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Kommunalwahl: Die Spitzenkandidaten im Wahlbereich II



Goslar

Kommunalwahl: Die Spitzenkandidaten im Wahlbereich II


Einige Kandidaten auf Listenplatz 1 im Wahlbereich II (Goslar Nord) stellen sich auf regionalHeute.de vor.  Symbolbild. Foto: Christina Balder
Einige Kandidaten auf Listenplatz 1 im Wahlbereich II (Goslar Nord) stellen sich auf regionalHeute.de vor. Symbolbild. Foto: Christina Balder Foto: Christina Balder

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In unserer neuen Reihe zur diesjährigen Kommunalwahl hat regionalHeute.de den Spitzenkandidaten in den einzelnen Wahlbereichen die Möglichkeit gegeben sich vorzustellen. Im Nachfolgenden äußern sich die Spitzenkandidaten aus dem Wahlbereich II zu verschiedenen Fragen.

Fünf allgemeine Fragen wurden an die Spitzenkandidaten gerichtet, die nicht nur Aufschluss über deren Person geben, sondern auch die persönliche Sicht auf den Wahlbereich widerspiegeln.

Statements der Spitzenkandidaten im Wahlbereich II (Goslar Nord)


AfD - Torsten Koch







Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren?
1. Die Beobachtung und Analyse, dass die Politik in Deutschland im Gegensatz zu meiner Wahlheimat Belgien für 29 Jahre den Bürger wenig oder gar nicht einbezieht. Offizielle Termine von Kreistag und anderen Gremien werden von der Öffentlichkeit kaum beachtet und ignoriert.

2. Die Flüchtlingskrise wurde angefangen bei der Entscheidung der Kanzlerin intuitiv und emotional behandelt. Entscheidungen auf allen Ebenen der Politik können nur zielgerecht und nachhaltig wirken, wenn Emotionalität und Rationalität in einem ausgewogenen Masse in Entscheidungsfindungen einfliessen. Auf kommunaler Ebene wird oft zu rational entschieden, auf Bundesebene hat sich der Diskurs derart emotionalisiert, dass ich das Schlimmste befürchte.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Die Aufgaben, die vor den kommunalen Verwaltungen liegen sind enorm. Wasser wird zur Handelsware, die EU drängt auf eine Privatisierung dieser Ressource. Ich sehe mehr Gefahren als Chancen. Während die Telekommunikation in Deutschland durch die Privatisierung für den Endverbraucher kostengünstiger geworden ist, so sehen wir in der Strom-Energieversorgung den gegenteiligen Effekt. Der Bürger wird mit immer höheren Rechnungen belastet und die “Energiewende” der Regierung wird die Kosten noch erhöhen. Bei der Wasserversorgung sollten es sich die kommunalen Entscheider sehr gut überlegen, ob Privatisierungen der richtige Weg sind.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Die Kommunalpolitik ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie und ist auf eine gut funktionierende Zusammenarbeit von Bürgermeister, Rat und politisch aktiver Bürgerschaft angewiesen. Insbesondere die Aktivbürgerschaft fehlt mir lokal in dieser Gleichung.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?
Unsere Region besitzt Ressourcen, die aus meiner Sicht nur ungenügend genutzt werden. Goslar mit seinem Welterbe und der Harz sind in unseren Nachbarländern Belgien und Holland weitgehend weiße Flecken auf der Landkarte. In Sachen Tourismus sehe ich selbst nach persönlicher Recherche keinen publikumswirksamen Einsatz für den Harz in den genannten Ländern. Unser Landkreis verfügt über eine unvergleichliche Naturschönheit, hat alles was Menschen zur Erholung nötig haben, die Menschen sind gastfreundlich, bodenständig und wohlbesonnen, dadurch sehe ich mehr Chancen für uns als Negativpunkte.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen des Landkreises?
Bevölkerungsverlust und Überalterung sprechen eine deutliche Sprache. Das Südniedersachsenprogramm, in 2015 vom Kreistag verabschiedet, sollte diese Negativentwicklungen aufhalten. Es ist nach 10 Monaten vielleicht noch zu früh, um das Programm fair bewerten zu können, dennoch ist mein Eindruck, dass Teile des Programms “alter Wein in neuen Schläuchen” sind, dass die Bedenken, die damals vom CDU-Kreistagsabgeordneten Rotzek geäußert wurden, dass nämlich “die Belange der Landkreises Goslar in einen großen Topf mit den Belangen der gesamten Region geworfen würden” als zutreffend. Das stimmt mit meiner Einschätzung überein, dass zu viel in der Dimension der Region bis Braunschweig gedacht wird.
Die Aussagen der Politiker und die Berichte der Presse zeichnen ein so schwieriges Bild unseres Landkreises, dass ein Nachdenken über die Stärken manchmal schwierig wird.

