Mitgliederrückgang: Bistum Hildesheim verliert 7.442 Katholiken

von Julia Seidel


Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren rückläufig. Die Gründe für einen Austritt sind vielfältig. Symbolfoto: Alexander Panknin
Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren rückläufig. Die Gründe für einen Austritt sind vielfältig. Symbolfoto: Alexander Panknin | Foto: Alexander Panknin

Region. Wie das Bistum Hildesheim auf Nachfrage von regionalHeute.de berichtet, ist die Zahl der Katholiken in der Region in den letzten Jahren stark zurückgegangen.


Das Bistum Hildesheim ist unter anderem für die Dekanate Goslar-Salzgitter, Wolfsburg-Helmstedt und Braunschweig zuständig. Im gesamten Bistum lag die Zahl der Katholiken zum Ende des Jahres bei 593.360 Menschen. Dies waren 7.442 weniger als im Jahr zuvor, was aus der kirchlichen Statistik hervorgeht.

Dabei sei die Zahl der Taufen leicht gestiegen. Sie stiegen von 3.334 im Jahr 2017 auf 3420 im Jahr 2018. Auch die Anzahl der Eintritte und Wiederaufnahmen ist im Jahr 2018 von 364 auf 367 gestiegen. Jedoch sei im gleichen Zuge die Anzahl an Kirchenaustritten von 5.509 auf 7.018 gestiegen. Dieser Trend lasse sich auch in den Gottesdiensten beobachten. Lediglich 7,5 Prozent der Mitglieder waren im Jahr 2018 bei den Gottesdiensten anwesend. Und nicht nur das - auch die Anzahl der Paare, die sich kirchlich trauen lassen, ist um 43 Paare im Jahr 2018 gesunken.

Auch die Erstkommunionen haben einen Rückgang zu verzeichnen. Mit 3.760 habe es im Jahr 2018 184 Erstkommunionen weniger als im Vorjahr gegeben. Ein Anstieg ist jedoch bei den Firmungen zu verzeichen. So hätten 2.492 junge Mensche im vergangenen Jahr das Sakrament der Firmung empfangen, 356 mehr als 2017.

"Kirche muss Kritik annehmen"


„Die Zahlen sind nicht schön, aber sie entmutigen mich nicht. Gründe, um aus der Kirche auszutreten gibt es zuhauf. Die meisten Menschen entscheiden nicht von jetzt auf gleich, aus der Kirche auszutreten. Es ist oft ein längerer Prozess, an dessen Ende erst der Austritt steht. Wir können also daraus lernen. Wir müssen als Kirche alle selbstverschuldeten Skandale ehrlich aufarbeiten und durch ein effektives System von Kontrolle und Gewaltenteilung in der Zukunft unmöglich machen. Wir müssen offen sein für den Dialog mit den Gläubigen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen, besonders auch dann, wenn sie Kritik üben. Außerdem müssen wir viel mehr über die guten Gründe reden, unserer Kirche weiterhin anzugehören", so der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ.

Ab dem 14. Lebensjahr kann selbst entschieden werden


Die Religionsmündigkeit trete mit dem 14. Lebensjahr ein, deshalb könnten Jugendliche, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, ihren Austritt selbst erklären, das heißt ohne Einwilligung ihres gesetzlichen Vertreters. Für Personen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, könnten deren gesetzliche Vertreter gemeinsam den Austritt erklären. Habe das Kind das 12. Lebensjahr vollendet, sei auch dessen Einwilligung zum Austritt aus der Religionsgemeinschaft erforderlich. Diese Erklärung müsse der Austrittserklärung voran gehen. Benötigt werde dazu ein gültiger Personalausweis oder einen Reisepass mit letzter Meldebescheinigung. Eine Begründung müsse nicht angegeben werden. Die Gebühr für den Kirchenaustritt beträgt 25 Euro.


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