aus einer Reihe von Vorschlägen im Frühjahr dieses Jahres als niedersächsische Einheitsbotschafter aus. Die beiden Helmstedter wurden vom Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e. V. empfohlen. „Frau Goslar und Herr Flatt leben die Einheit. Engagiert verfolgen sie ihr Ziel, die deutsche Wiedervereinigung in allen Bereichen der Gesellschaft zu vollenden. Ihren Einsatz möchte ich als beispielgebend und im wahrsten Sinne des Wortes als grenzenlos bezeichnen“, erklärt Henning Konrad Otto, Vorsitzender des Vereins Grenzenlos.


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