Bürgerliste im Landkreis Goslar - Detlef Vollheyde


Was hat Sie bewogen zu kandidieren?

Es ist ganz besonders wichtig unsere gut organisierte kommunale Selbstverwaltung im Kreistag zu begleiten. Viele scheuen sich hier Verantwortung zu übernehmen, das ist falsch, denn gerade sich hier einzubringen sichert unsere Demokratie.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Der Landkreis organisiert vielfältige Bereiche. Mir liegen Umwelt, Energie und Soziales im Herzen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Weil sich durch die Wahl Einfluss auf die Politik des Kreistages nehmen lässt, dieses Recht auf Einflussnahme sollte jeder Bürger wahrnehmen.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?
Ich nehme hier noch einmal Bezug auf die Frage drei. Der regionale Bezug, verbunden mit den Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Meinungsbildung ist mir wichtig.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Stärken und Schwächen des Landkreises?
Der Landkreis kümmert sich vorbildlich um die Flüchtlinge. Im sozialen Bereich hat er seine Stärken. Mir ist wichtig, dass er sich nicht in Richtig Braunschweig orientiert, sondern den Harz, bzw. den Vorharzraum in den Mittelpunkt stellt.

Bündnis90/Die Grünen - Holger Plaschke





Holger Plaschke, Bündnis90/Die Grünen. Foto: Privat



Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren?
Meine jahrelange Erfahrung in der Kommunalpolitik ist bisher auf den Bereich der Stadt Vienenburg und seit 2014 bei der Stadt Goslar begrenzt gewesen. Die Aufgaben enden aber nicht an den Stadt und Gemeindegrenzen. So ist z.B. der ÖPNV, der Landschaftsschutz, der Tourismus und der Radwegeausbau über jedwede Grenzen hinaus zu betrachten, um die gesamte Region zu stärken. Daher ist es nur konsequent, sich auch im Kreistag für diese Belange einzusetzen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ein ganz wichtiges Projekt ist für mich die Radwegevernetzung im Vorharz. Hier gibt es noch erhebliche Defizite und Entwicklungsmöglichkeiten. Ebenfalls sehr wichtig ist der Erhalt der Infrastrukturen auf den Dörfern um der sogenannten Landflucht entgegen zu wirken. Dabei geht es um vielfältige Dinge. Sei es der Erhalt der Vereine, Sicherstellung der Grundversorgung einschließlich der Ärzte, Erhalt und Verbesserung der Verkehrsverbindungen. Wir müssen zeigen das es lebenswert ist auf einem Dorf zu wohnen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Die Kommunalwahl ist die direkteste Möglichkeit der Mitbestimmung. Alle Kandidaten sind aus der Gemeinde, Stadt oder Region und somit jederzeit ansprechbar. Sorgen und Nöte, oder auch Anregungen für Verbesserungen können direkt an gewählte Abgeordnete weitergegeben Weden.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?
Wir haben das Glück, in einer landschaftlich einmalig schönen Region in der Mitte Deutschlands wohnen. Wo andere Urlaub machen , können wir das ganze Jahr leben.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen des Landkreises?
Die Stärken des Landkreises sind eindeutig die Naturschätze mit Wald , Luft und Wasser. Dazu kommen die Welterbestätten Rammelsberg, Oberharzer Wasserregal und Altstadt Goslar. Dies alles in einer zentralen Lage Deutschlands. Zu den Schwächen zähle ich die fehlenden Möglichkeiten zur Arbeitsplazuentwicklung. Damit einhergehend muß es uns gelingen, junge Menschen weiterhin an unsere Region zu binden.


