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Wolfenbüttel: 30.000 Quadratmeter für Chemie- und Gefahrstofflogistik

DP World investiert rund 50 Millionen Euro in den Standort Linden – mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen.

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DP World hat mit dem Ausbau seines Chemie-Logistikzentrums in Wolfenbüttel begonnen. Video | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Ein Großprojekt nimmt Gestalt an: Am Standort von DP World in Linden ist der Grundstein für ein neues Gefahrstofflager gelegt worden. Mit einer symbolischen Zeitkapsel-Versenkung markierten Vertreter des Unternehmens, der Stadt und der beteiligten Baupartner den Start des Neubaus. Rund 30.000 Quadratmeter Lagerfläche sollen entstehen, ausgelegt für bis zu 50.000 Palettenstellplätze. Ferner sollen durch das Projekt bis zu 80 neue Arbeitsplätze entstehen.



Mit der Erweiterung soll der Standort zu einem multifunktionalen Chemie-Lager ausgebaut werden. Neben bestehenden Kunden aus der Agrarbranche will DP World damit vor allem die Automobilindustrie unterstützen. Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und die damit verbundene Batterielogistik.

Zeitkapsel versenkt (von links): Axel Georg, technischer Leiter List Bau Nordhorn, Jan Regenhardt, Standortleiter DP World Wolfenbüttel, Wolfenbüttels Bürgermeister Ivica Lukanic und Michael Pohl, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung des Chemiebereichs bei DP World.
Zeitkapsel versenkt (von links): Axel Georg, technischer Leiter List Bau Nordhorn, Jan Regenhardt, Standortleiter DP World Wolfenbüttel, Wolfenbüttels Bürgermeister Ivica Lukanic und Michael Pohl, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung des Chemiebereichs bei DP World. Foto: Matthias Kettling



Für DP World ist das Vorhaben ein deutliches Bekenntnis zum Standort. Michael Pohl, Geschäftsführer im Bereich Geschäftsentwicklung, bezeichnete den Neubau als bislang größte Einzelinvestition der Chemicals-Sparte. „Der Neubau ist ein klares Bekenntnis zu Wolfenbüttel und wir investieren hier in Leistungsfähigkeit, Zukunft und auch Sicherheit“, sagte Pohl. Der Standort blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit 2008 wechselten mehrfach die Eigentümer, seit 2022 gehört er zu DP World.


Aus der Luft wird die Dimension sichtbar: 300.000 Quadratmeter Grundstücksfläche.
Aus der Luft wird die Dimension sichtbar: 300.000 Quadratmeter Grundstücksfläche. Foto: Matthias Kettling



Unterteilung in zehn Brandabschnitte


Besondere Anforderungen stellt die Lagerung von Chemikalien, Gefahrstoffen und Batterien. Das Gebäude wird deshalb in zehn Brandabschnitte unterteilt. Vorgesehen sind unter anderem Sprinkler- und Schaumlöschanlagen, Gaswarnung, Rauchdetektion sowie automatische Brandschutzsysteme. Standortleiter Jan Regenhardt hob die intensive Abstimmung mit Feuerwehr und Behörden hervor: „Das Thema Sicherheit steht bei uns natürlich an allererster Stelle.“

So wird das fertige Gebäude aussehen.
So wird das fertige Gebäude aussehen. Foto: DP WORLD



Lange geplante Perspektive


Bürgermeister Ivica Lukanic erinnerte daran, dass die industrielle Entwicklung der Fläche bereits vor Jahrzehnten vorbereitet worden war. Seit seinem Amtsantritt habe er die Entwicklung immer wieder verfolgt. Nun werde die lange geplante Perspektive Realität. Mit Blick auf die häufig beklagte fehlende wirtschaftliche Dynamik in Deutschland sagte Lukanic: „Wir sind heute hier und beweisen, dass es anders ist.“ Das Projekt bringe moderne Arbeitsplätze und sichere Beschäftigung nach Wolfenbüttel.

Zahlreiche Hürden überwunden


Auch die Bauwirtschaft musste zahlreiche Hürden überwinden. Axel Georg vom beteiligten Bauunternehmen List Bau Nordhorn verwies auf archäologische Funde, winterliche Witterung und einen zwischenzeitlichen Baustopp infolge der geopolitischen Lage. „Umso mehr ist es ein Zeichen von Zuversicht und langfristigem Denken, dass DP World hier in Wolfenbüttel so ein Projekt umsetzt“, erklärte Georg.

Stärkerer Einsatz der Schiene


Auf einer rund 300.000 Quadratmeter großen Grundstücksfläche entsteht neben der Halle auch Büro- und Sozialfläche. Das Gebäude soll nach DGNB Gold qualifiziert werden, unter anderem mit Wärmepumpen, Gründach und Photovoltaikanlage. Zudem erhält der Standort einen Bahnanschluss. Das neue Bahnterminal ermöglicht den Anschluss an das europäische und globale Netzwerk von DP World. Als erstes Terminal seiner Art in der Region für den Transport gefährlicher Güter soll es zudem einen stärkeren Einsatz der Schiene fördern und Transporte von der Straße auf die Bahn verlagern.