Niedersachsens Energieminister Meyer fordert in Obernkirchen niedrigere Netzentgelte und Strompreise

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer hat bei einem Besuch des Glaswerks der Ardagh Group in Obernkirchen niedrigere Netzentgelte und eine Senkung der Strompreise gefordert.

von


Stromzähler (Archiv)
Stromzähler (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Obernkirchen. Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer hat bei einem Besuch des Glaswerks der Ardagh Group in Obernkirchen niedrigere Netzentgelte und eine Senkung der Strompreise gefordert. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz mit.


Meyer habe sich nach einem Landtagsbeschluss bei der EU-Kommission erfolgreich dafür eingesetzt, dass die heimische Glasindustrie in die Strompreiskompensation aufgenommen wird. Die Glasindustrie sei auf niedrige Strompreise angewiesen, daher sei eine Strompreisstützung durch die Bundesregierung wichtig gewesen. Meyer sagte, vorbildliche Unternehmen wie Ardagh brauchten weitere Unterstützung bei den Netzentgelten und eine allgemeine Senkung der Energiepreise.

Niedersachsen fordere mit Gewerkschaften und Unternehmen schon lange eine Halbierung der Strompreise, indem der Bund die Kosten für die Netzinfrastruktur übernimmt und nicht die Stromkunden. Die Ardagh Group hatte den Minister wegen des bei der Bundesnetzagentur laufenden Prozesses zur Neuordnung der Netzentgelte angesprochen und um Unterstützung für die heimische Glasindustrie gebeten.

"Wir danken Minister Meyer für seinen Besuch und den konstruktiven Austausch", sagte Craig Mc Main, Managing Director Manufacturing. "Ardagh zeigt am Standort Obernkirchen mit der NextGen Furnace, wie die Dekarbonisierung der Glasindustrie in der Praxis gelingen kann. Gleichzeitig steht die Branche vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Nun ist die Politik gefordert, die richtigen Weichen zu stellen, damit industrielle Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Transformation auch künftig in Deutschland möglich bleiben. Dies gilt insbesondere für die Reform der Sondernetzentgelte." Das Werk in Obernkirchen produziert hochwertige Gläser und betreibt seit Oktober 2023 eine Hybridschmelzwanne zur Herstellung von Hohlglas.

Die Wanne erlaubt eine signifikante Reduktion von Erdgas von 90 auf derzeit etwa 40 Prozent, das durch erneuerbaren Ökostrom ersetzt wird.

Meyer sagte, erneuerbare Energien seien mit etwa 5 Cent für heimischen Wind- oder Sonnenstrom so günstig wie nie, würden aber durch teure Gaseinfuhrpreise und 60 Prozent Steuern und Abgaben zu hoch belastet. Die günstigen erneuerbaren Energien müssten gerade in Niedersachsen direkt bei Wirtschaft und Verbrauchern ankommen.

Die Vorschläge der Ardagh Group zur Neuregelung der Netzentgelte unterstütze er sehr. Als Vorsitzender der Energieministerkonferenz der Länder unterstütze er die Forderungen der Glasindustrie nach einer dauerhaften Absenkung der Energiepreise, insbesondere bei Strom. Meyer will weitere Gespräche auf Fachebene führen, um die besonderen Herausforderungen der Glasindustrie auf Bundesebene bei der Bundesnetzagentur einzubringen.

Glas sei ein sehr ökologischer, vollständig recyclingfähiger heimischer Rohstoff. Unternehmen wie Ardagh gingen beim Klimaschutz voran, daher unterstütze er die Forderungen der Glasindustrie weiter gegenüber Bund und EU vollumfänglich.


Themen zu diesem Artikel


Strom