Salzgitter. Ähnlich wie vergangene Woche in Braunschweig beschlossen, wird auch in Salzgitter ein Pilotprojekt zur kostenlosen Bereitstellung von Menstruationsartikeln, wie Binden und Tampons, gestartet. Das entschied der Rat der Stadt in seiner Sitzung am Dienstag bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung mit großer Mehrheit.
Nach einem ersten Vorstoß der Gruppe Die Linke / Die PARTEI hatte man sich später auf einen gemeinsamen Antrag mit den Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen geeinigt. In einem letzten Änderungsantrag wurde auf Anregung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Simone Semmler, ergänzt, das Pilotprojekt neben weiterführenden Schulen unterschiedlicher Schulformen auch an zwei Grundschulen durchzuführen. Die kostenlose und kontrollierte Ausgabe von Menstruationsartikeln soll in zwei verschiedenen Größen zunächst in einer einjährigen Pilotphase erfolgen. Erfahrungen, Reaktionen und Kosten sollen durch eine Evaluation ermittelt werden, die dann dem Ausschuss für Soziales, Integration und Gesundheit vorgelegt wird.
"Es geht um Gesundheitsschutz"
Für die AfD begründete Ratsherr Thomas-Peter Disselhoff die Ablehnung des Antrags durch seine Fraktion. Seiner Meinung nach bestehe in dieser Sache kein Problem. Die Mädchen wären selber gut vorbereitet oder würden sich notfalls gegenseitig mit Tampons oder Binden aushelfen. Das hätten Befragungen in seinem persönlichen Umfeld ergeben.