Reiterstaffel vor dem Aus? Polizeigewerkschaft schlägt Alarm

Neben dem Standort Hannover gibt es auch in Braunschweig eine Reiterstaffel der Polizei. Der Landesrechnungshof empfiehlt jedoch eine Schließung einer der beiden Standorte.

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Beamte der Polizeireiterstaffel (Archivbild).
Beamte der Polizeireiterstaffel (Archivbild). | Foto: Julia Fricke

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Braunschweig. Die Reiterstaffel der Polizei ist vielseitig einsetzbar – ob an Badeseen, in den Innenstädten oder auch bei Fußballspielen, die berittenen Beamten sorgen mit ihren vierbeinigen Kollegen in der Region für Sicherheit. Doch in einer Pressemitteilung schlägt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Niedersachsen nun Alarm, denn Einsparungsmaßnahmen könnten zu einer Standortschließung führen. regionalHeute.de hat das zuständige Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung um eine Stellungnahme gebeten.



Verschiedene Medien hatten berichtet, der Landesrechnungshof empfehle der Landesregierung, die Anzahl der Dienstpferde zu reduzieren. Auch einer der beiden niedersächsischen Reiterstaffelstandorte solle geschlossen werden, um Kosten einzusparen. Eine Schließung könnte auch unsere Region betreffen, denn neben Hannover beherbergt auch Braunschweig eine polizeiliche Reiterstaffel. In Hamburg ist die Abschaffung der Reiterstaffel bis spätestens Ende 2027 bereits beschlossene Sache – auch dort übt die dort zuständige DPolG Hamburg ausdrückliche Kritik an der Maßnahme.

Polizeigewerkschaft schlägt Alarm


Wie es in der Pressemitteilung der DPolG Niedersachsen heißt, lehne man die nach Medienberichten vom Landesrechnungshof empfohlene Reduzierung des Dienstpferdebestands und die Schließung eines Reiterstaffel-Standortes in Hannover oder Braunschweig ab. Eine Betrachtung, die vor allem die Kosten je Dienstpferd in den Mittelpunkt stellt, greife zu kurz. Entscheidend sei, welchen taktischen und personellen Mehrwert die berittenen Einheiten im Einsatz erbringen.

"Sparen am falschen Ende"


Patrick Seegers, Landesvorsitzender der DPolG Niedersachsen: "Sicherheit kostet Geld. Gerade vor dem Hintergrund der Sabotageaktionen der vergangenen Tage und der angespannten geopolitischen Lage sparen wir bei Polizei und
Bevölkerungsschutz am falschen Ende. Es wäre widersinnig, ausgerechnet jetzt bewährte polizeiliche Fähigkeiten abzubauen. Wer einen Standort schließt, verliert speziell ausgebildete Teams, Infrastruktur und Einsatzfähigkeit - und kann all das bei einer verschärften Sicherheitslage nicht kurzfristig zurückholen."


Aufgaben bleiben bestehen


Christian-Tobias Gerlach, stellvertretender Landesvorsitzender: "Wer nur den Preis eines Polizeipferdes berechnet, aber den personellen Ersatzaufwand ausblendet, legt eine unvollständige Rechnung vor. Fallen die Pferde weg, fallen die Aufgaben nicht weg. Dann müssen für Absperrungen, Trennmaßnahmen und die Lenkung größerer Gruppen deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden. Das verschärft den Personalmangel statt ihn zu lösen."

Das sagt das Innenministerium


Unsere Redaktion hat beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung nachgefragt, was man dort von der Empfehlung des Landesrechnungshofes hält. Wie dieses schreibt, nehme man die Empfehlung zur Kenntnis. Der Einsatz von Dienstpferden - insbesondere bei der Bewältigung größerer Einsatzlagen, wie versammlungsrechtlichen Aktionen oder Spielbegegnungen der Fußballbundesliga - habe sich jedoch bewährt. Daher werde grundsätzlich weiterhin am Vorhalten von Dienstpferden in einer bedarfsgerechten Anzahl festgehalten. Der Standort Braunschweig scheint also vorerst gesichert zu sein.

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