Die Linke - Hans-Werner Kihm






Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren?
Ich bin seit 2006 ehrenamtlicher Kreistagsabgeordneter für "Die LINKE" 
und möchte meine Arbeit zu Naturschutz- und Umweltschutzfragen im 
"Ausschuss für Bauen u. Umwelt" 
und vor allem auch mein sozialpolitisches Engagement für Erwerbslose, 
Benachteiligte einschließlich Behinderte und auch für Flüchtlinge 
im "Sozialausschuss" und "Jugendhilfeausschuss" des Kreistages fortsetzen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Im Bereich Naturschutz- und Umweltschutz möchte die die weitere Zerstückelung 
und scheibchenweise Verkleinerung des "Landschutzschutzgebietes Harz" im Landkreis Goslar verhindern. Im Bereich Sozialpolitik möchte ich mit der Autorität als Kreistagsabgeordneter
meine Hilfe für Erwerbslose, Rentner und andere wirtschaftlich Schwache in Form von 
z. B. Ämterbegleitung und Beratung ("Har(t)zer Aktion") optimal fortsetzen können. Sehr wichtig war mir auch den Kreistag über die verheerenden Auswirkungen der
geplanten Freihandelsabkommen TTIP Und CETA auf die kommunale Handlungsfähigkeit 
zu informieren.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Die Sorge für das Wohl der BürgerInnen vor Ort - im Politikerjargon auch als
"kommunale Daseinsvorsorge" bezeichnet - also die Unterhaltung und der Bau 
von Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern u. sonstigen Sporteinrichtungen,
und auch von Kultureinrichtungen wie Büchereien, Bürgerhäusern, Mehrzweckhallen 
u. Theatern geschieht durch die Kommunalparlamente, also die Stadträte und Kreistage.
Nicht zu vergessen sind die Müllabfuhr, die Kreisstraßen und die städtischen Straßen.
Über das alles müssen die Abgeordneten in den Stadträten und Kreistagen entscheiden.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?
Die Natur und die Naherholungsmöglichkeiten im Oberharz machen den Landkreis für mich besonders. Aber auch die kulturelle Tradition der alten Kaiserstadt Goslar, die den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat, ist ein große Plus. In meinem Kreistagswahlkreis Goslar-Nord und besonders in Jürgenohl leben viele wirtschaftlich Schwache und Erwerbslose für die ich mich einsetze.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen des Landkreises?
Als Kreistagsabgeordneter sehe ich die Stärke des Landkreises in seiner Natur, die es für einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Tourismus zu erhalten gilt (> Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Harz). Leuchtturmprojekte wie eine harzuntypische bayerische Alm auf Torfhaus, Beschneiungsanlagen
und ähnliches sind kritisch zu hinterfragen und es ist zu prüfen, ob sie den vorgenannten Zielen nicht langfristig schaden.

Die wirtschaftlichen Schwächen des Landkreises sind in seiner weggebrochenen Montanstruktur
mit Bergwerken und Hütten zu sehen, was sich aber für die Natur positiv auswirkt. Leider ist und bleibt die Bodenbelastung mit giftigen Schwermetallen im Westharz aufgrund der Montanvergangenheit - vor allem aufgrund der großflächigen Emissionen über die Luft durch die ehemaligen Hüttenwerke - ein Riesenproblem.

Ein Lichtblick sind die Bemühungen wertvolle seltene Rohstoffe aus den Schlackenhalden
und Schlammabsetzbecken der Berg- und Hüttenwerke zu recyceln. Damit könnte hoffentlich neben der jetzigen wirtschaftlichen Stärke des Landkreises in der Chemieindustrie ein weiteres starkes wirtschaftliches Standpein mit dem Rohstoffrecycling hinzukommen.

Im sozialen Bereich sehe ich eine Stärke des Landkreises darin, dass alle Flüchtlinge von Anfang an
dezentral untergebracht wurden und so eine Ghettobildung verhindert wurde und wird. Darin ändert auch die Tatsache nichts, dass seit Februar 2016 Flüchtlinge für eine kurze Anfangszeit in einem Integrationszentrum zur besseren Betreuung, z.B. mit Sprachkursen, untergebracht sind, um eine optimale Integration langfristig zu ermöglichen.

