Litauen fürchtet imperialistische Bestrebungen Russlands

Litauens Verteidigungsminister, Robertas Kaunas, sieht hinter Russlands Vorgehen in Europa weitreichende geopolitische Ziele.

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Kreml (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Vilnius. Litauens Verteidigungsminister, Robertas Kaunas, sieht hinter Russlands Vorgehen in Europa weitreichende geopolitische Ziele. Die Hauptidee Russlands bestehe darin, das Imperium wieder aufzubauen, sagte Kaunas dem Podcast "Security Sunday" von "Politico". Moskau teste derzeit die Nato und versuche, westliche Gesellschaften einzuschüchtern. "Russland eskaliert", so Kaunas.


Der Minister verwies auf eine Serie hybrider Angriffe gegen sein Land. Russland teste "unsere Einheit", verschicke "Desinformationskampagnen", nutze Migranten als Druckmittel und sei mit Drohnen aus Weißrussland sowie Sabotageversuchen in Verbindung gebracht worden. Ziel sei es, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Russland wolle "die gesamte Ukraine nehmen und sie in Russland integrieren und mit dem Wiederaufbau der Sowjetunion beginnen".

Zugleich stellte Kaunas Deutschland ein Bestzeugnis für den Aufbau der Bundeswehr-Brigade in Litauen aus. "Ich habe alle Garantien, dass die deutsche Brigade bis Ende 2027 eingesetzt wird", sagte er. Litauen investiere massiv in die Unterbringung der rund 5.000 deutschen Soldaten und ihrer Familien. "Eigentlich bauen wir eine kleine Stadt."

Berichte über Probleme bei der Personalgewinnung in Deutschland wies der Minister zurück. "Ich garantiere voll und ganz, dass alles pünktlich erfüllt wird", sagte Kaunas. "Bis zu 2.000 deutsche Soldaten sind bereits in Litauen. Der Prozess ist also gestartet."

Mit Blick auf die Nato-Ostflanke sprach Kaunas über die Bedeutung der deutschen Präsenz. Die Stationierung sende "eine starke Botschaft an Russland, dass sie nicht einmal darüber nachdenken sollten", sich in Richtung Nato-Gebiet zu bewegen. Die Vorwärtspräsenz sei die "wirkliche Verteidigung jedes einzelnen Quadratzentimeters der Nato".

Vor einem russischen Angriff wollte der Minister nicht entwarnen. "2020 oder 2021 hielt ihn niemand für möglich", sagte Kaunas mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Deshalb müsse Europa weiter auf Abschreckung setzen. "Wenn wir jede Art von militärischer Aggression vermeiden wollen, müssen wir Stärke aufbauen."

Die größte Herausforderung im Moment sei "natürlich die Luftverteidigung", sagte er. Die Fähigkeitslücke bestehe "in allen Ländern".

Die Sicherheit Europas und der USA sieht der Minister weiterhin eng miteinander verknüpft. Die Vereinigten Staaten seien "ein wichtiger Partner für unsere Sicherheit, für Europas Sicherheit, für die Sicherheit der Ostflanke". Ein Friedensabkommen für die Ukraine müsse zudem "nicht nach Putins Regeln, sondern nach den Regeln der Ukraine" erreicht werden.

Für den bevorstehenden Winter forderte Kaunas zusätzliche Hilfe für Kiew. Europa und die Nato müssten "Waffen und Munition schicken" und ihre Unterstützung ausweiten. "Russland hat den Krieg begonnen, nicht die Ukraine", sagte er. "Wir müssen sie unterstützen."

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