Berlin. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) lehnt das Tracking von Kindern durch die Eltern mittels Smartphones und anderer Geräte ab. "Kinder haben ein Recht auf Nicht-Gesehen-Werden", sagte Prien den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Freitagausgabe).
"Das ist natürlich eine Altersfrage, die bei einem Kleinkind selbstverständlich anders zu beantworten ist als bei einem Grundschulkind und einem Jugendlichen. Aber Kinder haben das Recht, sukzessive Eigenverantwortung zu lernen", sagte die CDU-Politikerin. "Dazu gehört auch, dass sie nicht das Gefühl haben, sie werden auf Schritt und Tritt überwacht."
Auch Regelübertretungen gehörten zum Erwachsenwerden. "Eine überbehütete Kindheit schadet Kindern unter Umständen sogar", so die Ministerin.
"Ich glaube, dass vielen Eltern der natürliche Zugang zum Elternsein ein Stück weit abhandengekommen ist, weil auch der Austausch zwischen den Generationen, etwa mit den Großeltern, ein anderer geworden ist." Sie habe mit ihrer Mutter darüber gestritten, ob man ein Baby schreien lassen dürfe oder nicht oder ob man Kinder dazu zwingen solle, den Teller aufzuessen, sagte Prien. "Heute gibt es so viele Elternratgeber wie noch nie, Eltern erziehen unter einem immensen Perfektionierungszwang. Alles ist sehr kopfgesteuert und wenig intuitiv."
Prien lehnt Tracking von Kindern durch Eltern ab
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) lehnt das Tracking von Kindern durch die Eltern mittels Smartphones und anderer Geräte ab.
Junge Leute beim Zocken (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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