Pöbelnde Bürger, bedrohliche Lage: Security fürs Rathaus beschlossen

Mitarbeiter im Bürgerbüro oder im Standesamt werden immer häufiger bedroht: Die Stadt will jetzt spezielles Sicherheitspersonal einstellen.

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Mitarbeiter im Helmstedter Rathaus werden wohl immer häufiger bedroht und angepöbelt.
Mitarbeiter im Helmstedter Rathaus werden wohl immer häufiger bedroht und angepöbelt. | Foto: Matthias Kettling

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Helmstedt. Wie steht es eigentlich um die Sicherheit der Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Helmstedt in den Ämtern mit Publikumsverkehr? Die Antwort muss wohl lauten: Sie könnte besser sein. Die Stadt hatte daher vorgeschlagen, eine Schutz- und Sicherheitskraft einzustellen. Diese soll künftig im Bürgerbüro, im Standesamt und bei der Verkehrsaufsicht die öffentliche Ordnung durchsetzen. Offenbar häufen sich Vorfälle, die diese Maßnahme notwendig machen. Der Rat hat jetzt sein OK gegeben.



"Die sicherheitsrelevante Belastung im Publikumsverkehr des Bürgerbüros, des Standesamtes sowie auch in der Verkehrsaufsicht nimmt zu", heißt es in der Begründung des Antrags der Verwaltung. Daher solle die Beauftragung einer Schutz- und Sicherheitskraft für den Publikumsverkehr im Fachbereich 14 beschlossen werden. Der Rat der Stadt stimmte dem in der vergangenen Woche zu.

Aggressive Bürger im Helmstedter Rathaus


Zuletzt habe es wiederholt Vorfälle gegeben, bei denen aggressive Bürger herumschrien, Mitarbeiter der Verwaltung beleidigten und bedrohten und sich körperlich drohend vor ihnen aufbauten, um sie einzuschüchtern, berichtet die Stadt. Dabei sei das Verhalten der Bürger oftmals auf eigene Versäumnisse oder Fehlverhalten zurückzuführen, manchmal auch auf personell bedingte längere Wartezeiten. In einigen Fällen habe die Stadt Kräfte des Ordnungsamtes hinzugezogen, um die jeweiligen Personen zu beruhigen und des Rathauses zu verweisen. Allein im vergangenen Jahr habe die Stadt wegen solcher Vorkommnisse fünf Hausverbote erteilt.

Psychische Belastung führt zu längeren Ausfallzeiten


Für Rathaus-Mitarbeiter seien diese Vorfälle psychisch belastend. Schließlich seien sie bei solchen Vorfällen zunächst schutzlos ausgeliefert. Diese Situation führe wiederum dazu, dass Mitarbeiter länger krank ausfallen würden, berichtet die Stadt. Daraus entstehen Personalengpässe und letztlich längere Wartezeiten, was zu "mehr Unmut von Bürgern" führt, erklärt die Stadt – ein Teufelskreis also. Zumal: Die Häufigkeit und die Intensität solcher Vorfälle nehme zu, berichtet die Stadt.

Die Sicherheit der Mitarbeiter lasse sich ohne entsprechendes Personal nicht gewährleisten – und Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien dafür eigentlich gar nicht zuständig. Eine dauerhaft präsente, qualifizierte Schutz- und Sicherheitskraft, die während der Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr für die Sicherheit der Mitarbeiter sorgen soll, sei also erforderlich. "Die Schutz- und Sicherheitskraft soll präventiv wirken, Konfliktsituationen frühzeitig erkennen und durch professionelle Kommunikation und Deeskalation entschärfen", heißt es. Diese neue Stelle möglichst bald zu besetzen, ist Zweck des Antrags, der aus der Feder von Bürgermeister Wittich Schobert stammt und über den der Rat der Stadt noch abstimmen muss.

Für das Jahr 2027 sollen die erforderlichen Mittel nachträglich im Haushalt angemeldet werden. Für eine Kostenschätzung habe die Stadt bereits fünf Firmen aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Drei dieser Angebote hätten eine Kostenschätzung unterhalb von 50.000 Euro pro Jahr ergeben.

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