Sofia. Die Partei Progressives Bulgarien (PB) unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Rumen Radew ist bei der Parlamentswahl in Bulgarien klar stärkste Kraft geworden.
Nach der Auszählung von etwa 68 Prozent der Stimmen lag PB mit einem Ergebnis von über 44 Prozent uneinholbar in Führung. Um den zweiten Platz gibt es derweil einen Zweikampf zwischen der konservativen GERB-Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Bojko Borissow (13 Prozent) und der reformistischen Koalition PP-DB (14 Prozent). Radew erklärte am Wahlabend, dass er bereit für eine Koalitionsbildung sei, schloss jedoch auch die Möglichkeit einer Alleinregierung nicht aus.
Radew, der im Januar nach neun Jahren von der Präsidentschaft zurückgetreten war, um bei den Wahlen antreten zu können, hatte im Dezember die Antikorruptionsproteste in Bulgarien unterstützt. Er versprach, das "oligarchische Regierungsmodell" abzuschaffen. Bulgarien hat in den letzten Jahren fragmentierte Parlamente erlebt, wobei Koalitionen seit 2021 nicht länger als ein Jahr hielten. Dem Ex-Präsidenten wird oft eine pro-russische Haltung attestiert. Er rief unter anderem dazu auf, die Beziehungen zu Moskau zu erneuern, und kritisierte die Waffenlieferungen an die Ukraine. Er äußerte sich auch gegen das im März unterzeichnete zehnjährige Verteidigungsabkommen zwischen Bulgarien und der Ukraine.
Partei von Ex-Präsident Radew bei Parlamentswahl in Bulgarien vorn
Die Partei Progressives Bulgarien (PB) unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Rumen Radew ist bei der Parlamentswahl in Bulgarien klar stärkste Kraft geworden. Nach der Auszählung von etwa 68 Prozent der Stimmen lag PB mit einem Ergebnis von über 44 Prozent uneinholbar in Führung.
Flagge von Bulgarien (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

