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Wolfenbüttel: Nutzung von Recyclingpapier an städtischen Schulen empfohlen



Nutzung von Recyclingpapier an städtischen Schulen sorgt für Diskussion

Während der Sitzung des Schulausschusses in Wolfenbüttel gab es Unstimmigkeiten darüber, ob die Nutzung von Recyclingpapier tatsächlich empfohlen werden sollte.

von Julia Fricke


Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

Wolfenbüttel. Am gestrigen Dienstagabend fand in der Wolfenbütteler Lindenhalle der Schulausschuss der Stadt Wolfenbüttel statt. Diskussion löste dabei vor allem ein Antrag des Jugendparlamentes aus. Dieses hatte die verpflichtende Einführung von Recyclingpapier an städtischen Schulen gefordert. Eine Umfrage an den Schulen hatte ergeben, dass die Nutzung von diesem Papier aufgrund der vorhanden Kopier- und Drucksysteme nicht überall möglich sei. Die "Verpflichtung" wurde im Antrag durch eine "Empfehlung" ersetzt.



Die Antworten der Schulen auf die Anfrage seien sehr unterschiedlich ausgefallen, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht. Während einige die Überlegung, grundsätzlich nur Recyclingpapier einzusetzen als "sehr gut" einstufen, hätten andere den Vorschlag als "nicht realitätsnah" eingestuft, da die Kosten für gutes Recyclingpapier deutlich höher seien. Darüber hinaus würde das Recyclingpapier bei manchen Geräten dafür sorgen, dass die Papierzufuhr verstopft werde. Der Beschlussvorschlag wurde dahingehend geändert, dass den Schulen die Verwendung von Recyclingpapier lediglich empfohlen werde und bei künftig anzuschaffenden Kopier- und Drucksystemen darauf zu achten sei, dass die Systeme Recyclingpapier geeignet seien. Sollten den Schulen dabei nachweislich Mehraufwendungen entstehen, sollen diese auf Antrag aus zusätzlichen Trägermitteln ausgeglichen werden.

Einmischung in Arbeit der Schulen



Kritik an dem Antrag übte vor allem Rudolf Ordon von der FDP. "Früher wäre dieser Punkt nicht auf die Tagesordnung gekommen", so Ordon. So sei es die Aufgabe der Stadt den Schulen das Geld für Anschaffungen zur Verfügung zu stellen. Was diese damit anfangen, sei deren Sache. "Wir mischen uns nicht in den Unterricht ein und in die Verwaltung [der Schulen] sollten wir uns auch nicht einmischen. Die Stadt soll den Schulen eine bestimmte Summe geben und damit ist die Aufgabe dann erledigt. Hier wollen sich bestimmte Gruppierungen in den Alltag der Schule einmischen." Auch die Empfehlung der Nutzung von Recyclingpapier lehne er ab. "Mich stört das Misstrauen des Jugendparlaments den Schulen gegenüber. Viele im Jugendparlament kennen den Ablauf in den Schulen nicht so genau, dass sie die Empfehlung einbringen sollten."

Zudem sei der Weg zum Umweltpapier in den Schulen bereits vorgegeben, da Schüler, Lehrer und Eltern darauf achten würden ein Umweltbewusstsein zu entwickeln. Einen solchen Antrag bedürfe es dafür nicht.



Als Beispiel nannte Ordon hier die Ausgabe von Zeugnissen an die Schüler. Diese müssten in einer entsprechenden Form zur Verfügung gestellt werden, da die Zeugnisse ein Leben lang gebraucht werden würden. Diese Wertschätzung werde auch durch die Wahl des Papiers ausgedrückt. "Es gibt bestimmte Gruppierungen, die versuchen anderen Gruppierungen ihre Meinung aufzudrängen. Man kann die Empfehlung aufrechterhalten, sollte es aber ablehnen", so Ordon abschließend.


Kritik sei "kleinkariert"


Anders sah dies Elke Schmidt von den Grünen. "Es ist ein Antrag des Jugendparlamentes und ich bin stolz darauf, dass die den Mut aufbringen, den Antrag einzubringen. Ich denke, es ist ein sinnvoller Antrag und es wäre ein Schlag in das Gesicht der jungen Leute, wenn man ihnen sagt, ein Schulausschuss macht das nicht", so Schmidt. Zudem sei es nicht richtig die Eigenverantwortlichkeit einer Schule an der Nutzung einer Sorte Papier aufzuhängen. Dem stimmte auch Dörthe Weddige-Degenhard von der SPD zu: "Ich bin schockiert von dem, was Sie gesagt haben. Sie sind doch Pädagoge", so Weddige-Degenhard an Ordon gewandt. Mit dem Jugendparlament gebe es junge Leute, die sich engagieren. Dass der Antrag zukunftsfähig sei, liege bei der momentanen Diskussion rund um Fridays For Future und die Zukunft des Planeten auf der Hand. Die Aussage von Rudolf Ordon halte sie daher für "kleinkariert." Auch Sabine Behrens-Mayer von der CDU bekräftigte, dass sich etwas ändern müsse, und das auch in den kleinen Dingen. "Es handelt sich um eine Anregung und um kein Dogma. Das halte ich für einen Unterschied", so Behrens-Mayer abschließend.

Der Schulausschuss stimmte für den Antrag.


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