Eine kurze Beschreibung meiner Persönlichkeit

Ich bin 67 Jahre jung, Rentner und ehrenamtlicher Kreistagsabgeordneter seit 2006. Ich habe nach dem Abitur Jura studiert, was mir bei meiner politischen Arbeit sehr hilft. Ich bin dann aber doch nicht Jurist geworden und habe mich lieber für den beruflichen Weg zu Naturheilverfahren u. gesunder Ernährung entschieden und bin Reformhausfachmann geworden. Ich bin naturverbunden und wandere gern im Oberharz. Ich bin Mitglied im BUND ( Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) wegen meiner umweltpolitischen
Aktivitäten innerhalb u. außerhalb des Kreistages.

Ich bin Mitbegründer der erfolgreichen Bürgerinitiative "Sophienhütte" in Langelsheim und habe von Anfang an mitgeholfen die geplante Verbrennung von gesundheitsgefährdenden Industriemüll - getarnt als Ersatzbrennstoff (EBS) - auf dem Gelände der ehemaligen Sophienhütte in Langelsheim zu verhindern.

Ich bin seit langen Jahren politisch unbequem, weil ich gewerkschaftlich aktiv bin. Ich war von 2006 bis 2014 im ver.di Bezirksvorstand der hiesigen ver.di Region Süd-Ost-Niedersachsen. Ich bin immer noch aktiv im ver.di Ortsvorstand Goslar und beim DGB Goslar.

Seit Herbst 2006 bin ich linker Kreistagsabgeordneter - jetzt schon in der zweiten Wahlperiode - zuerst für die Wählervereinigung "Goslarer Linke" als Vorläufer der Partei "Die LINKE" und seit 2011 dann Kreistagsabgeordneter für die neue Partei "Die LINKE".

Ich bin Gründer der überparteilichen Erwerbslosengruppe "Har(t)zer Aktion" und habe im Jahr 2004 in Goslar die Montagsdemo gegen Hartz IV initiiert und organisiert, die mehr TeilnehmerInnen als z. B. in Braunschweig hatte. Ich mache Beratung für Erwerbslose u. wirtschaftlich Schwache und auch Ämterbegleitung. Meine Schwerpunkte in der politischen Arbeit habe ich durch die Fragen von RegionalGoslar.de schon weitgehend beantwortet.

Nicht erwähnt ist noch, dass ich jahrelang das Anti-Atomkraft- Bündnis Goslar - Harz entscheidend mit aufgebaut und geprägt habe und zu den großen bundesweiten Anti-AKW Demos und zu den Kundgebungen zur Asse viele Harzer AKW Gegner mobilisiert habe.

Hinzu zu fügen ist auch noch, dass ich mich auch im Rahmen meiner gewerkschaftlichen Tätigkeit bei ver.di und im DGB für eine gute und menschenfreundliche Gesundheitsversorgung z. B. auch im Krankenhaus Goslar einsetze. Ich bin der Meinung, dass Krankenhäuser keinen Profit machen dürfen sondern zum Wohl der Patienten in öffentliche Hand gehören.

Auch Privatisierungen von öffentlichen Betrieben zum Zwecke des Profits von Privaten wie z.B. des Betriebshofes (Straßen und Grün) der Stadt Goslar darf es nach meiner Meinung nicht geben.

