Gifhorn. Der kürzeste Weg durch die Innenstadt führt durch die Fußgängerzone, doch die dürfen Radler nur eingeschränkt befahren. Sie haben sich andere Wege gesucht. Der sogenannte City-Ring hat sich zur bevorzugten Route für die Radfahrer entwickelt. Mit einem Bündel von Einzelmaßnahmen will die Stadt nun das Radfahren auf dieser Route sicherer machen und davon sollen auch die Fußgänger profitieren. Das berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
„Wir haben Lösungsansätze für eine Variante erarbeitet, die eine deutliche Verbesserung für die Radfahrenden und zu Fuß Gehenden bedeutet, ohne dass wir in den Kfz-Verkehr eingreifen“, sagt Stadtbaurat Oliver Bley. Gute Nachrichten für die Autofahrer: Die Verwaltung Stadt plane keine Einbahnstraße und schlage an keiner Stelle Tempobeschränkungen vor. Die Realisierung der Einzelmaßnahmen werde sich bei positivem politischem Beschluss auf mehrere Jahre erstrecken. Konrad-Adenauer- Straße, Lüneburger Straße, Celler Straße, Allerstraße, Schillerplatz und Fallersleben Straße bilden zusammen den sogenannten City-Ring. Allerdings würden Allerstraße und Fallerslebener Straße im Rahmen des vorgelegten Maßnahmepaketes nicht berücksichtigt. Spürbare Verbesserungen in der Fallerslebener Straße bedürften einer umfangreichen verkehrlichen Neuordnung, die derzeit nicht geplant sei.
Schwerpunkt Konrad-Adenauer-Staße
Im Mittelpunkt stehe die Konrad-Adenauer-Straße, entlang derer der Geh- und Radweg abschnittsweise aufgewertet werden soll. Das soll ohne Eingriffe in die bestehende Fahrbahn geschehen. So soll im Bereich zwischen Rotaller und Mühlenaller im Seitenraum der gemeinsame Geh- und Radweg zu einem drei Meter breiten Radweg mit Zweirichtungsverkehr umgewandelt werden. Für die Fußgänger soll ein räumlich abgesetzter Gehweg (2,30 Meter breit) gebaut werden. Im Abschnitt zwischen Mühlenaller und altem Sparkassengelände soll der gemeinsame Geh- und Radweg in den angrenzenden Grünflächen auf 3 bis 3,50 Meter verbreitert werden. Im Jahr 2027 könnten beide Maßnahmen geplant und der Bau in Abhängigkeit einer Förderung in 2028/2029 erfolgen. Rund 730.000 Euro seien dafür veranschlagt, wobei für den Radweganteil Förderungen von 50 bis zu 80 Prozent möglich wären.
Im Abschnitt zwischen alter Sparkasse und Amtsgericht werde erst einmal alles so bleiben wie es ist, da die für eine Neuordnung des Geh- und Radweges notwendigen Flächen nicht im Besitz der Stadt sind. Hier müsse für eine grundlegende Neugestaltung von Geh- und Radweg eine Einigung zwischen Land, Landkreis und Stadt erzielt werden.
Rückbau von Parkständen
Zur Erhöhung der Sicherheit soll in der Celler Straße ein rotmarkierter Schutzstreifen mit einer Breite von 1,75 bis 2 Metern in Richtung Stadthalle aufgebracht werden. Allerdings gehe es in der Celler Straße nicht ohne Eingriff in den Straßenraum. Deshalb sollen die Längsparkstände am nördlichen Fahrbahnrand gegenüber der Hausnummer 23 zurückgebaut werden und die Schrägparkplätze zu Längsparkständen umgebaut werden. Die Längsparkplätze sollen von einem 2,75 Meter breiten Sicherheitsstreifen flankiert werden. Durch den Wegfall der Längsparkplätze würden zudem die Sichtbeziehungen für die Verkehrsteilnehmer im Kurvenbereich verbessert werden.
Erneuerung des Kreisverkehrsplatzes
Zur Maßnahme Celler Straße zählt demnach auch die Erneuerung des Kreisverkehrsplatzes vor der Stadthalle, wo auch die Asphaltdecke erneuert werden müsse. Die neue Rad- und Fußgängerführung ab der Straße Ziegelberg sehe vor, neue Fußgängerüberwege an allen drei Armen des Kreisverkehrs einzurichten. Für den Radverkehr sollen spezielle Radverkehrsfurten entlang des Kreisverkehrs eingerichtet werden. Diese jedoch unterliegen keiner Benutzungspflicht. Wer will, kann wie heute schon mit dem Kfz-Verkehr im Kreisverkehr fahren. Die Planungen dafür könnten bereits in 2027 beginnen, in 2028/2029 könnte in Abhängigkeit einer Förderung gebaut werden. Die Kosten beziffert die Stadt auf rund 600.000 Euro. Auch hier gebe es Fördermöglichkeiten, die zwischen 50 und 75% liegen sollen.

