Können Müllfahrzeuge dabei helfen, Löcher im Mobilfunknetz zu finden?

Der Kreistag beschäftigt sich demnächst mit der Frage, ob eine "Mobilfunk-Messoffensive" nötig ist.

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Symbolbild. | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Löcher im Mobilfunknetz können nicht nur lästig sein, sondern auch einen klaren Standortnachteil darstellen. Um die Funklöcher zu beheben, ist es erforderlich, genau zu definieren, wo diese liegen. Und hierzu hat jetzt der SPD-Kreistagsabgeordnete Lennie Frederik Meyn einen Antrag für eine "Mobilfunk-Messoffensive" in die politischen Gremien eingebracht. Die Müllabfuhr soll helfen!



Demnach soll der Landkreis Wolfenbüttel ein flächendeckendes Messprojekt zur tatsächlichen Mobilfunkversorgung im Kreisgebiet vorbereiten und durchführen. Hierfür sollen geeignete Messboxen auf Müllsammelfahrzeugen des Abfallwirtschaftsbetriebs Landkreis Wolfenbüttel (ALW) beziehungsweise weiteren regelmäßig flächendeckend eingesetzten Fahrzeugen mitgeführt werden, erklärt Meyn seine Idee. "Müllsammelfahrzeuge fahren regelmäßig nahezu jede bewohnte Straße an und eignen sich daher für eine kosteneffiziente und engmaschige Messung ohne zusätzliche Messfahrten", so der Abgeordnete.

Gezielte Gespräche


Die Messung soll die Netze der drei bundesweiten Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica/O2 sowie insbesondere 4G/LTE und 5G getrennt erfassen. Die Ergebnisse sollen dann ausgewertet, verständlich kartografisch dargestellt und – soweit rechtlich und vertraglich möglich – öffentlich einsehbar gemacht werden. Auf Grundlage der Messergebnisse soll der Landkreis dann gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung im Landkreis Wolfenbüttel GmbH und den kreisangehörigen Kommunen gezielt Gespräche mit den Netzbetreibern zur Schließung nachgewiesener Versorgungslücken führen.

Ein dokumentiertes Vorbild für dieses Verfahren sei das „Coesfelder Modell“, bei dem Messboxen in Müllsammelfahrzeugen eingesetzt worden seien. Vergleichbare Ansätze würden unter anderem auch im Landkreis Leer genutzt. Diese Erfahrungen solle man zunächst auswerten, so Meyn. Am Ende habe man aber eine eigene belastbare Datengrundlage, die die Position des Landkreises gegenüber Netzbetreibern stärke und dabei helfe, tatsächliche Versorgungslücken für Bevölkerung und Wirtschaft sichtbar zu machen.

Kreistag entscheidet über Annahme


Der Kreistag entscheidet in seiner Sitzung am 21. September zunächst über die Annahme und Überweisung des Antrags. Erhält er eine Mehrheit, befasst sich ein Fachausschuss mit dem Thema.

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