SPD - Dr. Alexander Saipa


[image=378363 alignleft]Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren?
Wir brauchen gute Politik aus einem Guss für die Menschen in unserer Region. Das ist mein Motto für meine Arbeit als Landtagsabgeordneter. Um als Abgeordneter gut für die Menschen in unserem Landkreis handeln zu können, ist es mir sehr wichtig, sie auch ehrenamtlich im Kreistag und Rat vertreten zu können. So kann ich die Herausforderungen vor der Haustür schneller anpacken durch meine politischen Erfahrungen und die vielen Ideen der Menschen, mit denen ich täglich in Kontakt bin.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ich unterstütze gerne mutige und moderne Ideen und Investitionen. Wie das Sekundärrohstoffzentrum, die Rohstoffuntersuchungen an den Goslarer Bergeteichen oder auch den Erlebnisberg Bocksberg. Wenn Menschen in unsere vielseitige Region investieren wollen, dann helfe ich gerne beim Gelingen. Denn das hilft uns allen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Die Kommunalpolitik ist die direkteste für die Bürgerinnen und Bürger. Es geht z.B. um Schulen, Kindergärten, Straßenbau direkt vor Ort. Daher ist es so wichtig, zur Wahl zu gehen. Mitgestalten und Mitreden ist hier direkt und erlebbar möglich.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?
Die Aufbereitung von wichtigen Wirtschaftsmetallen macht die deutsche Wirtschaft unabhängiger vom schwierigen Weltmarkt. Unser Landkreis hat die einzigartige Chance, das europäische Zentrum für diese Technologien zu werden. Gemeinsam mit der Technischen Universität Clausthal und den vor Ort ansässigen Unternehmen werden derzeit Projekte auf den Weg gebracht, die der Bund mit 2 Mio Euro und das Land Niedersachsen mit
4,2 Mio Euro fördert. Davon versprechen wir uns die langfristige Sicherung von
Arbeitsplätzen und die Gründung bzw. die Ansiedlung neuer Unternehmen.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Schwächen und Stärken des Landkreises?
Die Globalisierung bietet auch uns Chancen, aber auch Risiken. Wir müssen darauf achten, soziale Schieflagen zu vermeiden und auch bei uns vor Ort für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Finanzielle
Engpässe dürfen meiner Meinung nach kein Alibi für die Zerschlagung unserer sozialen Netzwerke und gut funktionierenden Strukturen im Landkreis Goslar sein.

Wir leben in einem der schönsten Landkreise Deutschlands. Der Schutz von Natur und Landschaft ist auch mir ein besonderes Anliegen. Ich setze mich aber für einem fairen Ausgleich zwischen touristischen, wirtschaftlichen und naturschützerischen Interessen ein. Ich will mich deswegen auch in Zukunft für Projekte, die für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region wichtig sind, stark machen. Dazu zählen insbesondere solche Projekte, die Arbeit hier vor Ort sichern und bringen können.

Kinder u. Jugendliche sind unsere Zukunft. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass KiTas gebührenfrei sein sollen und Jugendzentren ausgebaut werden sollen - anstatt sie zu schließen, wie das in Goslar leider geschehen ist.

FDP - Wolfgang Just


Was hat Sie bewogen zu kandidieren?
Seit 1996 bin ich für die FDP Abgeordneter des Kreistages. Davon 15 Jahre als Stellv. Landrat. Zur Zeit als Fraktionsvorsitzender. Die letzten fünf Jahre waren für die FDP nicht leicht In einigen Ausschüssen hatte die FDP nur ein Grundmandat. Das möchte ich für die Zukunft ändern und damit das Feld für jüngere Nachrücker bestellen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Der Landkreis fühlt sich für die Gesundheitsversorgung seiner Bürger verantwortlich.
Die Qualität unserer Harzklinik ist ins Gerede gekommen. Das schadet unserer Region und den Bürgern die in ihr leben. Um den Ruf der Klinik zu verbessern bedarf es vielfältiger Anstrengungen von allen Seiten. Die Kommunikation, und die Transparenz, die in der Vergangenheit nicht funktioniert hat, gilt es zu verbessern. Beschwerden, die leider nicht immer an die verantwortlichen weiter geleitet werden, gilt es ernst zu nehmen. Die Abarbeitung sollte zeitnah und nachhaltig im Rahmen des Beschwerdemanagements erledigt werden. Die Kommunikation mit allen Betroffenen ist dabei die Voraussetzung Die ersten Schritte sind bereits gemacht. Ich bin überzeugt, wenn alle Beteiligten sich ernsthaft dafür einsetzen gemeinsame Lösungen zu erarbeiten wird sich die Situation zum Vorteil aller Bürger unseres Landkreises verbessern. Daran möchte ich weiter mitarbeiten.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?
Jede Wahl ist wichtig für die Bürger. Aber in der Kommunalwahl hat der Bürger die Möglichkeit Kandidaten seines Vertrauens zu wählen. Kandidaten die die örtlichen Verhältnisse kennen und die auch nach der Wahl jederzeit ansprechbar für den Wähler sind. Der Einfluss der Bürger hat über den gewählten Kandidaten dadurch mehr Möglichkeiten als bei Landes oder Bundesentscheidungen.

Was macht den Landkreis und Ihren Wahlbereich für Sie besonders?

