Klimaschutzkonzept für den Landkreis Helmstedt beschlossen

Unter anderem ist die Einrichtung eines Jugendklimarates vorgesehen. Ein Ziel: Bis 2040 muss die Verwaltung klimaneutral sein.

Die im vergangenen Jahr in Betrieb genommene Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach der IGS Helmstedt.
Die im vergangenen Jahr in Betrieb genommene Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach der IGS Helmstedt. | Foto: Landkreis Helmstedt

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Helmstedt. Der Landkreis Helmstedt steht vor der herausfordernden Aufgabe, die Entstehung von Treibhausgasen in der Verwaltung zu reduzieren, und dafür die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Der Kreistag hat nun ein Konzept dazu beschlossen, teilt der Landkreis in einer Pressemitteilung mit.



Bis 2040 muss die Verwaltung klimaneutral sein, so gibt es das Land Niedersachsen per Gesetz vor. Für das dafür notwendige Konzept wurde vor wenigen Jahren die Stabsstelle Klimaschutz geschaffen, die mit dem Klimaschutzkonzept erste Ergebnisse vorgelegt hat.

Der Weg war arbeitsreich


Der Weg zu diesem Konzept war arbeitsreich: Zunächst musste ermittelt und berechnet werden, wo und in welcher Höhe in den Bereichen der Kreisverwaltung, aber auch der Schulen, der Feuerwehr und der Straßenmeisterei Treibhausgase entstehen. Anschließend wurden Einsparpotentiale ermittelt und Maßnahmen erarbeitet.

„Von Energieverbräuchen, Müllproduktion, Wasserverbräuchen und benötigten Kraftstoffen für Maschinen und Fuhrpark, über eingesetzte Elektro- und Informationstechnik, bis hin zu nahezu allen Materialverbräuchen wurde alles betrachtet“ erläutert Christoph Neddermeier von der Stabsstelle Klimaschutz. Sogar Art und Menge des verbrauchten Toilettenpapiers war - laut Vorgabe - zu ermitteln.

Gebäude verursachen Treibhausgase


„Im Ergebnis stellte sich heraus, dass vor allem der Energiebedarf der eigenen Gebäude den mit Abstand höchsten Treibhausgasanteil verursacht“, so Klimaschutzmanager Oliver Körtge. Daher werden zunächst mit Priorität alle Gebäude auf energetische Optimierungen untersucht.

Schon bevor das Klimaschutzkonzept beschlossen wurde, wirkten sich die Erkenntnisse aus: Neu- oder Umbauten des Landkreises, wie der Anbau am Gabö oder die neue Rettungswache werden grundsätzlich mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen geplant und umgesetzt. Neben den konkreten Einsparpotenzialen bei Treibhausgasen beschreibt das Konzept auf 55 Seiten außerdem weitere Maßnahmen für eine klimaschonendere Kreisverwaltung: Unter anderem ein Klimaschutzmanagement, Projekte zur Klimabildung für Kinder, Schüler und Erwachsene, ein kommunales Energiemanagement und die Reduzierung der Liegenschaften. Auch eine Kampagne für Öffentlichkeitsarbeit soll entstehen.

Jugendklimarat soll Ideen einbringen


Eine besondere Maßnahme ist die geplante Einrichtung eines Jugendklimarates. Er soll offizielles Gremium zur politischen Partizipation von Jugendlichen werden, vergleichbar mit einem Jugendrat oder Jugendparlament. Inhaltlich beschäftigt sich der Jugendklimarat mit allen klimapolitisch relevanten Themen und bringt so Ideen in Politik und Verwaltung.

Der Kreistag beschloss einstimmig in seiner Juni-Sitzung das Klimaschutzkonzept im Grundsatz. Bevor einzelne konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, wird sich jedoch der Kreistag damit noch einmal befassen. „Mit Erstellung und Beschluss des Klimaschutzkonzeptes ist unsere Arbeit allerdings nicht beendet, im Gegenteil, sie geht eigentlich jetzt erst richtig los“ sagt Christoph Neddermeier.

Konzept wird laufend fortgeschrieben


Denn das Konzept wird laufend fortgeschrieben. Bis zum Jahr 2029 sollen die rund 60 Gebäude des Landkreises begutachtet, die Treibhausgas-Bilanzierung verfeinert und weitere einzelne Maßnahmen erarbeitet werden. Zudem folgt nun die nächste Aufgabe auf die Stabsstelle Klimaschutz: In dem zu erstellenden Klimaanpassungskonzepts wird es dann um Maßnahmen zu Hitze, Dürre, Wassermangel, Bodenerosion, Starkregen und menschlicher Gesundheit im Landkreis Helmstedt gehen.