Region. Es war bislang ein heißer Sommer für die Region – und diesmal ist gar nicht das Wetter gemeint. Gleich drei Großbrände auf industriellen oder gewerblichen Anlagen haben in den vergangenen vier Wochen die Feuerwehren der Region zu Höchstleistungen gezwungen – zwei davon erst in dieser Woche. Und eins glimmt sogar derzeit noch vor sich hin.
Der erste Großbrand in dieser Serie ereignete sich am 16. Juni in Braunschweig. Dort loderte das Feuer beim Entsorgungsbetrieb Elpro an der Hildesheimer Straße in Lehndorf. Eine Lithium-Ionen-Batterie hatte das Feuer wohl ausgelöst. Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus – darauf weisen unter anderem die Recycling-Bundesverbände Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sowie Deutsche Entsorgungs-, Wasser und Rohstoffwirtschaft in einem gemeinsamen Statement hin – sind die häufigste Ursache für Brände bei Recyclingbetrieben. Das in Braunschweig durch eine unerwartete Zündung ausgelöste Feuer griff auf einen Kunststoffbunker über, was zu einem Großbrand führte.
Großbrände in Goslar und Salzgitter
"Großbrände treten am häufigsten im Sommer auf" – das teilt zum Beispiel die Versicherungsgesellschaft AXA mit. Und das bestätigt sich offenbar auch in der Region Braunschweig. Erst diese Woche wurde Großalarm in Goslar ausgelöst. Dort brannte es bei einem Automobilzulieferer im Stadtteil Baßgeige. Ein Stapel Kunststoffpaletten hatte Feuer gefangen, die Flammen griffen schnell auf eine Halle über. So schilderte es ein Sprecher der Feuerwehr. Die Rauchsäule verdunkelte den Himmel über der Kaiserstadt. Feuerwehren unter anderem aus Goslar, Bad Harzburg und Salzgitter waren stundenlang im Einsatz. Zur genauen Brandursache wird derzeit noch ermittelt. "Die Brandortbegehung hat noch nicht stattgefunden", teilte ein Sprecher der Polizei im Gespräch mit regionalHeute.de am heutigen Donnerstag mit.
Für die Salzgitteraner Feuerwehr war jedenfalls keine Verschnaufpause vorgesehen. Am gestrigen Donnerstag musste sie erneut zu einem Großeinsatz ausrücken, um die Werkswehr der Salzgitter AG zu unterstützen. Auch dort wurde ein Großalarm ausgelöst. Das Feuer brach auf dem Schrottplatz der Salzgitter AG-Tochter Deumu aus. Die von dort aufsteigende Rauchsäule war ebenfalls noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen – teilweise sogar in Sachsen-Anhalt. Noch am heutigen Morgen war das Feuer noch längst nicht vollständig abgebrannt. Auch dort wird erst später die genaue Brandursache ermittelt werden können.
Schon am 18. Juni – zwei Tage nach dem Feuer in Braunschweig – hatte es übrigens einen Vorfall am Stahlwerk gegeben. Dort war es zu einer starken Rauchentwicklung im Bereich Hochofenwerk gekommen. Mindestens eine Viertelstunde lang trat dort viel Rauch aus, der eine dicke Wolke bildete.