Unser Landkreis hat Potential. Nicht nur die Landschaft und die Menschen sind liebenswert. Der Mix an Natur, Industrie, Gewerbe und Handwerk mit allen dazugehörenden Infrastrukturen lassen uns gut in diesem Landkreis leben. Der Stress einer Großstadt mit all ihren Problemen bleibt uns dabei erspart.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen des Landkreises?
Die Schwäche des Landkreises liegt nach meiner Meinung daran, dass wir selber unsere Stärken noch nicht richtig erkannt haben und sie deswegen nicht mit Überzeugung nach außen vertreten. Das führt leider dazu, dass wir aus Sicht unserer größeren Nachbarstädte leider immer noch in eine Schublade der Tourismus und Seniorenregion gesteckt werden.

Unsere Stärken sind Vielfältig. In der Landschaft in der wir wohnen dürfen machen andere Urlaub. Der Tourismus ist in so einer Region wie die unsere sehr wichtig aber auch nicht alles. Auf den Gebieten Bildung, Wirtschaft und Forschung ist unser Landkreis gut aufgestellt und zukunftsfähig. Unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft „WiReGo“ ist auf dem weg ein Netzwerk zu erarbeiten das allen Ansässigen Betrieben und auch interessierten externen Betrieben auf vielen Ebenen ihres Bedarfs hilfreich sein kann.

Natürlich ist im Landkreis Goslar auch nicht alles perfekt. Die Politik und die Verwaltung arbeiten, soweit es in ihrem Aufgabenbereich liegt, ständig daran, die Rahmenbedingungen eines angenehmen Lebens für die Bürger so angenehm wie möglich zu gestalten. Die unterschiedliche Betrachtungsweise der Parteien gilt es dabei zu einer Lösung zu führen.

Zur Person:
1948 geboren, 46 Jahre verheiratet, zwei Kinder und drei Enkel.
Selbständiger Elektromeister seit 38 Jahren und Betriebswirt des Handwerks.
Seit zwanzig Jahren Mitglied des Kreistags Goslar, davon fünfzehn Jahre als Stellvertretender Landrat.
„Leise und unaufgeregt“ hat die GZ kürzlich zu meiner Person geschrieben. So bin ich nun mal. Konstruktive Mitarbeit in den Ausschüssen liegt mir mehr als die Spiegelfechterei im Kreistag. Ich bin nun mal Handwerker und weniger Mundwerker.
Den eingeschlagenen Weg des Landkreises in die Zukunft bürgernah weiter mitgestalten, dafür trete ich an. Der Landkreis ist auf einem guten Weg zur Bürgerfreundlichen Verwaltung. Aber es gibt noch Luft nach oben. Verfahren und Anträge gestalten sich noch zähflüssig und sind zum Teil noch umständlich und verbesserungswürdig.
Eine Verwaltung transparent verwaltet, solide finanziert, bürgerfreundlich aufgestellt. Das muss das Ziel für die Zukunft sein. Dafür setze ich mich weiter ein.
Beruflich und Ehrenamtlich möchte ich noch einiges mitgestalten. Meine angesammelten Erfahrungen in den unterschiedlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und den dadurch entstandenen Kontakten mit Bürgerinnen und Bürgern helfen mir unter anderem auch bei Entscheidungen im politischen Tagesgeschäft.
Durch meine berufliche Tätigkeit und mein Engagement in den Handwerksorganisationen vom Obermeister der Elektroinnung Goslar, Mitglied in der Vollversammlung der Handwerkskammer Braunschweig, Lüneburg, Stade, so wie als beisitzender Richter seit dreißig Jahren am Arbeitsgericht Braunschweig und Zurzeit am Landes Arbeitsgericht Hannover, ist mir die Arbeitswelt nicht fremd.
Durch meine Vereinsarbeit als Vorsitzender im Jerstedter Schützenverein und auch als Vizepräsident des Kreis Schützenverband Goslar pflege ich den Kontakt zu gleichgesinnten aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Das hilft in vielen Lebenslagen.
Der Umgang mit Menschen, macht für mich das Leben wertvoll.

Die CDU hat bisher keine Vorstellung des Spitzenkandidaten in diesem Wahlbereich zugesandt.


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